SCORPIO

INHALT

Dank

Einführung von Sting

Vorwort von Russell Brand

Teil eins

PLANETARE INITIATION

1. Das Haus abbrennen

Revolution aus Spaß

Systemänderung

Klimachaos

Hurrikan Sandy

Höhenflüge

El Día de los Muertos oder der Tag der Toten

Was passiert als Nächstes?

Psi-Kräfte

Prophezeiungen

Rebellion und das Heilige

2. Ekstatischer Kontakt mit dem Kosmos

Ein kollektives Übergangsritual

Der präfrontale Kortex

Meine Reise

Biozentrismus

Sex und Drogen

Globaler Neustart

Vom Wettbewerb zur Kooperation

Die Noosphäre

Teil zwei

FESTE GRENZWERTE

3. Veränderungen der Erde

Furcht oder Gleichgültigkeit?

Planetarische Grenzen

Biodiversität

Globale Erwärmung

Rückkopplungseffekte

Arktisches Methan

Wem geben wir die Schuld?

Stickstoff

Landnutzung

Trinkwasser

Versauerung der Meere

Umweltgifte

Die Verschmutzung mit Aerosolen

Was sollen wir tun?

Teil drei

REGENERATIVE LÖSUNGEN

4. Energie

Wie schaffen wir den Übergang?

Vollständige Dekarbonisierung

Die solare Einzigartigkeit

Das Internet der Energie

Brennstoff auf der Basis von Algen

Die Kernkraft

Kalte Fusion und Nullpunktenergie

Den Energiewandel schaffen

5. Landwirtschaft

Fleisch

Was können wir jetzt tun?

Hightech- und Lowtech-Innovation

Die Gentechnik

Die Veränderung des Ernährungssystems

6. Industrie

Unternehmen

Innovation oder Veränderung?

Die Geschichte des Materials

Was machen wir?

Die Zukunft erfinden

Ökostädte

Wasser und Abfall

Industrielles Design und Ästhetik

Zusammenfassung

Teil vier

GOTT, LIEBE UND REVOLUTION

7. Mythologie

Die älteren Brüder

Die spirituellen Welten

Die kosmische Illusion

Technik ist Bewusstsein

8. Liebe

Sexualität ist eine Weltmacht

Sex – die wahre Geschichte

Der unerlöste Eros

Ein heilendes Biotop

Verbundenheit

9. Rebellion

Die Occupy-Bewegung

Reform oder Revolution?

Demokratie und Anarchie

Spontane Evolution

Okkulte Verschwörung

Pronoia

10. Revolution

Das Versprechen der Politik

Die Krise ist eine Chance

Revolution 2.0

Das Venus-Projekt

Die dauerhafte Revolution

Der fabrizierte Verstand

Teil fünf

POSTKAPITALISMUS: EIGENTUM, GELD UND MACHT

11. Besitztrance

Das Problem mit dem Eigentum

Was sollen wir tun?

Verwalter und Nutznießer

12. Das Geldproblem

Was stimmt mit dem Geld nicht?

Die Herren des Universums

Geld ist ein Designproblem

Reformistische Ansätze

Systemwandel

Was kommt nach dem Geld?

13. Macht und Führung

Die Weisheitsrevolution

Aufstand der Massen

Zwei Arten der Macht

Die flüssige Demokratie

Nachwort

FAZIT UND HANDLUNGSPLAN

Fazit: Was können wir jetzt tun?

Vereinigen

Soziale Netzwerke

Die ökologische Neugestaltung

Wir sind der Superorganismus

Festival Erde

Das Äußere des Innenraums

Lektüreempfehlungen

Register

DANK

Ich möchte einer Reihe von Menschen danken, die auf verschiedenste Weise zu diesem Buch beigetragen haben. Allen voran danke ich meiner Mutter Joyce Johnson, die mir bei der Redaktion dieses Buchs eine große Hilfe war. Ich staune, wie viel ich in dieser späten Arbeitsphase noch von ihr lernen konnte.

Ich bin auch Phil Jourdan, meinem Lektor beim Watkins Verlag, zu Dank verpflichtet – seine Hilfe war unendlich wertvoll. Ich bedanke mich bei Jo Lal, der Verlegerin von Watkins, für ihre Sorgfalt und Aufmerksamkeit. Und ich danke den vielen Menschen, die mit mir am Zentrum für planetare Kultur (www.planetaryculture.info) zusammengearbeitet haben, einem von mir ins Leben gerufenen Thinktank. Gemeinsam haben wir es geschafft, ein regeneratives Gesellschafts-Wiki zu entwickeln (http://planetaryculture.com/wiki/index.php?titel-Main_Page), das mir einige fachliche Impulse für dieses Buch geliefert hat. Dazu beigetragen haben unter anderem Paula Santa Rosa, Ashley Taylor, David Morgan, Rachel Shearer, Mark Chasan, Ester Kim, Ryan Patrick, Harper Cowen, Rachel Wong und Jessie Brinton. Aber auch meinen Managern Jonny und Alison Podell und meinem Agenten Bill Gladstone bin ich zu großem Dank für ihre stetige Unterstützung verpflichtet.

Ich bin zutiefst dankbar für den Input und die Ermutigungen von Freunden, die verschiedene Fassungen dieses Buchs lasen, sie kommentierten und mir hilfreiche Anregungen gaben, darunter David Sauvage, Alnoor Ladha, Ryan Wartena, Schuyler Brown und Mitch Mignano.

Weitere wertvolle Unterstützung erhielt ich von Bob Eisenberg, Laura Hoffmann und Luke Weil. Ich möchte auch meinen Unterstützern von Patreon danken, die mir in einer schwierigen Zeit hilfreich zur Seite standen.

EINFÜHRUNG

von Sting

Unsere entfernten Vorfahren hätten wohl nie das Meer verlassen, wenn es vor gut 400 Millionen Jahren keine ökologische Krise gegeben hätte, die sie im Lauf von Generationen zwang, an Land zu gehen. Beim Blick auf die Geschichte unserer Spezies wird deutlich, dass wir uns nur durch Krisen weiterentwickeln. Wir machen auf individueller wie kollektiver Ebene nur dann Fortschritte, wenn wir uns außerhalb unserer Komfortzone befinden. Die Chronik der Entwicklung des Lebens auf Erden ist voll von kurzlebigen Arten, die sich den Veränderungen nicht anpassen konnten.

Und wir Menschen sind durch unseren zerstörerischen Einfluss auf den Planeten auf dem besten Wege, zu einer weiteren Spezies auf dieser Liste zu werden. Vielleicht braucht die Erde mal eine Pause von ihren krank machenden Gästen.

Daniel Pinchbecks Buch How soon is Now? befasst sich mit der enormen Diskrepanz zwischen den Auswirkungen unseres Tuns und der ökologischen Tragfähigkeit unserer Erde. Insgeheim wissen wir alle, dass der aktuelle Zustand nicht mehr lange aufrechterhalten werden kann, gibt es doch bereits zahlreiche Anzeichen des Zerfalls.

Während ich dies schreibe, befindet sich Großbritannien noch im Schockzustand nach dem »Brexit«. Der EU-Austritt des Vereinigten Königreichs kommt zu einer Zeit, in der die ganze Welt Einheit bräuchte, in der ein Angst schürender, die Klimaveränderung leugnender Milliardär der nächste Präsident der Vereinigten Staaten wird und in Alaska der Sommer früher kam als je zuvor. Was auch immer am Ende die Folgen dieser Ereignisse sein werden, sie zeigen uns, dass wir nicht länger so weitermachen können wie bisher. Was uns heute als »normal« erscheint, wird keinen Bestand mehr haben. Und wir werden uns nicht mehr auf unsere zusammenbrechenden Institutionen verlassen können.

Daniel Pinchbecks Buch liefert uns den Kontext, den wir brauchen, um das Chaos und die Turbulenzen unserer Zeit zu verstehen. Für mich ist die Essenz dieses Buchs die Tatsache, dass die biosphärische Notlage, mit der wir heute konfrontiert sind, schon in unserer DNA angelegt ist. Sie zwingt uns, als Spezies einen evolutionären Sprung zu machen. Mich überzeugt seine Art und Weise, unsere Gefahrenlage zu betrachten, die weit über die flache und abgegriffene Rhetorik der politischen Parteien hinausgeht. Vielleicht liegt die Wurzel vieler, wenn nicht gar all unserer Probleme in einem mangelnden Verständnis der Realität, mit der wir heute konfrontiert werden.

Viele Wissenschaftler, die sich mit der globalen Erwärmung beschäftigen, sind davon überzeugt, dass wir kurz vor dem Punkt stehen, an dem es kein Zurück mehr gibt. Obwohl die meisten von uns das Offensichtliche nicht wahrhaben wollen, brauchen wir jetzt den Mut, der Realität ins Auge zu blicken – nicht nur um unserer selbst willen, sondern auch für unsere Kinder und Enkel, die ebenfalls von der Klimaveränderung betroffen sein werden.

Was ich an diesem Buch sehr schätze, ist, dass es nicht mit erhobenem Zeigefinger daherkommt, was strategisch viel effektiver sein könnte als das übliche Benennen von Schuldigen. Auch wenn wir die Verursacher der schlimmsten Schäden nicht ungeschoren davonkommen lassen können, ist der wichtigste Punkt doch der, dass wir alle Teil desselben Systems sind – eines Systems, das neu gestaltet werden muss.

In How soon is Now? zeigt Daniel, dass trotz aller realen Gefahren auch große Potenziale und Chancen in der heutigen Zeit liegen. Wir können diese Chancen jedoch nur dann nutzen, wenn wir den Mut haben, uns den Bedrohungen zu stellen, die unsere Existenz auf diesem Planeten gefährden, und gemeinsam dagegen vorgehen.

Sting, im Juli 2016

VORWORT

von Russell Brand

Ich bin Daniel zum ersten Mal im Rahmen seines Dokumentarfilms »2012 – Time for Change« begegnet. Ich interessierte mich damals für die allgegenwärtigen Theorien, die das Jahr 2012 – das Ende eines 5125 Jahre währenden Zyklus des Maya-Kalenders – als eine Art apokalyptischer Schwelle ansahen. Daniel hingegen betrachtete dieses prophetische Datum als Gelegenheit für ein neu erwachendes Bewusstsein und einen globalen Neuanfang – einen Neustart, der in unseren eigenen Händen liegt.

In Daniels Film fand ich eine Menge wegweisender Informationen über alternative soziale Systeme, ökonomische Modelle und neue Denkweisen. Dabei stieß ich auf die weitsichtigen Ideen des Freidenkers und Gesellschaftsgestalters Buckminster Fuller, der bereits 1969 deutlich machte, dass die Menschheit nun vor der Wahl stünde: Auslöschung oder Utopie. Der Film hat mich in vielerlei Hinsicht berührt, und so beschloss ich, Kontakt zu Daniel aufzunehmen.

Wie Daniel begann ich zu verstehen, dass wir zunächst eine Art Bewusstseinsrevolution und eine grundlegende Veränderung unserer Gesellschaftsordnung brauchen. Nur so können wir den raschen Rückfall in den primitiven Autoritarismus verhindern, der uns heute bedroht, und den ökologischen Super-GAU abwenden. Ich stimme mit ihm überein, dass wir nicht nur eine Veränderung unseres politischen und sozialen Systems benötigen, sondern primär eine spirituelle Lösung – erst dann kommt das Politische.

Doch das hat die traditionelle Linke noch immer nicht verstanden. Die herkömmlichen Häuptlinge der Linken sind Atheisten, die die sozialistische oder postkapitalistische Zukunft als unabänderlich gottlos betrachten. Seit dem vergangenen Jahrhundert herrscht der Glaube, dass wir Religion, Hingabe und jede Vorstellung von Gott ablehnen und verwerfen müssen. Doch sobald wir jegliche Art der heiligen Beziehung zur Erde und dem Kosmos aufgeben, bleibt nur eine deprimierend flache Wirklichkeit zurück. Der Nihilismus, der dieser Weltanschauung innewohnt, führt dann unvermeidlich zu Sucht, Egoismus und anderen Wahnvorstellungen.

Wenn wir der Spiritualität erneut Raum in unserer Weltanschauung geben, müssen wir die Beziehungen unter uns Menschen und zu unserem Planeten in den Vordergrund stellen. Buckminster Fuller hat kurz und bündig skizziert, was unsere kollektiven Ziele sein sollten: »die Welt für 100 Prozent der Menschen in möglichst kurzer Zeit lebenswert machen, durch spontane Kooperation und ohne ökologische Schäden oder Nachteile für Einzelne«. Wäre das nicht schlichtweg vernünftig, angesichts des rasant wachsenden Einflusses von Technologie und Kommunikationsnetzwerken, die die Menschheit in Sekundenschnelle miteinander verbinden können?

Wie Daniel in How soon is Now? feststellt, sind die meisten Menschen im postindustriellen Westen zu Gefangenen eines sinnlosen Komforts geworden. Wir leben als Menschheit ohne einen uns vereinenden Mythos. Auch der vergleichende Mythologe Joseph Campbell hat gezeigt, dass all unsere globalen Probleme auf einem Mangel an sinnvollen Mythen beruhen. Was für eine grundlegende Einsicht! In diesem Buch möchte Daniel einige Elemente einer neuen mythischen Struktur anbieten, verbunden mit einem konkreten Plan für die Zukunft. Seine Ideen basieren auf dem Schamanismus indigener Völker, der Quantenphysik, der Evolutionsbiologie sowie aktuellen Entwicklungen in den Bereichen Energiegewinnung, Nachhaltigkeit und industriellem Design. Er hat die Vision eines Systems, das mehr auf Kooperation denn auf Wettbewerb beruht und das unseren Kindern und Enkeln ein Leben in relativem Frieden und Harmonie ermöglicht, ohne das fragile Ökosystem weiter in rasantem Tempo zu zerstören.

Durch meine eigenen Erfahrungen im Yoga und der Meditation habe ich mich einer mystischen Sicht des Universums immer mehr geöffnet. Ich glaube, je mehr Bewusstsein wir entwickeln, desto mehr Gelegenheiten – und auch Verantwortung – haben wir, jeden Menschen so zu behandeln, als sei er göttlich – weil wir um das Göttliche in ihm wissen. Der christliche Mystiker Emmet Fox schrieb: »Egal wie ein Mensch handelt, in ihm spricht Christus zu dir.« Christus als Archetyp des Höheren Selbst, das jeder von uns in sich trägt und das uns als Spezies zu eigen ist.

Daniel hat die großartige Fähigkeit, auf präzise Weise Informationen zu vermitteln und komplexe Ideen leicht zugänglich zu machen. Manche seiner Konzepte mögen im ersten Moment Widerspruch hervorrufen. Zum Beispiel sein Ansatz, Mitgefühl für Kapitalgesellschaften zu entwickeln und zu begreifen, dass auch multinationale Konzerne trotz ihres oft zerstörerischen Einflusses Teil unserer Evolution sind und auch zum Guten eingesetzt werden können. Das mag einigen von uns nicht gefallen. Ich halte dies jedoch für eine gute Sache. Wenn man in einer Sackgasse steckt, sind es oft die auf den ersten Blick absurd erscheinenden Ideen, die eine mögliche Lösung bieten. Es ist doch offensichtlich, dass uns die althergebrachte Sicht auf die Dinge nicht weiterhilft. Wir brauchen neue Ideen und Einsichten.

Die spirituelle Gegenkultur und die New-Age-Bewegung der vergangenen Jahrzehnte haben sich der Kraft der Gegenwart zugewandt und dem Erwachen des Bewusstseins. So weit, so gut. Nun müssen wir jedoch einen Schritt weitergehen. Als neuen Mythos für unsere heutige Zeit schlägt Daniel vor, die vielschichtige Krise unserer Zivilisation als Weckruf und Chance zur Initiation zu begreifen. Wir können uns auf die große Aufgabe konzentrieren, die Fuller uns gestellt hat: die Welt auf umfassende Weise für alle lebenswert zu machen.

Obwohl wir uns dessen noch nicht gewahr sind, durchleben wir bereits eine Reihe an Revolutionen, die immer schneller aufeinander folgen. Die Agrarrevolution, die die Jäger- und Sammlerkultur der Steinzeit beendete, erstreckte sich über Jahrtausende, die industrielle Revolution nur noch über Jahrhunderte, und die digitale Revolution über Jahrzehnte. Nun kommt die spirituelle Revolution, und wir müssen handeln – jetzt sofort.

Teil eins

PLANETARE INITIATION