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Profiteur der Krise


Profiteur der Krise

Staatssicherheit und Planwirtschaft im Chemierevier der DDR 1971-1989
Analysen und Dokumente des BStU. Aufl.

von: Mark Schiefer

27,99 €

Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht Verlag
Format: PDF
Veröffentl.: 16.04.2018
ISBN/EAN: 9783647310619
Sprache: deutsch
Anzahl Seiten: 483

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Beschreibungen

Die Stasi war ein fester Bestandteil der Planwirtschaft. Was sie in den Industriebetrieben genau machte und welche Auswirkungen damit verbunden waren, untersucht das Buch am Beispiel der drei Chemiekombinate Leuna, Buna und Bitterfeld im Bezirk Halle. Es zeigt, dass die Geheimpolizei der SED im Laufe der Jahre ein beträchtliches Aufgabenpensum erlangte: von konspirativen Ermittlungen bei Verdacht auf politische Straftaten, über die Untersuchung größerer Störfälle bis zum wirtschaftlichen und technischen Controlling bei Anlagenimporten. In der Spätphase der DDR expandierte das MfS von einer reinen Geheimpolizei zu einem Generalkontrollorgan der SED. Der Autor erklärt diesen Bedeutungszuwachs mit der ökonomischen Überforderung der DDR seit Beginn der 1970er-Jahre und der Art und Weise, wie SED und Wirtschaftsverwaltung darauf reagierten. Die Chemiekombinate waren dabei besonders von der Krise betroffen – Anlagenverschleiß, Umweltzerstörung, Personalabwanderung und Planrückstände gehörten hier zum Arbeitsalltag. Um den Totalausfall dieser für die DDR-Ökonomie wichtigen Branche hinauszuzögern, wurde der Druck auf die Führungskräfte erhöht, Vorschriften und Kontrollen verschärft und die DDR für westliche Lizenzen und Anlagen geöffnet. Diese Form der Krisenbewältigung verschaffte dem MfS neue Partner, Instrumente und Überwachungsbereiche. Anhand aussagekräftiger Fallbeispiele zeigt die Studie, wie das MfS zum Nutznießer sowohl der betrieblichen Funktionsprobleme als auch der dadurch ausgelösten Stabilisierungsbemühungen wurde.
In Außenhandel, Anwendungstechnik und Forschung verschärften die Einflussnahmen des MfS systembedingte Funktionsschwächen der Betriebe.
Anhand der Chemiekombinate Leuna, Buna und Bitterfeld spürt die Studie den Aufgaben der Stasi in der Planwirtschaft nach. Sie zeigt, dass das MfS im Laufe der Jahre ein beträchtliches Aufgabenpensum erlangte: von konspirativen Ermittlungen bei Verdacht auf politische Straftaten, über die Untersuchung größerer Störfälle bis zum Controlling bei Anlagenimporten. In der Spätphase der DDR expandierte das MfS zu einem Generalkontrollorgan der SED. Dieser Bedeutungszuwachs ist zurückzuführen auf die ökonomische Überforderung der DDR seit Mitte der 1970er-Jahre und die Art und Weise, wie SED und Wirtschaftsverwaltung darauf reagierten.
Historikerinnen und Historiker

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