1

Montgó, 753 m

Gehzeit 6.00 h

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Karstige Pfade und Höhlen über Dénia

Das eindrucksvolle, einem Elefantenkopf ähnliche Profil des Montgó verläuft parallel zur Küste und fällt zum Kap von San Antonio ab. Bereits 1987 wurden das Gebiet rund um den Bergzug und Teile des Küstenbereichs zum Naturpark erklärt. Er erstreckt sich über die Gemeindegebiete von Dénia und Xàbia und beherbergt auf einer Fläche von 2118 Hektar eine reiche Pflanzenwelt mit über 650 – darunter viele endemische – Arten.

Ausgangspunkt: Plana de Justa, 220 m. Von Xàbia (Jávea) über die CV-736 nach Norden in Richtung Dénia fahren, ein gutes Stück nach dem 6-km-Schild links (Schild »Camp de Tir Les Planes Dénia«, Schießanlage, nicht »Campo de Tiro« rund 200 m vorher) und 200 m zu einer Schranke, dort parken. Höhenunterschied: 820 m. Anforderungen: Steiler Anstieg über die Nordostwand, ausgesetztes Wegstück vor dem Gipfel, häufig schmale Pfade über scharfkantigen Kalkstein. Teils Markierung des PR-CV 152. Karten: IGN-CNIG 822-II/823-I. Einkehr/Unterkunft: In Dénia, Xàbia. Sehenswert: Gata de Gorgos bei Xàbia (Körbe, Korbmöbel, Gegenstände aus Weidengeflecht, Rohr, Bambus). Varianten: 1. Alternativer Ausgangspunkt: Von der Plaça Jaume I in Dénia auf der Avda. Montgó bis zur Carretera Colonia del Montgó, auf ihr nach rechts durch den Wald bis zur Eingangstafel des Naturschutzparks. 2. Am Camino de Colonia (9) links nach Dénia abbiegen (30 Min.) und mit dem Taxi zurück zum Camp de Tir fahren, um die 4 km Rückwanderung zu vermeiden. Tipp: Früh starten, um den anstrengenden Anstieg vor der Mittagshitze zu bewältigen.

Vom Parkplatz (1) gehen wir auf dem mit Zypressen, Zwergpalmen und Krummstab (Mai–Okt.) gesäumten Fahrweg bergwärts. Nach knapp 10 Min. biegen wir beim Wegweiser nach rechts ab, etwas später geradeaus am Abzweig nach links vorbei. Den Abzweig rechts zur Cova del Camell (2; Rückweg) ignorieren wir und gehen geradeaus auf einem schmalen Weg über scharfkantigen Kalkstein bergan – ein typisches Merkmal dieser Route. An einer Gabelung mit Wegweiser geht es links ab (3; ein weiterer Weg kommt von der Cova rechts herauf). Alte rote Punkte und neue weiß-gelbe Striche weisen nun den Zickzackweg bergauf. Eine lange, steile Steigung, z. T. mit etwas Kraxelei und einer sehr ausgesetzten Stelle, bringt uns nach insgesamt 2 Std. zum Gipfel des Montgó (4) mit spektakulärem Panoramablick auf die Gebirgslandschaft im Landesinnern und im Norden auf den gesamten Golf von Valencia bis Oropesa. Vom Gipfel nun geradeaus weiter auf dem Hauptweg hinab (Achtung auf den scharfkantigen Kalkstein!). Wenig später führt ein Pfad rechts vom Hauptweg an einem allein stehenden Baum vorbei bis zur Creueta de Dénia, 713 m, und trifft nach 20 Min. weiter unten wieder auf den Hauptweg. Wir aber gehen weiter durch die spektakuläre Berglandschaft hinab, bis der schmale Pfad wieder ansteigt. Er windet sich durch niedrige Zwergpalmen, schwenkt dann nach rechts und überquert das obere Ende eines Barranco (5), um zu einer allein stehenden Kiefer zu gelangen. Knapp 10 Min. später kommen wir zu einem Wegweiser (6; geradeaus nach Jesús Pobre). Hier steigen wir nach rechts sehr steil (teils fast senkrecht) in Richtung Dénia ab. Der gut angelegte Pfad ist im oberen Teil mit losen Steinen bedeckt und leitet im Zickzack über Felsstufen hinunter. Rote Spornblumen, Geißblatt und weiße Margeriten säumen den Pfad. 20 Min. nach dem Wegweiser treffen wir auf einen Pfad (7), der uns rechts in ca. 800 m zum Abzweig (8) zur rechts oben im Fels verborgenen Cova de l’Aigua bringt. Etwas links vom Eingang weist eine in den Fels gemeißelte römische Inschrift von 238 n. Chr. auf das Vorhandensein eines Militärpostens zur Überwachung der Küste hin. Einst wurde in einer Zisterne in der Höhle Quellwasser gesammelt und nach Dénia geleitet, heute deutet nichts mehr auf ein Wasservorkommen hin. In der Höhle wurden auch iberische, römische und arabische Keramiken gefunden. Vom Abzweig (8) zur Höhle steigen wir weiter in langen Kehren den Hang hinab und treffen 10 Min. später auf den breiten Camino de Colonia (9). Hier rechts (links nach Dénia, Variante) und mit herrlichen Ausblicken auf die Küste bequem 4 km bis zur Cova del Camell (10). Der breite Weg endet kurz vor der Höhle; wir folgen dem steilen Pfad rechts die Felsen hinauf. Oben gehen wir geradeaus (11), dann gleich an einer Gabelung links. Der Pfad passiert einen Vermessungspunkt und bringt uns bald hinunter zum Hinweg zurück (2) und auf diesem links zum Ausgangspunkt (1).

Kurz vor dem Gipfel
Schon kurz vor dem Gipfel bieten sich herrliche Tiefblicke auf Xábia und das Meer.
Pfad entlang des Montgo-Kamms
Pfad entlang des Montgo-Kamms
Alleinstehende Kiefer
Eine markante Wegmarke: die allein stehende Kiefer.

2

Vall de Laguar

Gehzeit 4.00 h

C

Uralte Wegstufen wie vom Bildhauer und Felsen vom Wasser geformt

Diese Tour, eine Variante des PR-CV 147, ist auch als »La Catedral de Senderismo« bekannt. Die »Kathedrale«, bzw. »Königin unter den Wanderungen« gehört zweifelsohne zu den schönsten Touren in der Region Valencia. Während der Abstieg durch den Barranc d’Infern (dt. Höllenschlucht) nur für Klettergeübte mit angemessener Ausrüstung geeignet ist, kann man problemlos auf dem uralten Weg in die Talsohle des Río Girona absteigen und im trockenen Flussbett bis zum Eingang der engen Schlucht gehen, um die Tümpel und das Ende der abenteuerlichen Abseilroute in die tief eingeschnittene Klamm zu besichtigen. Vom Flussbett steigt man auf einem schmalen Pfad wieder den steilen Hang empor und trifft auf einen weiteren schön angelegten Stufenweg, der uns bis nach Benimaurell hinaufleitet.

Ausgangspunkt: Fleix, 438 m. Westwärts auf der CV-721 von Orba über Campell nach Fleix. Durch das Dorf und nach einer scharfen Rechtskurve auf der rechten Seite vor der Schule parken (zwei Wandertafeln). Höhenunterschied: 480 m. Anforderungen: Deutliche Wege und unbefestigte Feldwege, aber ermüdender Anstieg nach Benimaurell; etwas Kraxelei über Felsblöcken im Flussbett; teils weiß-gelbe Wegmarkierungen. Karte: IGN-CNIG 822-I. Einkehr/Unterkunft: In Fleix und Benimaurell Bars. Hotel Restaurante Alahuar bei Benimaurell (Tel.: 0034/965 583 397, www.hotelalahuar.com), Venta El Collao am Collado de la Garga westlich oberhalb von Benimaurell. Sehenswert: 1. Spektakuläre Fahrt nach Vall d’Ebo, einem kleinen Dorf mit ethnologischem Museum: von Orba auf der CV-715, dann links auf die CV-712. 2. Cova del Rull (beeindruckende, farbige, 1919 entdeckte Tropfsteinhöhle; von Vall d’Ebo 1,5 km nach Westen in Richtung La Vall d’Alcalá). 3. Pla de Petracos, Höhlenmalerei nördl. von Castell de Castells in Richtung La Vall d’Ebo. Variante: 1. Unten im Flussbett ostwärts bis zum Embalse de Isbert, einem alten Stausee; 50 Min. hin und zurück. 2. An derselben Stelle geradeaus die Treppen hinauf dem PR-CV 147 über Juvees de Dalt nach Benimaurell folgen (Wandertafeln und Wegmarkierungen). Hinweise: Ausreichend Wasser mitnehmen. Wegen der extremen Hitze im Flussbett die Tour nicht im Sommer unternehmen. Das Durchwandern der Schlucht kann auch mehrere Tage nach starken Regenfällen lebensgefährlich sein!

Von der Schule in Fleix (1) gehen wir auf der Straße in Richtung Benimaurell nach Westen. Nach wenigen Schritten folgen wir rechts hinab der schmalen Teerstraße an einem alten Waschhaus (2: »lavadero«) vorbei. Kurz danach zweigt rechts der gelb-weiß markierte Treppenweg ins Tal ab. Nach 20 Min. kommen wir durch ein großes Felsloch. Die geschickt angelegten Stufen bringen uns in die atemberaubende Welt des Vall de Laguar. Wir passieren zur Rechten einen kleinen Wasserfall (nur im Winter Wasser führend) und nach weiteren 20 Min. erreichen wir das Flussbett des Río Girona (3). Nach rechts kann man den Abstecher zum Embalse de Isbert machen. Wir jedoch gehen direkt im Flussbett nach links weiter, laufen an glattgeschliffenen Felsformationen vorbei über die weißen Kieselsteine im Barrancobett und achten nach gut 15 Min. auf ein Steinmännchen (4) mitten im Flussbett. Zwei weitere Steinmännchen links markieren unseren Aufstiegsweg. Vorher aber kraxeln wir über Felsblöcke weiter, um den Anfang der Höllenschlucht zu erforschen. Die schönen Oleanderblüten im Frühling und Sommer kontrastieren mit den weißen Felsen. Die Schlucht wird schmaler, wir balancieren nun über große, glatte Felsblöcke. Wo ein weiterer Barranco von links oben herunterkommt, biegt das Flussbett nach rechts ab, und wir erreichen in ca. 10 Min. die Tümpel. Je nachdem, wie hoch das Wasser steht, kann man sich über einige Trittbügel weiter in die Klamm vorwagen. An der Stelle, wo die Abseilroute der Kletterer den Barranc d’Infern hinabkommt (Barranc de Racons, 5; nur erfahrenen Bergsteigern vorbehalten!), müssen wir umkehren. In ca. 20 Min. bis zu dem Steinmännchen im Flussbett (4) zurück und rechts auf dem schmalen steilen Pfad den Hang hinauf (zwei orangefarbene Punkte). Nach einem Aussichtspunkt mit Tiefblicken auf den Barranc d’Infern gehen wir auf dem immer schmaleren und etwas ausgesetzten Pfad weiter und links um den mit Affodill bewachsenen Hang zu einer orangefarbenen Felswand. Der Pfad durchläuft das Talende und ist kurzzeitig überwachsen, führt dann über eine Geröllhalde und bald danach zwischen dichten Zwergpalmen hindurch. Zur Rechten sehen wir den von den Mauren angelegten Stufenweg, der von Juvees de Dalt zu unserem Pfad herunterläuft. Am PR-CV-147-Wegweiser (6) nach links in Richtung Benimaurell und im Zickzack in gut ½ Std. über den Treppenweg hinauf. Oben senkt sich der Weg leicht ab und trifft kurz darauf auf eine Teerstraße (Infotafel). Hier nach links bergab und an der Font dels Olbis (7; Picknicktisch) vorbei nach Benimaurell, dem so genannten »Corazón de la Cereza« (»Herz des Kirschenabbaus«). Wir gehen am Ortsrand links, dann rechts um das Dorf herum und an zwei Bars vorbei. Kurz nach der dritten Bar (8) biegen wir scharf links ab. (Oder nächste Straße links, am Waschhaus vorbei und auf dem Sträßchen in rund 30 Min. zurück nach Fleix). Die Betonstraße wendet sich weiter unten nach rechts, dann nach links. Hier gehen wir geradeaus auf dem Feldweg (9) weiter, der bald in einen Pfad übergeht. An einer T-Kreuzung biegen wir links in die Teerstraße (10) ein und wandern gemütlich weiter bergan, kommen schließlich am Waschhaus (2) vom Hinweg vorbei und in knapp 5 Min. nach Fleix (1) zurück.

Treppenweg
Die einst von den Arabern angelegten Treppen führen tief hinunter ins Tal.
Steinmännchen
Eine natürliche Felsskulptur und Oleanderblüten im Flussbett.

3

Cavall Verd

Gehzeit 3.15 h

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Eine spektakuläre Kammwanderung mit historischem Hintergrund

Cavall Verd (sp. Caballo Verde, Grünes Pferd) ist der valencianische Name dieses Bergrückens, der auf der Penya Roig (sp. Peñón Rojo, Roter Fels) endet. Der Cavall Verd ist eigentlich der östlichste Teil des 6 km langen Bergzuges, der auf Karten auch als Serra del Penyó (sp. Sierra del Peñón) benannt ist. Diese Wanderung führt von Benimaurell auf den markanten Höhenzug, der zwischen den zwei höchsten Punkten wie ein Reitsattel aussieht. Hier fand einst eine Schlacht statt. Als Felipe II. 1609 die endgültige Vertreibung der Mauren befahl, suchten die letzten im Vall de Laguar verbliebenen Unterschlupf in der Burg auf der Penya Roig. Einer uralten Legende nach sei ein maurischer Ritter auf einem grünen Ross ausgeritten, um sie zu retten. Doch sie mussten sich schließlich ergeben und wurden vom Hafen von Dénia aus nach Afrika verschifft. Eine andere Legende berichtet hingegen von einem Massaker auf dem Berg.

Ausgangspunkt: Benimaurell, 540 m. Von Fleix (siehe Tour 2) westwärts auf der CV-721. In der Nähe der Gabelung am Dorfeingang parken. Höhenunterschied: 370 m. Anforderungen: Leichter Pfad bis zum Bergrücken, etwas Kraxelei im zweiten Teil des Grats. Gelb-weiße Markierung des PR-CV 181. Karte: IGN-CNIG 822-I. Einkehr: Bars in Benimaurell; Restaurante El Collao westlich von Benimaurell am Collado de Garga. Sehenswert: Der von den Mauren angelegte Treppenweg ins Tal des Río Girona bei Fleix (Tour 2). Hinweis: Je nach Karte oder Quelle findet man unterschiedliche Ortsbezeichnungen, wie etwa Penyó Roig statt Penya Roig oder Serra del Penyó Roig, oder Vert statt Verd.

Bei der Gabelung am Ortsrand von Benimaurell gehen wir links hinauf (Schild »Centre Urbà«), an einem kleinen dreieckigen Platz vorbei und in die erste Straße links (1; PR-CV-Wegmarkierung an der Mauer am Straßenende). Wir folgen der Straße bergan nach Süden bis zu einem Pfad (2), der nach rechts abbiegt (Wegweiser »Collao de Garga«; der Weg geradeaus führt auch zum Bergrücken (5) hoch). Der Pfad steigt anfangs noch unter Bäumen ein paar uralte Treppen hinauf. Dann verläuft er zwischen Terrassenmauern bis zu einer Haarnadelkurve der Straße zum Collado de Garga führenden Straße. Hier gehen wir links und gleich wieder links (Wegweiser) auf einen schmalen Pfad, der zu einem Haus leitet. Hier rechts und an der Gabelung (3) links hinauf. Der schöne Weg führt durch im März mit weißen Gänseblümchen bedeckte Feldterrassen. 45 Min. ab Start erreichen wir eine Verzweigung am Berggrat (4; schöner Rastplatz). Wir gehen links am Schild »Cavall Vert, 4,3 km« vorbei. Kurz unterhalb des Grats umrundet der wunderschöne Bergpfad den Südhang mit weiten Aussichten auf die Küste und die Gipfel im Süden. Nach einer guten Stunde gelangen wir zu einem Wegweiser (5). Weiter geradeaus geht unser Abenteuer nun erst richtig los. Die restliche Gratwanderung erfordert Trittsicherheit, und mit dem steten Auf und Ab über Felsen ist sie viel anspruchsvoller als der bisherige Weg. Zweimal ist etwas Kraxelei erforderlich: Erst geht es mit Hilfe der Hände an einem Felsanstieg bergauf, dann an einer mit einem Seil gesicherten Felsstufe (6) hinunter. Schließlich steigen wir zu einem Sattel (7) kurz vor der Penya Roig ab (Wegweiser). Hier nach links auf einen steilen, mit losen Steinen bedeckten Pfad, der in Serpentinen zu einer unbefestigten Straße hinunterführt. Hier wieder links und vor einer Schranke (8) gleich rechts auf einen schmalen Pfad, der steil im Zickzack zu einem befestigten Fahrweg abfällt. Auf dieser nach links kommen wir nach rund 400 m an der Font del Penyó (9) vorbei und weiter nach Westen stoßen wir an der Font del Cambesot (10) auf die Landstraße CV-721. Hier gehen wir links und wandern in knapp 15 Min. (750 m) leicht bergauf zurück nach Benimaurell (1).

Cavall Verd
Vom Gipfel des Cavall Verd hat man eine herrliche Aussicht, die bei guter Sicht sogar bis zum Meer reicht.

4

Penyal Gros, 854 m, auf der Serra de la Foradà

Gehzeit 2.30 h

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Einmalig schöne Kammwanderung in einer abgelegenen Region

Das Tal Vall d’Alcalá war im 13. Jh. unter Führung von Al-Azraq das Hauptzentrum des arabischen Widerstands gegen Jaume I. Die Tour führt an einer maurischen Dorfruine vorbei, steigt die Serra de la Foradà (Sierra Foradada, etwa »durchlöcherter Berg«) bis kurz unter ein Felsenfenster empor und verläuft dann weiter am Bergrücken entlang, an dem 2009 leider ein großer Waldbrand wütete.

Ausgangspunkt: Alcalá de la Jovada, 638 m, an der CV-712 zwischen Planes und Vall d’Ebo; neben dem Freibad parken (Wandertafel an der Ecke). Höhenunterschied: 270 m. Anforderungen: Mittelschwere Wanderung im Auf und Ab am Bergrücken entlang. Wegen des Brands im Jahr 2009 wenige Wegmarkierungen. Karte: IGN-CNIG 821-II. Einkehr/Unterkunft: In Alcalá de la Jovada Campingplatz und Restaurant (Mo geschlossen), Rest./Bar Pepa am Freibad, Casa Rural/Rest. La Font d’Alcalà. Sehenswert: 1. Das ehemals maurische Dorf L’Atzuvieta (auch Adsubia; 13. Jh., 1610 von den Mauren verlassen, bis ins 18 Jh. u. a. als Viehställe genutzt). 2. Nevera de Baix (gut erhaltene Schneegrube vom Ende des 18. Jh.) an der CV-712 östl. von Alcalá de la Jovada. 3. Büste und Bronzebrunnen des unter dem Spitznamen Al-Azraq (»der mit den blauen Augen«) bekannten Maurenführers in Alcalá de la Jovada. Tipp: Beim Abstieg sind Wanderstöcke hilfreich.

Von der Wandertafel in Alcalá de la Jovada (1) gehen wir auf der CV-712 nach Nordosten und die zweite Straße (2) nach links hinunter. Vorbei an der Kläranlage gelangen wir nach L’Atzuvieta (3), die in dieser Gegend am besten erhaltene Siedlung aus der maurischen Epoche; der Abstecher in die sehenswerten Ruinen des Dorfs lohnt sich. Gleich danach biegen wir rechts in eine schmale, nur anfangs geteerte Straße ein; rechter Hand ist auf der anderen Seite der Hauptstraße die Nevera de Baix (Schneegrube) zu erkennen. An der wenig später folgenden Gabelung (4) steigen wir links auf dem felsigen Weg (rechts nach Vall d’Ebo) empor, direkt auf den Bergrücken zu. Beim Mas del Metge (5; auf den Landkarten meist falsch verortet) folgen wir dem Weg nach rechts und an der Gabelung links hinauf zur Grathöhe, in der das Felsenfenster nun zum ersten Mal in Sicht kommt. Oben erwartet uns ein atemberaubender Tiefblick auf das Vall de Gallinera. Zur Rechten sehen wir den in den Fels gehauenen Treppenweg hinunter ins Gallinera-Tal (der PR-CV 167 führt nach Norden in steilen Serpentinen in dieses Tal hinein). Wir gehen weiter links zu einem Schild (6; Abstecher rechts zum Felsenfenster »La Foradà«), und auf dem schmalen Pfad am Bergrücken weiter hinauf. Dann steigen wir über Felsplatten zu einem Sattel hinab und halten auf den nächsten Aufschwung des Bergrückens zu. Wieder bergab gelangen wir zu einer Mauer (7) und auf der anderen Seite abermals bergauf (Steinmännchen) in Richtung Penyal Gros mit seinen überhängenden Felsen, Höhlen und interessanten Verfaltungen. Wir steigen gemütlich zur Kammhöhe an und gehen dort nach rechts zum Gipfel des Penyal Gros (8; 854 m), wo uns ein einmaliges Panorama erwartet: Nach Norden sieht man Alpatró im Gallinera-Tal, dahinter die Sierra de la Safor, im Nordwesten den steil aufragenden Benicadell, im Süden die Zacken der Serrella und den Gipfel der Aitana, bei klarer Sicht auch die Silhouette des Montgó im Südosten. Nun ziemlich steil hinab und wieder hinauf zum letzten Gipfel, wo der Weg endet. Am Steinmännchen (9) biegen wir links ab und gehen geradeaus an einem weiteren Steinmännchen vorbei zur Bergkante. Wir steigen nun weglos über teils lose Steine steil hinab auf eine Hausruine zu. Unten schwenken wir nach rechts zu einem schmalen Pfad (10), der nach links zum Beginn eines Betonwegs leitet. Bei der Verzweigung weiter unten gehen wir links und in rund 15 Min. am Campingplatz vorbei zum Ausgangspunkt (1).

Am Steinmännchen
Blick nach Osten entlang der Serra de la Foradà

5

Ermita del Santo Cristo, 587 m

Gehzeit 3.00 h

7

Mühlen, Kirschbäume und eine Kapelle

Nordöstlich von Planes befindet sich der eindrucksvolle Barranc de l’Encantada, das Tal der Verzauberten. Auf der Wanderung genießen wir imposante Tiefblicke in die zerklüftete Schlucht hinab, spazieren auf der knapp 700 m hohen Sierra Cantalar durch Kirschhaine und wandern dann über uralte Treppenwege mit schönen Rückblicken auf den Embalse de Beniarrés an der aussichtsreich gelegenen Kapelle vorbei.

Talort: Planes, 449 m. Ausgangspunkt: Ca. 2 km östl. von Planes an der CV-700, Abzweig links kurz vor der Brücke Pont de les Calderes, 490 m; in der Nebenstraße parken. Höhenunterschied: 320 m. Anforderungen: Steiler Anstieg zur Ermita und auf dem Rückweg bis zum Sattel. Karte: IGN-CNIG 821-II. Einkehr/Unterkunft: In Planes. Sehenswert: 1. Die Kapelle (19. Jh). 2. Das malerisch gelegene Margarida an der CV-700. 3. Das befestigte Dorf Planes mit der Burg aus dem 11. Jh. Tipp: In den letzten Jahren sind viele der Fahrwege befestigt worden. Die Tour ist aber dennoch sehr empfehlenswert, besonders bei schönem Licht am Tagesende.

Die Wanderung beginnt an der Infotafel an der Pont de les Calderes (1) auf Höhe des linken Flussufers. Nach ca. 5 Min. führt das Sträßchen an einem grünen Teich vorbei leicht bergab in ein hübsches Tal, das sich zur Schlucht verengt. Wilder Knoblauch wächst am Straßenrand, und wir hören das Wasser unter den großen Felsbrocken fließen und das Quaken der Frösche unten im Teich. Wir passieren einen Treppenweg (2), der zum Fluss und zu einem Wasserfall hinunterführt (unten kann man dann auch nach links am Fluss weitergehen und an der Straße nach links zur Verzweigung (3) hinauf). Wo die Straße steil nach rechts unten ins Tal führt, nehmen wir die Forststraße (3) nach links und gehen am Zugangstor der Villa Mónica vorbei. Dann auf dem Pfad rechts hinab und unten geradeaus am Feldrand zu einem verfallenen Haus. Dahinter an einer Verzweigung rechts hinab und an einem kleinen Hirtenunterschlupf vorbei. Ein Pfad leitet bis zu einer Mühle hinab, wir aber gehen geradeaus weiter, bis der Weg nach rechts schwenkt und auf die mit Efeu bedeckte Ruine der Molí del Barranc de l’Encantada (4) zusteuert. Hinter der gegenüberliegenden Casita gibt es einen schönen Aussichtspunkt auf die schmale, vom Fluss tief eingeschnittene, auch als el Clot del Molí bekannte Schlucht. An der folgenden Gabelung gehen wir rechts empor und am Rand der Schlucht entlang bis zu einem eingezäunten Haus. Unmittelbar danach erreichen wir das Kirschbaumgebiet, wo im Mai große, köstliche Kirschen geerntet werden. An einem asphaltierten Fahrweg am Morro de la Encantada (5) biegen wir links ab und genießen beim Abstieg weite Ausblicke nach Westen auf den Embalse de Beniarrés und dahinter die Sierra de Benicadell. Der Weg führt in knapp ½ Std. zur Landstraße Planes – Beniarrés hinab. Hier nach links und am 1-km-Stein scharf links auf einen steilen, anfangs betonierten Treppenweg (6), der kurvenreich in 20 Min. an Kreuzwegstationen vorbei bis zur aussichtsreich gelegenen, von Zypressen und Zedern umgegebenen Anlage der Ermita del Santo Cristo (7) hinaufleitet. Wir folgen der Asphaltstraße mit weiten Blicken auf den See und Beniarrés mit seiner auffallenden Kirche bergab. ¼ Std. nach der Kapelle gehen wir bei der Kreuzung (8; Infotafel) nach links (rechts: Planes; geradeaus: eine asphaltlose Alternative). Ein steiler Anstieg bringt uns in 10 Min. zu einem Sattel (9) mit Tiefblick in den Barranco im Nordosten und auf die Ermita und Planes im Südwesten. Die Straße steigt wieder an, umrundet die Oliven- und Mandelterrassen, und senkt sich wieder hinab. Das Dorf Catamarruc kommt im Süden in Sicht. Ca. 1,5 km/20 Min. nach einem Häuschen mit Palme (von rechts die alternative Route) erreichen wir die Hauptstraße und auf ihr nach links den Ausgangspunkt (1).

Ermita del Santo Cristo
Ermita del Santo Cristo

6

Sierra de la Safor

Gehzeit 4.30 h

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Auf den Spuren einer alten Eisenbahnlinie

Die Tour verläuft anfangs auf einer 1893 von einer englischen Firma gebauten Eisenbahntrasse neben dem Río Serpis. Mit dem »Tren de los Ingleses« (Engländerzug) wurden Waren aus der Industriestadt Alcoi (u. a. Produktion von Zigarettenpapier) zur Verschiffung nach Gandía transportiert. 1969 gab man die Linie, die durch acht Tunnel verlief, auf und demontierte die Gleise. Unsere Route durchquert nur einen Tunnel, erklimmt dann die bewaldeten Hänge der Sierra de la Safor und kehrt durch ein trockenes Bachbett nach L’Orxa zurück.

Ausgangspunkt: L’Orxa (auch: Lorcha), 262 m. Wandertafel an der CV-701 an der Ostseite des Ortes. Anfahrt von Westen über Muro de Alcoy oder von Süden über die Berge des Vall de Gallinera. Höhenunterschied: 450 m. Anforderungen: Anstrengender Anstieg zur Forststraße und auf den Bergrücken; schmaler Steinpfad neben und teils im Bachbett. Gelb-weiße PR-CV-207-Wegmarkierungen. Karte: IGN-CNIG 795-IV. Einkehr/Unterkunft: In L’Orxa; Schwimmbad; www.casarurallatrinquetera.es. Sehenswert: Das maurische Castell de Perputxent aus dem 12./13. Jh.

Von der Wandertafel in L’Orxa (1) folgen wir etwa 1 km der Hauptstraße zur Brücke (2) hinunter. Gleich nach der Brücke biegen wir rechts in Richtung Castell de Perputxent ab und gehen rechts an einer verlassenen Papierfabrik vorbei. Der erdige Weg bringt uns zur alten Eisenbahnlinie (3) am Río Serpis. Wir folgen ihr nach rechts und durchqueren nach insgesamt knapp 1 Std. einen Tunnel (4) mitten in der dramatischen Felslandschaft. Vorbei an einer alten Wasserkontrollstation gelangen wir zu einer Gabelung (5) und nach rechts zur Fábrica de la Llum (6). Wir überqueren den Fluss, steigen links hinauf und biegen nach wenigen Schritten in den schmalen Erdpfad nach rechts oben ein (Schild, geradeaus: Villalonga). Er gewinnt schnell an Höhe und zieht steil zwischen Zwergpalmen und Baumheide im Zickzack hinauf. Der Pfad ist teils ausgewaschen und wir achten gut auf die Wegführung. Dann biegt der Pfad scharf links ab, verflacht sich und gibt die Aussicht auf den Benicadell frei. Dann folgt ein anstrengender Aufstieg von ca. 30 Min. zur Kurve einer Forstpiste (7; rechts zum Refugio an der Font de la Serquera hinunter). Wir steigen die langgezogenen Kehren der Forststraße nach links steil bergan und erreichen nach 2,2 km auf der Anhöhe eine asphaltierte, ebene Straße. Nach rechts gelangen wir in knapp 15 Min. zum Wegweiser (8) in Richtung Font dels Olbis und in 10 Min. zum schön gelegenen Picknickplatz (9) selbst. An der Quelle vorbei steigen wir zwei Stufen hinauf. Die gelb-weißen Wegmarkierungen führen geradeaus zum Gipfel der Sierra de la Safor (1½ Std.), wir aber biegen nach rechts (auch markiert) in einen schmalen ebenen Erdpfad ein, der bald im Zickzack über lose Steine in den Barranc de Bassiets hinabzieht, wo wir das trockene Bachbett überqueren. Wir treffen auf einen Fahrweg (10; links Font de Bassiets, 15 Min.). Hier rechts in etwa 5 Min. hinauf bis zu einer Abzweigung nach links unterhalb der Casa del Felsonar (11). Anfangs führt der Pfad über einen steilen Felsabschnitt, später zieht er sich bequem an der steilen Schlucht entlang und steigt im Zickzack zu einem trockenen Bachbett ab. Auf der gegenüberliegenden Seite geht es wieder bergauf und wir folgen dem teils ausgewaschenen Pfad, der sich mitunter verliert, durch das Bachbett. Nach einer längeren Passage gelangen wir durch ein Gebüsch über schlammiges Gelände zu einer offenen Fläche. Wir halten auf die Staumauer zu und steigen die Treppen zur linken Seite hinauf und gehen rechts zurück nach L’Orxa (1).

Rio Serpis
Rio Serpis