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Lilian Darcy, Karen Rose Smith, Patricia Kay, Brenda Harlen

BIANCA EXTRA BAND 39

IMPRESSUM

BIANCA EXTRA erscheint in der HarperCollins Germany GmbH

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© Deutsche Erstausgabe in der Reihe BIANCA EXTRA
Band 39 - 2016 by HarperCollins Germany GmbH, Hamburg

© 2013 by Lilian Darcy
Originaltitel: „The Baby Made at Christmas“
erschienen bei: Harlequin Enterprises Ltd., Toronto
in der Reihe: SPECIAL EDITION
Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.
Übersetzung: Tatjána Lénárt-Seidnitzer

© 2015 by Karen Rose Smith
Originaltitel: „The Cowboy’s Secret Baby“
erschienen bei: Harlequin Enterprises Ltd., Toronto
in der Reihe: SPECIAL EDITION
Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.
Übersetzung: Anna-Pia Kerber

© 2016 by Patricia A. Kay
Originaltitel: „The Girl He Left Behind“
erschienen bei: Harlequin Enterprises Ltd., Toronto
in der Reihe: SPECIAL EDITION
Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.
Übersetzung: Rainer Nolden

© 2016 by Brenda Harlen
Originaltitel: „Two Doctors & a Baby“
erschienen bei: Harlequin Enterprises Ltd., Toronto
in der Reihe: SPECIAL EDITION
Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.
Übersetzung: Charlotte Gatow

Abbildungen: Harlequin Books S.A., alle Rechte vorbehalten

Veröffentlicht im ePub Format in 12/2016 – die elektronische Ausgabe stimmt mit der Printversion überein.

E-Book-Produktion: GGP Media GmbH, Pößneck

ISBN 9783733733483

Alle Rechte, einschließlich das des vollständigen oder auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten.
CORA-Romane dürfen nicht verliehen oder zum gewerbsmäßigen Umtausch verwendet werden. Sämtliche Personen dieser Ausgabe sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig.

Weitere Roman-Reihen im CORA Verlag:
BACCARA, JULIA, ROMANA, HISTORICAL, MYSTERY, TIFFANY

 

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LILIAN DARCY

Sag mir, dass es Liebe ist!

Seit Mac am Heiligabend mit der süßen Lee geschlafen hat, geht sie ihm nicht mehr aus dem Kopf! Drei Monate später sieht er sie endlich wieder – und erlebt die größte Überraschung seines Lebens …

KAREN ROSE SMITH

Ein Baby für den Abenteurer

Eine Verletzung führt Rodeo-Star Ty zurück in die Heimat. Als er seine ehemalige Geliebte Marissa wiedertrifft, wird ihm klar, dass er sich entscheiden muss: Freiheit und Abenteuer oder Ehe und Familie?

PATRICIA KAY

Im Gleichklang unserer Herzen

Wie gern würde Adam die Beziehung zu seiner Jugendliebe Eve erneuern. Denn mittlerweile ist ihm klar: Ohne Eve kann er nicht sein! Doch obwohl sie mit ihm flirtet, scheint Eve seltsam distanziert …

BRENDA HARLEN

Dr. Wallace vor den Altar, bitte!

Eine Nacht mit Avery ist Justin nicht genug! Und so versucht er sie zu überzeugen, dass er mehr ist als der berüchtigte Krankenhaus-Gigolo. Denn keine Frau fasziniert ihn so wie seine hübsche Kollegin!

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Sag mir, dass es Liebe ist!

1. KAPITEL

Adirondack Mountains, März

„Ich bin verdammt sauer auf dich, Lee.“

Mac stand am Fuß der Verandastufen. Hinter ihm leuchteten Krokusse in Gelb und Lila, auf den kahlen Bäumen glitzerte eine Eisschicht in der späten Märzsonne.

Sein Haar war etwas zu lang und zerzaust, als hätte er es mit den Fingern zerwühlt. Ein Sonnenstrahl fiel auf sein Gesicht und ließ die dunklen Augen kohlschwarz wirken. Seine breiten starken Schultern waren gestrafft, seine Beine leicht gespreizt – wie für einen Kampf mit einem Grizzly bereit. Er war so attraktiv, dass es beinahe wehtat, ihn anzusehen.

Er hatte seinen Besuch nicht angekündigt und war mit dem Auto statt dem Flugzeug gekommen. Sein vertrauter dunkelblauer Pick-up stand in der Auffahrt – mit Spritzern aus Schlamm und Streusalz von den Bergstraßen Colorados übersät, selbst nach zweitausend Meilen Fahrt.

Dass er den ganzen Weg ohne Vorwarnung gekommen war, wühlte Lee auf. Es rüttelte an ihrem katzenhaften Unabhängigkeitsdrang und weckte ihren Argwohn, was seine Motive anging. Mit seinem Verhalten gab er ein Statement ab. Er legte es darauf an, sie zu überrumpeln, und sie wusste nicht, ob sie ihm böse sein oder in seine Arme sinken sollte. Oder ob es eine dritte Alternative gab, die ihr momentan nicht einfiel. Es sollte nie was Ernstes daraus werden …

Es war zehn Uhr morgens, und sie trug noch immer ihren fluffigen blauen Bademantel – weil er ihr Wärme und zugleich Trost spendete. Denn ihr war übel, seit sie um sieben Uhr aufgewacht war. Die Haare hingen ihr wirr ins Gesicht. Ihr Mund schmeckte zu kräftig nach Zahnpasta. Sie hatte die Tür in Erwartung einer Lieferung Tischwäsche oder Getränke für das Restaurant geöffnet.

Das Spruce Bay Resort war derzeit geschlossen, in Vorbereitung auf die bevorstehende Hauptsaison. Die Gärtner hatten frei, wie jeden Montag. Somit war Lee allein in der Ferienanlage. Ihre Schwestern waren verreist. Daisy und ihr Bräutigam Tucker waren am vergangenen Samstag nach einer kleinen Hochzeitsfeier in die Flitterwochen aufgebrochen; Mary-Jane war für drei Tage Wellness nach Vermont gefahren. Ihre Eltern befanden sich auf dem Rückweg zu ihrem neuen Zuhause in South Carolina.

„Komm lieber rein“, sagte Lee, denn in Jeans und Hemdsärmeln war er nicht warm genug für die frische Luft gekleidet.

„Ich bin verdammt sauer“, wiederholte Mac. „Kannst du das nicht verstehen?“

Sie zwang sich, in ruhigem Ton zu erwidern: „Nun, ja, schon. Aber wir haben doch darüber gesprochen. Ich habe dich nicht angelogen und dir nichts verheimlicht.“

„Du allein hast geredet. Ich war zu verblüfft. Ich hatte einiges zu verarbeiten. Und als ich sprechen wollte, warst du einfach verschwunden.“

Weil nie die Rede davon war, dass es was Ernstes ist. „Möchtest du Kaffee?“

„Mehr hast du mir nicht zu bieten?“

„Das ist immerhin ein Anfang, oder? Wir müssen reden. Darüber, warum du hier bist und wie lange du bleiben willst. Hier draußen ist es kalt. Also solltest du reinkommen und einen Kaffee mit mir trinken. Wir mögen doch beide Kaffee.“

„Du machst mich wahnsinnig.“

„Ich weiß.“

„Du bist ganz anders als alle Frauen, die ich je kennengelernt habe.“

Am zweiten Tag ihrer Bekanntschaft hatte er ihr gesagt, dass sie wie eine Katze sei. Die Idee gefiel ihr. Der Unabhängigkeitsdrang einer Katze, die Bedachtsamkeit auf das eigene Wohlergehen, die Vorliebe für Wärme und Streicheleinheiten gepaart mit Neugier und Abenteuerlust – all das passte zu ihr.

„Gefällt dir nicht gerade das an mir?“ Sie wagte ein Grinsen, doch Mac ließ sich nicht erweichen. Weil es ihm doch ernst ist?

„Ich weiß nicht, ob mir gerade überhaupt etwas an dir gefällt, Lee Cherry.“ Er stürmte die Verandastufen hinauf, zwängte sich an ihr vorbei zur Tür hinein und sah sich erstaunt um. „Was ist das hier? Ein Büro?“

„Sieht ganz so aus, oder?“

Er baute sich vor ihr auf, wirkte viel zu groß und stark, zu gesund und attraktiv in dem recht dunklen engen Raum. Forschend starrte er ihr in die Augen, bevor er den Blick zu ihren Lippen senkte, die plötzlich brannten. Beinahe schien es, als wollte er sie küssen. Ich liebe seine Art zu küssen …

„Du wohnst in einem Büro?“, fragte er erstaunt.

„Nein. In einem Apartment im ersten Stock.“

„Allein?“

„Mit meiner Schwester Mary-Jane, aber die ist gerade verreist“, antwortete sie zu ihrem Verdruss mit unsicherer Stimme.

Sein durchdringender Blick in ihre Augen erweckte in ihr das Bedürfnis, sich mit Geplapper abzulenken – von seinem faszinierenden Körper, seiner Persönlichkeit, seinem Zorn. „Es ist ein richtiges Zuhause, nicht bloß ein Notbehelf über dem Büro. Vier Schlafzimmer, Küche, Wohnzimmer, zwei Badezimmer. Früher haben wir alle hier gelebt.“

„Also du mit deinen Eltern und deinen beiden jüngeren Schwestern, die das Resort führen?“

Wie kann es was Ernstes mit uns gewesen sein, wenn du nicht mal meine Familienverhältnisse kennst? „Ich bin die Mittlere.“

Mac ignorierte die Korrektur. „Den Kaffee gibt’s also oben?“

Dass er sich alltäglichen Dingen zuwandte, erleichterte sie. „Richtig.“ Sie drehte sich um und ging voraus.

Er folgte ihr auf den Fersen und weckte lebhafte Erinnerungen an die gemeinsame Zeit in Aspen. Wann immer er dort hinter ihr eine Treppe hinaufgegangen war, hatte er ihr an den Po gefasst, sie zu sich umgedreht, sie geküsst und mehr …

Lee hatte beabsichtigt, die nette kleine Affäre mit einem sauberen Bruch zu beenden, bevor sich daraus eine chaotische komplizierte Beziehung entwickeln konnte. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Sie war darauf gefasst gewesen, ihn nie wiederzusehen. Doch nun war er da, und die Reaktion ihres Körpers verriet, dass sie trotz allem froh darüber war.

In der Küche bediente sie die hochmoderne Espressomaschine, die sie aus Aspen mitgebracht hatte, mit zitternden Händen, ohne ein Wort zu sagen. Sie spürte Macs Gegenwart mit jeder Faser ihres Seins.

Er versuchte nicht, das Schweigen zu brechen. Die Maschine begann zu zischen und zu gurgeln – die einzigen Geräusche im Raum.

Lee drehte sich um, und da stand er direkt vor ihr. Durch seine mächtige Gestalt wirkte die Küche noch kleiner als zuvor das Büro. Er lehnte seinen knackigen Po an die Spüle und faltete die muskulösen Arme vor der Brust – wie der Türsteher eines Nachtclubs.

In Aspen wäre sie zu ihm gegangen und hätte sich an ihn gehängt, um ihm einen Kuss zu entlocken. Und dann hätte eins zum anderen geführt, denn allein darum hatte sich ihre Beziehung gedreht.

Weißt du das nicht mehr, Mac? Wenn nicht, muss ich dich daran erinnern. Spontan trat sie ganz dicht zu ihm. Es war weder geplant noch vorsätzlich, es geschah einfach aus Gewohnheit und dem Wissen, dass er sie ebenso begehrte wie sie ihn, dass sie fantastisch zueinanderpassten. Sie zwängte die Finger unter seine verschränkten Unterarme und buddelte, bis er die Hände schließlich sinken ließ und sie seine Taille umschlingen konnte.

Sie presste sich an seine spürbar wachsende Männlichkeit und blickte ihm in die vertrauten wundervollen Augen. Es war ganz einfach, genau wie immer. Sie waren heiß aufeinander und fanden nichts daran auszusetzen. Zwischen ihren Körpern herrschte eine elektrisierende Affinität voller Sinnlichkeit, Verlangen, Vertrautheit. Sie waren einfach kompatibel.

Mac stieß ein Stöhnen aus. Trotz der deutlichen Regung in seinem Körper war er noch immer zornig. Sie sah es in seinen Augen und an dem verbissenen Zug um den Mund. Er zog sie näher und näher, bis ihre Brüste ihn berührten. Sie war nackt unter dem Bademantel; der Bindegürtel lockerte sich, der Stoff klaffte mehr und mehr auseinander.

Er senkte den Blick zu ihrem Dekolleté. Was er sah, gab ihm offensichtlich zu denken. Denn ihre Brüste, die ihm früher schon gefallen und endlose Zuwendung von ihm bekommen hatten, waren noch praller geworden.

Lee hob eine Hand und streichelte aufreizend, federleicht sein Gesicht. So gefiel es ihr. Zu wissen, wie sehr ihm nach ihr verlangte, und mit ihm zu spielen. Den Ablauf zu variieren. Ihn warten zu lassen oder gleich zur Sache zu kommen. Ihn maßlos anzustacheln und ebenso unerbittlich von ihm erregt zu werden.

Sie reckte sich und drückte ihm einen sanften Kuss auf den verkniffenen Mund. Er zeigte keine Reaktion. Also neigte sie den Kopf und wagte einen kleinen Vorstoß mit der Zunge.

Endlich erwiderte Mac den Kuss – nicht sanft und zärtlich, sondern heftig und beinahe grob. Er schloss sie fest in die Arme; seine Muskeln fühlten sich verkrampft vor Frust und Verlangen an.

Sein Dreitagebart kratzte ihre Haut. Natürlich fühlte es sich gut an. Sogar fantastisch. Er roch auch sehr verlockend. Sie küsste ihn voller Inbrunst, vergrub die Finger in seinem Haar, ließ die Zunge tiefer und tiefer vordringen und mit seiner spielen.

Gleich ziehe ich ihn aus, und er braucht gerade mal zwei Sekunden, um mir den Bademantel abzustreifen, und es endet wie immer …

Doch er drückte sie so fest an sich, dass sie die Hände nicht zwischen ihre Körper schieben konnte, um sein Hemd aufzuknöpfen. Er presste ihre nackten Hüften an den rauen Stoff seiner Jeans und schloss die Arme so fest um sie, dass es beinahe wehtat.

In ihren Augen vertrat er damit ihren Standpunkt, nicht seinen. Gib’s zu, Mac …

Unverhofft löste er den Mund von ihrem, zog ihre Hand von seinem Gesicht fort und schob ihre Hüften von sich. „Nein, verdammt! Ich lasse mich nicht darauf ein.“

Er packte die Aufschläge ihres Bademantels und schlug sie übereinander. Seine Knöchel streiften ihre Brüste. Für den Bruchteil einer Sekunde glaubte sie, dass sich seine Hände entspannen und über die dunklen Spitzen streichen würden. Doch dazu kam es nicht. Vielleicht hatte sie sich sein Verlangen danach nur eingebildet. Oder er gewann seine Willenskraft zurück.

Jedenfalls band er ihren Gürtel zu und stellte schroff fest: „Wir hatten noch nie Sex im Zorn, und ich werde jetzt nicht damit anfangen.“

Lee trat zurück. „Es muss ja nicht im Zorn sein.“ Er sah verdammt gut aus, und ihr Herz pochte verwirrend heftig. Sie war froh, dass er da war. Geradezu beängstigend glücklich. Das gefiel ihr gar nicht.

„Doch. Weil ich zornig bin.“

„Was kann ich dagegen tun?“ Sie holte tief Luft. „Und was bringt dich dazu, zu verschwinden?“ Damit ich mich wieder sicher vor meinen Gefühlen fühle.

Plötzlich sah er sehr, sehr müde aus. Sie fragte sich, wie lange er für die zweitausend Meilen gebraucht hatte. Die reine Fahrzeit betrug mindestens dreißig Stunden. War er zwei Tage oder drei unterwegs? Ist er nachts durchgefahren oder in einem Motel abgestiegen?

„Du willst, dass ich gehe?“, knurrte Mac.

Sie hob das Kinn. „Wenn du wütend bist, dann ja. Wenn wir nicht in Ruhe miteinander reden können, sondern uns nur gegenseitig Vorwürfe machen, ist es besser, wenn du gehst. Meinst du nicht?“

„Ich bleibe.“

„Du willst alles durchkauen?“

„Was ich will, ist …“ Er hielt inne.

Sie wartete.

„Inzwischen hatte ich Zeit zum Nachdenken. Die hast du mir vorher nicht gelassen.“

„Du hast nie darum gebeten oder mir auch nur den geringsten Anhaltspunkt dafür gegeben, dass du Zeit brauchst.“

„Weil ich unter Schock stand. Du ahnst ja nicht … Du kannst nicht wissen … Du hattest vier oder fünf Tage Vorsprung, um die Situation zu verarbeiten. Es war total unfair von dir zu erwarten, dass ich auf Anhieb damit klarkomme. Vielleicht habe ich nicht das Richtige gesagt, aber ich denke, das hast du auch nicht getan.“

„Ich habe mich bemüht.“

„Ich auch.“

Sie starrten einander an. Er zerrte an seinem Hemdkragen, als wäre er zu eng. Sein Nackenhaar verfing sich in dem blauen Stoff. Spontan kämmte sie es mit den Fingern, bis es in ordentlichen Wellen gut fünf Zentimeter über den Kragen hing. Sie liebte sein Haar. Und es gefiel ihr, dass er sie gewähren ließ.

„Dann sag mir, was du denkst“, forderte sie ihn auf.

Er holte tief Luft. „Ich will, dass wir es miteinander versuchen.“

Lee wusste nicht, was er damit meinte. Womit versuchen? Mit Sex? Haben wir das nicht getan? Ist das nicht das ganze Problem? „Was meinst du damit?“

„Ich ziehe hierher. Korrektur: Ich bin hierhergezogen.“

„Wie bitte?“

„Ich habe alles mitgebracht, was ich zum Leben brauche. Ist nicht viel. Ich packe aus, sobald wir den Kaffee getrunken haben.“

„Du packst aus?“

Seine Stimmung – wie sollte sie es am besten beschreiben? – schlug um, wechselte die Farbe wie ein Edelstein im Licht. Der schwarze Obsidian des Zorns bekam einen leuchtend weißen Schimmer. „Hast du nicht gesagt, dass diese Wohnung vier Schlafzimmer hat?“

2. KAPITEL

Colorado, drei Monate zuvor

Vielleicht hätte ich doch über Weihnachten nach Hause fahren sollen …

Die Familie Narman würde die Feiertage in ihrem luxuriösen Ferienhaus in Aspen verbringen, was bedeutete, dass Haussitterin Lee sich am Heiligabend um nichts und niemanden kümmern musste. In diesem Punkt waren ihre Arbeitgeber sehr großzügig; sobald die Narmans da waren, hatte Lee frei. Als Gegenleistung bemühte sie sich, deren Erwartungen zu übertreffen, und hielt das Anwesen gewissenhaft in Schuss.

Da die Familie nur wenige Wochen im Jahr vor Ort verbrachte, war es ein sehr angenehmes Übereinkommen für Lee, zumal sie vom unmittelbaren Zugang zu den Skipisten der Aspen Highlands profitierte.

Diesmal war ein Aufenthalt von zehn Tagen geplant, von kurz vor Weihnachten bis nach Neujahr. Die Narmans hatten unzählige Gäste mitgebracht. Es war erst sechs Uhr abends, doch schon drang Partylärm bis in das kleine Hausmeisterapartment im Untergeschoss. Schritte polterten auf den Holzdielen, Türen knallten, Kinder schrien, Gelächter und Musik dröhnten, Wasser rauschte durch die Rohre in der Decke.

Leider war zu befürchten, dass die Feier noch eine ganze Weile andauern würde. Lee bemühte sich, den Krach zu ignorieren. Sie versuchte zu lesen. Vergeblich. Sie schaltete den Fernseher ein und fand keine Sendung, die sie interessierte.

Eigentlich hatte sie geplant, sich bei einem ausgedehnten Bad zu entspannen und es sich anschließend mit einem Buch und einem Glas Wein gemütlich zu machen.

„Das wird nicht klappen“, murmelte sie vor sich hin. Weil sie allein lebte, neigte sie manchmal zu Selbstgesprächen. Das fand sie nicht weiter schlimm. Dagegen war ihre Enttäuschung darüber, dass ihr geruhsamer Abend ins Wasser fiel, höchstwahrscheinlich bedenklich. Vielleicht hätte ich wirklich nach Hause fahren sollen …

Vor knapp vier Wochen hatte ihr Exverlobter Tucker angerufen und praktisch um Erlaubnis gebeten, ihre kleine Schwester Daisy heiraten zu dürfen. Lee wusste die Geste zu schätzen. Sie verspürte nicht den geringsten Wunsch, mit ihm zusammen zu sein, geschweige denn ihn zu ehelichen. Immerhin waren zehn Jahre seit ihrer Trennung vergangen. Trotzdem erschien ihr die Situation ein wenig seltsam.

Aber bloß manchmal ein klitzekleines bisschen. Meistens freute sie sich darüber, dass die beiden so glücklich verliebt waren. Dennoch hatte sie beschlossen, in diesem Jahr ausnahmsweise nicht zu Weihnachten, sondern erst im März zur Hochzeit nach Hause zu fahren.

Somit war sie nun am Heiligabend ganz allein. Am Fenster stand ein kleiner Christbaum mit einigen hübsch verpackten Geschenken darunter, und am ersten Weihnachtstag war sie mit Freunden zum Essen verabredet. Trotzdem …

Sie war dreiunddreißig Jahre alt. Sie lebte allein, und das gefiel ihr. Vielleicht zu sehr. Womöglich bin ich in eine Tretmühle geraten.

„Okay, ihr habt gewonnen“, sagte sie zu der Narman-Horde über sich. „Ich gehe aus.“

Statt des langen Bades nahm sie eine schnelle Dusche. Sie schlüpfte in eine enge schwarze Hose und ein weihnachtlich funkelndes Top, schminkte sich dezent und legte glitzernde Hängeohrringe an. In schwarzen Stiefeln mit Blockabsätzen und dickem schwarzem Wintermantel verließ sie das Haus und stapfte eine halbe Meile durch den Schnee zur Waterstreet Bar, ihrem Lieblingstreff in Aspen.

Niemand war da. Nun, der Gastraum war voll, aber nur von Touristen. Einheimische waren nicht in Sicht. Kein Skilehrer, kein Bergführer, kein Personal aus dem Gastgewerbe, keine Langzeiturlauber, die selbst während der ruhigeren Sommermonate anzutreffen waren. Offensichtlich hatten ihre Freunde und Bekannten etwas Besseres zu tun, als in einer Kneipe abzuhängen.

Lee ging zum Tresen und bestellte ein helles Bier und gebackene Hühnerflügel mit Sauerrahm.

Der Barkeeper war Saisonarbeiter, kam ihr jedoch vage bekannt vor. Wahrscheinlich hatte sie ihn auf den Pisten gesehen oder vielleicht sogar unterrichtet. Sie hoffte, dass sie sich ein bisschen mit ihm unterhalten konnte, um sich die Zeit zu vertreiben.

Doch er war anderweitig beschäftigt und außerdem zu jung für sie, wie sich bald herausstellte. Zum Plaudern bevorzugte er jugendliche Skihäschen oder reiche Touristinnen, die es auf Kurzzeitaffären abgesehen hatten. An einer hart arbeitenden Ortsansässigen Anfang dreißig, die eher athletisch als feminin und markant statt wunderschön aussah, zeigte er kein Interesse.

Seufzend straffte Lee die Schultern und schüttelte den Kopf, sodass die glitzernden Weihnachtsbaum-Ohrringe in Rot, Grün und Gold heftig baumelten und sie am Hals kitzelten.

Der jugendliche Barkeeper servierte ihr das Bier; sie bedankte sich und schlug ihn sich aus dem Kopf.

„Hübsche Ohrringe“, bemerkte jemand in der Nähe.

Sie drehte sich um und sah einen fremden Mann in einem schwarzen T-Shirt auf dem Hocker neben sich sitzen. „Oh, danke.“

Er grinste sie an. „Falls Sie sich fragen, ob sie im Licht funkeln, lautet die Antwort: wahnsinnig. Ich bin total geblendet.“

Sie erwiderte sein Grinsen. „Sie haben mich erwischt. Ich tue es extra. Ich liebe es, Leute zu blenden.“

„Hat ja auch keinen Sinn, Weihnachtsbäume zu tragen, wenn niemand sie bemerkt, oder?“

„Stimmt genau.“

Der Barkeeper stellte zwei Portionen Hühnerflügel mit Sauerrahm auf den Tresen – eine vor Lee und eine vor den Ohrringbewunderer.

„Erstaunlich“, murmelte der Fremde.

„Ein unglaublicher Zufall“, stimmte sie sarkastisch zu, denn auf dem Speiseplan am Tresen standen gerade einmal drei Gerichte. Wenn man etwas Erleseneres als Hühnerflügel, Nachos oder Pommes essen wollte, musste man sich nach nebenan in den Gastraum begeben, wo vornehm eingedeckte Tische standen.

„Nicht jeder steht auf Sauerrahm“, gab er zu bedenken. „Das reduziert die Chancen der Übereinstimmung auf sechs zu eins. Und wenn man das Bier dazurechnet …“

Nun erst fiel ihr auf, dass sie dieselbe Marke aus einer ortsansässigen Mikrobrauerei tranken. Das war allerdings ein bemerkenswerter Zufall, da die Waterstreet Bar voller Stolz sechsundfünfzig verschiedene Sorten anbot.

Apropos Zufall: Der Mann mochte ihr unbekannt sein, nicht aber die rote Skijacke mit den gängigen Logos des Skiorts, die über der Lehne seines Barhockers hing. Genau die gleiche hing bei ihr zu Hause. „Sie arbeiten auch hier“, stellte sie fest und verspürte Erleichterung, weil sie einen Verbündeten in ihrem Alter gefunden hatte.

„Ja, in der Skischule. Seit drei Tagen.“

„Ich auch. Allerdings schon seit sieben Jahren.“

„Dann bin ich also in die richtige Bar gekommen.“

„Das hängt davon ab, nach welcher Sorte Sie gesucht haben.“

„Na ja, wenn Sie hier seit sieben Jahren leben und dieses Lokal ausgewählt haben, kann es keine reine Touristenfalle sein.“

„Das stimmt allerdings. Hier ist es vielen Urlaubern nicht exklusiv genug.“

„Mir gefällt’s hier. Nettes Publikum.“

Doch er musterte nicht die Leute im Allgemeinen, sondern nur Lee.

Irgendetwas sprang zwischen ihnen über. Etwas, das sie lange nicht verspürt hatte und doch auf Anhieb wiedererkannte. Dass es so schnell, stark und instinktiv geschah, beunruhigte sie. Deshalb suchte sie hastig nach einer Möglichkeit, sich davon abzulenken. „Sie sind neu hier im Ort, und niemand führt Sie herum?“

„Ich hatte heute verspätet Feierabend. Eine Frau aus meiner Gruppe ist oben auf dem Berg gestürzt und in Panik geraten. Everard – ein Kollege …“

„Ich kenne ihn. Ein netter Kerl“, warf sie ein.

„Stimmt. Er hat meine restliche Gruppe übernommen. Ich habe eine Dreiviertelstunde gebraucht, um die Frau ins Tal zu schaffen. Als wir unten angekommen sind, waren alle außer Everard weg, und der hatte es eilig, nach Hause zu seiner Frau zu kommen. Meine ängstliche Lady wollte mich unbedingt auf einen Drink einladen, den wir beide nötig hatten. Aber das Lokal war nicht nach meinem Geschmack. Also habe ich sie … nun ja … verabschiedet und nach etwas Ausschau gehalten, das mir besser gefällt.“

„Und? Haben Sie es gefunden?“

„Allerdings.“

Erneut waren die Funken zwischen ihnen zu spüren und raubten Lee die Sprache. Einbildung? Das glaubte sie nicht. Er schien es nicht eilig zu haben, das plötzliche Schweigen zu füllen. Nun, es war ja auch bereits gefüllt – nur nicht mit Worten. Er nahm einen Schluck Bier und blickte sie über das Glas hinweg an. Seine Augen wirkten geheimnisvoll dunkel im Gegensatz zum weißen Schaum.

Soll ich mich auf ihn einlassen?

Es ging zu schnell. So etwas tat sie nie. Ihr letztes Verhältnis lag drei Jahre zurück und hatte nur ein paar Monate angedauert. Und davor? Fast zwei Jahre solo. Konnte sie tatsächlich nur zwei Geliebte in fünf Jahren aufweisen? Noch dazu zwei lahme zahme Männer in lahmen zahmen Kurzzeitaffären, die von Anfang an weder vielversprechend noch befriedigend gewirkt hatten. Diesmal allerdings … Was? Bist du wirklich so schnell bereit? Was weißt du schon von ihm?

Eigentlich sehr viel. Sie wusste, was er in Sachen Snacks bevorzugte, womit er sich seine Brötchen verdiente, dass er neu in der Stadt war und um sieben Uhr am Heiligabend allein eine Bar aufsuchte. Aber ist eine Affäre mit einem einsamen Skilehrer wirklich das, was mir vorschwebt? Warum eigentlich nicht?

„Und warum haben Sie sie …“, sie ahmte seinen Tonfall nach, „… nun ja … verabschiedet?“

Er zuckte die Schultern. „Sie war an einem ausgedehnten intimen Abend interessiert. Ich nicht.“

„Warum nicht? Hat sie Ihnen denn gar nicht gefallen?“

„Sie ist ganz nett und hübsch. Aber nein, nicht mit einer Kundin.“

Eine Handvoll Worte, die sehr viel über seinen Charakter verrieten. Er hatte eine attraktive Frau abblitzen lassen, weil er nach bestimmten Prinzipien lebte. Andernfalls könnte er bei seinem Aussehen bestimmt jede Nacht eine andere Bettgefährtin haben.

„Und Sie?“, fragte er ganz leise und schuf damit eine sehr vertrauliche Atmosphäre zwischen ihnen.

Lee schüttelte den Kopf. Auch sie ließ sich nicht mit Kunden ein und erst recht nicht mit Kollegen, denn das konnte zu noch größeren Verwicklungen führen. Warum spiele ich dann überhaupt mit dem Gedanken? Ich kenne ja nicht mal seinen Namen.

„Ich bin übrigens Mac Wheeler“, verkündete er, als hätte er ihre Gedanken gelesen. „Nenn mich Mac.“

„Lee Cherry.“ Sie schüttelte ihm die Hand. „Lee reicht.“

„Ich habe deinen Namen auf dem Anschlagbrett im Büro gesehen. Demnach haben wir morgens dieselben Meetings besucht. Trotzdem erinnere ich mich nicht, dich gesehen zu haben.“

„Es ist eben eine sehr große Skischule.“

„Und ich muss hier erst mal Fuß fassen. Die Stadt und die Leute sind mir noch fremd. Außerdem habe ich längere Zeit nicht unterrichtet.“

„Wieso nicht?“

„Ich war in der Verwaltung tätig.“

„Aha. Und warum jetzt nicht mehr?“

„Ich war in einer persönlichen Angelegenheit nicht einer Meinung mit dem Boss und habe ihm im falschen Moment den Fehdehandschuh hingeworfen. Nicht, dass ich es bereue. Ich hatte keine andere Wahl.“

„Den Fehdehandschuh hingeworfen?“ Lee schmunzelte. „Ist das echt deine Art zu reden?“

„Ich lese gerade einen ganz dicken historischen Fantasyroman, und das Vokabular färbt allmählich auf mich ab. Wenn dir die schlichte Version lieber ist: Ich habe gekündigt, weil … Das verrate ich dir erst, wenn wir uns näher kennen.“

„Ja, wenn …“, entgegnete sie nachdrücklich.

Er grinste. „Falls wir uns näher kennenlernen“, korrigierte er sich in kleinlautem Ton, obwohl er eigentlich nichts Kleinlautes an sich hatte.

Sie hielten drei Stunden in der Bar durch – beeindruckend lange. Der weitere Verlauf des Abends stand längst fest, doch damit hatten sie es nicht eilig. Sie teilten sich noch eine Portion Hühnerflügel mit Pommes und tranken noch ein Bier, bevor sie zu Soda wechselten.

Wie sich herausstellte, kam er aus Coeur d’Alene in Idaho. Dort war seine Mutter Lehrerin, sein Vater bei der Stadtverwaltung. Er hatte eine Schwester, die mit Ehemann und zwei Kindern ebenfalls dort lebte.

Lee steuerte die elementaren Fakten ihrer Biografie bei. Sie stammten aus weit entfernten Ecken des Landes, trotzdem gab es Übereinstimmungen.

Beide waren in Urlaubsregionen aufgewachsen, in denen Seen und Berge zu den Hauptattraktionen zählten. Beide hatten in ihrer frühen Kindheit das Skifahren erlernt und es zum Beruf gemacht. Allerdings hatte Mac Management studiert und war von der Piste ins Büro gewechselt.

Im Laufe des Gesprächs fragte er: „Darf ich dich nach deiner Haut fragen? Oder stört es dich?“

Unvermittelt wurde Lee sich der Narbe bewusst, die von der linken Kieferpartie über den Hals bis zur Schulter verlief. Normalerweise hielt sie die Entstellung unter hochgeschlossener Kleidung versteckt. Doch dem ausgeschnittenen Glitzertop mit dem lustigen Weihnachtsmotiv hatte sie nicht widerstehen können. „Inzwischen stört es mich nicht mehr besonders. Es war ein Küchenunfall. Ein Schwall heißes Öl. Vor fast elf Jahren.“

„Muss verdammt wehgetan haben.“

„War halb so schlimm. Die haben mir im Krankenhaus nette Drogen gegeben.“

Er lachte. Damit war das Thema erledigt, und sie gingen zum nächsten Punkt in ihrer Biografie über.

Doch wem machte sie etwas vor? Sie mochten diese nüchternen Fakten abhaken, doch was wirklich zählte, waren ganz andere Dinge, die hinter dem Gespräch abliefen. Wie sich ihre Schultern streiften, als Mac nach seinem Glas griff, und wie sie sich zu ihm neigte, anstatt zurückzuweichen. Wie verklärt sie einander anlächelten und wie der Lärm in der Bar in den Hintergrund geriet.

Je lauter es ringsumher wurde, umso mehr zogen sie sich in einen privaten kleinen Kokon zurück, mussten sie doch noch näher zueinanderrücken, um den anderen zu verstehen. Sie fühlten sich wohl miteinander und waren sich auf Anhieb vertraut.

Er war es, der es schließlich ansprach. Nur wenige Zentimeter von ihren Lippen entfernt, murmelte er: „Wollen wir von hier verschwinden?“

„Unbedingt.“

„Wohin?“, fragte er, während sie sich einen Weg zwischen den voll besetzten Tischen zum Ausgang bahnten.

Er hielt sich dicht hinter ihr, ohne sie besitzergreifend zu berühren, wie manch anderer Mann es getan hätte. Ihr gefiel, dass er die Hände bei sich behalten konnte.

Draußen in der verschneiten Dunkelheit schlug Lee vor: „Zu mir?“

Er nickte. „Da ist es garantiert gemütlicher als bei mir. Ich habe noch nichts Anständiges gefunden und schlafe auf der Couch eines Freundes.“

„Demnach bist du wohl sehr überstürzt hergekommen.“

„Stimmt. Ich kann nicht gut mit ungerechtfertigten Beschuldigungen umgehen.“

„Inwiefern?“

„Der Boss glaubt, dass ich seine Frau angebaggert habe. Was nicht stimmt.“

„Glaubt sie es denn auch?“

„Nein. Aber sie hat ihm erst gesagt, dass er sich irrt, nachdem er auf mich losgegangen war. Da war es schon zu spät. Er wollte es nicht gut sein lassen und hätte mich jede Sekunde auf dem Kieker gehabt. Deshalb war es besser, mich aus dem Verkehr zu ziehen.“

„Aber das hat dir das Leben irgendwie versaut.“

„Ich werde es schon wieder auf Kurs bringen.“

Lee glaubte es ihm, denn er klang sehr überzeugend. Er war ein Mann, der eine stille Zuversicht in seine eigene Identität und Stärke ausstrahlte.

Vielleicht liegt es daran … dass sie einen Beinahe-Fremden in ihr Apartment einlud. Dass sie keine Bedenken hegte. Dass sie ihn begehrte.

Die Sohlen ihrer Stiefel knirschten auf den verharschten Straßen.

Nach einer Weile bemerkte Mac: „Du wohnst anscheinend in einem sehr vornehmen Viertel.“

„Stimmt.“

Hinter der nächsten Straßenecke kam das Narman-Anwesen in Sicht. Es war hell erleuchtet und sah ganz nach den elf Millionen Dollar aus, die es wert war.

Sie steuerte auf die Auffahrt zu, er blieb wie angewurzelt stehen und fragte verblüfft: „Etwa hier?“

„Ja, aber …“

Entsetzt starrte er Lee an, als wären ihr drei Köpfe gewachsen. „Ich dachte, du wärst Skilehrerin.“

„Das bin ich ja auch. Ich wohne hier, aber es gehört nicht mir. Himmel, ich würde mir so ein Anwesen nicht mal wünschen. Ich bin bloß Haussitterin.“

„Haussitterin?“

„Genau. Hauswartin. Hausmeisterin. Mädchen für alles. Ich habe ein winziges Apartment im Untergeschoss, wo ich aufs Engste mit dem Wasserfluss in den Rohrleitungen vertraut bin.“ Sie grinste ihn frech an. „Was du auch bald sein wirst.“

Er lachte laut auf. „Du bist haargenau mein Typ, Lee.“

3. KAPITEL

Lee und Mac stapften zum Seiteneingang, wo sich der Schnee, den sie vor drei Tagen von den Stufen geschaufelt hatte, zu beiden Seiten meterhoch auftürmte wie glitzernde blau-weiße Wände.

Im Erdgeschoss standen die Fensterläden offen; die ausschweifende Party der Narmans war noch voll im Gang.

„Bist du für die Aufräumungsarbeiten zuständig?“, fragte er.

„Nicht persönlich, aber ich muss gleich morgen früh jemanden beauftragen.“

„Wirst du denn an Weihnachten jemanden finden?“

Sie schloss die Tür auf. „Ich habe gute Absprachen mit lokalen Firmen getroffen. Raumpfleger, Caterer, Handwerker, Lieferanten – alle wissen, wie es hier läuft und dass die Narmans gut zahlen.“

Die Wirklichkeit holte Lee ein, sobald er ihr in die Wohnung folgte. Sie ließ einen Mann in ihre Privatsphäre, von dessen Existenz sie vor vier Stunden, als sie aus ihrem gemütlichen Nest gekommen war, nicht einmal geahnt hatte. Für einen Moment geriet sie in Panik und wusste nicht, wie sie es anfangen sollte. Ihm etwas anbieten? Was zu ihm sagen? Ihn berühren und …?

Du musst gehen. Ich hab’s mir anders überlegt. Ich tue so was nicht. Mit einer Abfuhr auf der Zunge drehte sie sich zu ihm um.

Doch wie sie ihn so dastehen sah, die Hände tief in den Taschen der vertrauten roten Skijacke vergraben, überfiel sie ein Schwall von Ruhe. Falls Ruhe sich in dieser Form einstellen kann …

Mac stürzte sich nicht auf sie. Er schielte nicht lüstern nach ihr. Er sah sich einfach nur ganz gelassen um, musterte die Bücherregale und die aufgeräumte Küche, in der eine teure Espressomaschine den einzigen Luxus darstellte.

„Ich verstehe, dass du allein wohnst“, bemerkte er. „Hier ist ja kaum Platz für zwei.“

„Für mich ist es gerade recht. Ich bin den ganzen Tag auf der Piste. Da ist es schön, am Abend nach Hause in ein warmes Kaninchenloch zu kriechen.“

„Das kann ich mir denken. Aber bist du nicht einsam?“

„Nein, mir gefällt es so. Und du?“

„Wie oder wo ich hier unterkommen werde, weiß ich noch nicht. Bisher war ich in einer sehr angenehmen WG mit zwei Jungs, die nicht total versaut sind, aber auch nicht mehrmals am Tag staubsaugen müssen.“

„Solche gibt es? Wirklich?“

Er lachte und spähte durch die offene Schlafzimmertür zu dem Doppelbett mit unzähligen bunten Seidenkissen und einer dicken Daunendecke.

Lee hasste es, in einem warmen Raum zu schlafen, weshalb sie die Heizung abends immer abschaltete. Aber sie liebte es, sich unter eine warme Decke zu kuscheln. Heute Nacht ist es wohl anders. Da muss die Decke vielleicht gehen und die Luft warm sein …

Mac beendete die Wohnungsbesichtigung und blickte Lee an. „Tolle Kaffeemaschine.“

„Macht tollen Kaffee.“

„Möchtest du vielleicht jetzt einen zubereiten?“, schlug er vor.

„Gern. Hilfst du mir?“

Ihr gefiel, dass er genauso nervös war wie sie selbst, dass er den Dingen ihren Lauf lassen und sich Zeit nehmen wollte.

Er folgte ihr in die Küche. „Also, was muss ich machen?“

„Becher aussuchen. Da drüben vom Regal oder von den Haken.“

„Du traust mir den technischen Teil nicht zu?“

„Das ist ein Einmannjob.“ Den sie mit dem Rücken zu ihm ausführte, während sie ihn mit den Bechern klimpern hörte.

„Du hast zu viele Becher für eine Küche dieser Größe, würde ich meinen.“

Sie besaß mindestens sechzig, die ein ganzes Regal und eine halbe Wand einnahmen. „Ich sammle sie nun mal.“

„Buchdeckel – interessant.“

Lee drehte sich um und stellte fest, dass er zwei ausgewählt hatte, die ihr besonders gut gefielen.„Penguin Classic Paperbacks. Die Originaldesigns.“

„Warum gerade die?“ Er musterte das lila-weiße Titelbild von Virginia Woolfs Ein eigenes Zimmer und das grün-weiße von Agatha Christies Die Tote in der Bibliothek.

„Ich habe noch andere. Zum Beispiel Stolz und Vorurteil und Große Erwartungen. Trotzdem gibt es unglaublich viele dieser Serie, die mir noch fehlen.“

„Du liest die Bücher nicht, sondern kaufst einfach die Becher?“

„Nein. Ich kaufe nur diejenigen, die ich gelesen habe.“

„Man darf nicht aus einem Becher trinken, wenn man das entsprechende Buch nicht gelesen hat? Ist das ein unumstößliches Prinzip?“

Eigentlich nicht, aber eine nette Idee. Sie grinste. „Genau. Was das angeht, bin ich sehr streng mit meinen Gästen.“

„Dann muss ich einen anderen Einband aussuchen. Hoffentlich habe ich Glück.“ Er ließ den Blick über das Regal schweifen. „Ich will echt nicht aus einem Porzellanfrosch oder einem Korb mit Kätzchen trinken müssen, während du mit Virginia Woolf auf intellektuell machst. Aha, sehr gut!“ Er nahm George Orwells 1984 in Orange und Weiß von einem Wandbrett.

Damit endete das Gespräch vorläufig.

Die Espressomaschine war noch nicht richtig aufgeheizt. Eine Etage höher wechselte jemand die Musikrichtung. Der Rhythmus der polternden Tanzschritte änderte sich, der Lärm blieb gleich stark.

Lee und Mac blickten einander abwägend an.

Schließlich trat er näher. Sehr nahe. Nun, die Küche war ja auch winzig. „Wir waren mit deiner Narbe noch nicht ganz fertig. Stört es dich, wenn man sie anfasst?“

„Mittlerweile nicht mehr. Früher schon.“

Er nickte und berührte sie sanft an der Schulter.

Ihr gefiel, dass er das Thema ansprach, anstatt es totzuschweigen. Und ihr gefiel, dass er es kurz und nüchtern abhakte, ohne nichtssagende Bemitleidungen.

„Es ist gut so“, sinnierte er. „Findest du das nicht auch?“

Er erläuterte nicht, was es war, doch sie glaubte es zu wissen. Die Art, in der sie miteinander redeten. Die Unbefangenheit, in der sie sich einander annäherten. Der ungezwungene Umgang mit gelegentlichen Gesprächspausen.

„Stimmt“, bestätigte sie.

Sie spürte deutlich emotionale Schwingungen zwischen ihnen und ließ sich darauf ein. Sie waren sich inzwischen sehr, sehr nahe. Ihre Schenkel berührten seine, und ihre Brüste wären an seine Brust gestoßen, hätte sie sich nicht ein wenig zurückgebeugt. Einerseits drängte es sie, sich an ihn zu lehnen, andererseits wollte sie nichts überstürzen.

Er strich ihr mit einem Finger über den Mund, beugte sich zu ihr und kostete flüchtig von ihren Lippen. „Es wird bestimmt sehr nett“, murmelte er.

Ihr gefiel, dass er ein so schlichtes Wort wählte. Er versprach ihr nicht, ihre Welt aus den Angeln zu heben. Als kleines Dankeschön für seine Bodenständigkeit küsste sie ihn. Ein wenig länger und gefühlvoller. Dann verkündete sie: „Die Maschine ist fertig.“

„Gut.“ Er schob ihr Virginia Woolf und George Orwell zu. „Gieß ein.“

Sie wärmte die Becher mit heißem Wasser vor, ließ die starke dunkle Flüssigkeit hineinrinnen und schäumte Milch auf.

Sie tranken den Kaffee gleich in der Küche. Im Stehen, Arm in Arm an den Unterschrank gelehnt.

„Der ist wirklich gut“, lobte Mac.

„Ich weiß. Ich muss mich zwingen, nicht zu viel zu trinken. Der hier wird mich die halbe Nacht wach halten.“

„Was meiner Meinung nach gut ist. Mir gefällt die Idee, dass du munter bleibst.“

„Das dürfte das Ereignis allerdings aufwerten.“

Ein wenig später bemerkte er: „Du hast Schaum an der Oberlippe.“

„Oh.“ Lee wischte sich mit einer Hand über den Mund.

„Das hättest du nicht tun sollen. Ich wollte ihn wegküssen.“

„In Wirklichkeit war da gar keiner.“

„Oh doch. Aber du hast ihn entsorgt. Sehr traurig.“

„Du brauchst nicht wirklich einen Vorwand, um mich zu küssen, oder?“

„Stimmt auch wieder.“ Er nahm ihr den leeren Becher ab, stellte ihn zusammen mit seinem beiseite und schloss sie in die Arme.

Sie küssten sich ausgiebig – scheinbar ewig. Bis Lee ganz schwach wurde, sich ihr Blick verschleierte, ihr Puls vor Erregung raste.

Nie zuvor hatte sie solche Küsse erlebt. So intensiv und bedächtig. So heiß und innig. So sinnlich und perfekt. So durch und durch eine Ganzkörpererfahrung.

Mac ließ sich deutlich anmerken, dass er es ebenso wenig eilig hatte wie sie. Beinahe schien es ihr, als hätte in Sachen Erotik nie jemand etwas erfunden, das über Küsse hinausging. Vielleicht ging es allein darum und um nichts anderes. Vielleicht war es das A und O, der Höhepunkt.

Oder vielleicht auch nicht …

Schließlich hob er den Kopf und murmelte: „Mir scheint, da oben ist es ruhig geworden.“

Sie lauschte über das Klopfen ihres Herzens hinweg. Die Musik war verstummt. Weder Gelächter noch Geschrei waren zu hören, nur vereinzelte Schritte und leise Stimmen. „Ich dachte, sie würden länger durchhalten. Wie spät ist es?“, fragte sie rau.

Er spähte über ihre Schulter zur Uhr in der Mikrowelle. „Mitternacht. Genauer gesagt, zwanzig nach.“ Auch seine Stimme klang belegt, als hätte die Küsserei ihre Stimmbänder angegriffen.

Lee bemühte sich, nüchtern zu denken. „Bestimmt ist so früh Schluss, weil morgen Weihnachten ist. Da sind Kinder zu Besuch, die noch an den Weihnachtsmann glauben. Die Eltern wollen wahrscheinlich die Geschenke unter den Baum legen, bevor die Kleinen im Morgengrauen aufwachen.“

„Weihnachten ist heute“, korrigierte er.

„Ach ja, nach Mitternacht.“

„Also dann … Fröhliches Allerlei!“ Er lächelte sie an.

„Fröhliches was?“

„Das lasse ich offen. Weihnachten an sich rangiert bei mir momentan nicht ganz oben. Also hoffe ich, dass sich sehr bald andere fröhliche Dinge ereignen.“

„Nun, dann auch dir ein fröhliches Allerlei.“

„Bisher ist es ziemlich fröhlich.“ Er küsste sie erneut, bevor er flüsterte: „Du hast den besten Mund … und den besten Körper.“

„Du bist auch nicht schlecht.“

„So läuft das bei dir?“ Mac täuschte Enttäuschung vor. „Ich sage dir, dass du die Beste bist, und du sagst mir, dass ich nicht schlecht bin?“

„Es ist doch kein Wettkampf.“

„Trotzdem will ich gewinnen.“

„Ich auch.“

„Wetten, dass ich es schaffe, dich auszuziehen?“

„Nicht, wenn ich es zuerst tue.“

„Auch wenn du noch so gern gewinnst, diesmal klappt es nicht.“ Unverhofft, mit einer geschmeidigen Bewegung, streifte er ihr das Top ab.

Und weil er dabei vorsätzlich über die üppigen Rundungen ihrer bereits erregten Brüste strich und ihr den Atem raubte, vergaß sie den Wettkampf. Es fühlte sich einfach zu schön an.

Federleicht streichelte er ihren Rücken und versuchte damit zu kaschieren, dass es ihm nicht gelingen wollte, ihren BH zu öffnen.

„Diesmal gewinne ich“, prophezeite Lee triumphierend, denn sie kannte die Tücken der Häkchen.

Sekunden später glitten die Träger von ihren Schultern, und ihre üppigen Brüste drängten sich förmlich in seine gierigen Hände.

„Mmh, so schön.“ Er streichelte sie ausgiebig, beugte sich schließlich vor und kostete.

Ein elektrisierendes Prickeln lief blitzschnell bis in ihr Zentrum. So oben ohne dazustehen, während Mac noch voll bekleidet war, war für Lee äußerst erotisierend. Erst nach einer ganzen Weile wurde sie ungeduldig und streifte ihm schnell das schwarze T-Shirt ab. Seine nackte Brust fühlte sich straff und heiß an, als sie ihre Brüste an ihn presste, und sie stöhnte unwillkürlich auf.

„Bett?“, fragte er.

„Ja.“

Unterwegs streiften sie sich Schuhe, Jeans und Unterwäsche ab. Es war dunkel im Schlafzimmer; nur die Tischlampe im Wohnbereich warf einen goldenen Schein hinein.

„Nun denn“, murmelte er, und Lee trat erneut in seinen betörenden Wirkungskreis.

Er umschmiegte ihren Po, und sie stand sekundenlang reglos da und gab sich mit geschlossenen Augen ganz dem maskulinen Duft seiner Haut hin, dem intimen Kontakt ihrer nackten Körper, seinen streichelnden Lippen auf den Rundungen ihrer Brüste.

Es war wunderschön. Heiter und innig und sinnlich. Wie sie zusammen auf das Bett fielen, wie er sich über ihr auf die Ellbogen stützte und sie spüren ließ, wie bereit er für sie war.

„Sag mir, was du willst“, bat er leise.

„Ach, nichts übertrieben Ausgefallenes“, erwiderte sie im Scherz.

Mac nahm sie ernst. „Wirklich nicht?“

„Wieso? Du denn?“

„Diesmal nicht. Wir sollten Raum für Steigerungen lassen.“

„Wir können ja ganz simpel anfangen.“

„Genau“, stimmte er zu.

Sie lächelte ihn im schwachen Lichtschein an. Manche Leute nennen es abwertend Blümchensex, aber Blümchen sind doch ganz reizend.

Das Gewicht und die Hitze seines Körpers, der zwischen ihren gespreizten Schenkeln ruhte, der muskulöse Brustkorb, den sie umschlungen hielt – all das wirkte berauschend. Es brauchte keinen Einfallsreichtum oder Erfindergeist, keine Requisiten oder Rollenspiele oder Gymnastikübungen. Jedenfalls nicht in dieser Nacht. Nicht beim ersten Mal.

Denn Lee spürte instinktiv, dass es das erste, nicht das einzige Mal war, und auch er schien es zu wissen.

Er rollte sich mit ihr herum, bis sie oben lag; sie richtete den Oberkörper auf, damit er ihre Brüste nach Herzenslust mit Händen und Lippen erforschen konnte.

Begierig übersäte er sie mit Zärtlichkeiten, streichelte und massierte, saugte an den harten Spitzen mit seinem heißen Mund. Überall bedeckte er ihren Körper mit Liebkosungen, auch an ungewöhnlichen Stellen.

Als er in sie eindrang, war sie längst feucht und schlüpfrig; seine Stöße ließen sie vor Ekstase aufschreien. Der Höhepunkt nahte wie aus dem Nichts, von all den aufreizenden Streicheleinheiten.

Abrupt zog Mac sich mit einem leisen Fluch zurück. „Was haben wir vergessen?“

Sie verstand. „Mist! Ich habe welche …“

„Gut, denn ich habe keine.“

„… sofern sie nicht abgelaufen sind.“

„Hoffentlich nicht! Andererseits bin ich froh, dass sie es sein könnten.“

„Wieso das denn?“

Er drückte sie an sich und bettete sich ihren Kopf auf die Schulter. „Weil ich froh bin, dass du …“, seine Stimme klang schroff, „… na ja, das klingt ziemlich altmodisch. Ich bin froh, dass so was bei dir nicht ständig vorkommt. Darf ich das so sagen?“

„Natürlich, wenn es die Wahrheit ist.“

„Wir einigen uns also auf gewöhnlichen Sex und Ehrlichkeit?“

„Klingt gut für mich.“

„Für mich auch.“

„Ich darf dir also sagen, wie froh ich bin, dass du nicht ständig Kondome mit dir herumschleppst?“

„Ja. Ich hab keine mehr gebraucht seit … etwa sechs Monaten.“ Er dachte einen Moment nach. „Nein, noch länger.“

„Gut zu wissen.“

Eine ganze Weile lagen sie still da.

Schließlich flüsterte Lee: „Dieses Gespräch scheint die Lust vertrieben zu haben.“

„Wir lassen uns die Stimmung durch nichts verderben. Hol endlich die Dinger raus!“

Sie wühlte in der vollgestopften Nachttischschublade. Die Kondome lagen ganz unten. „Sie laufen erst in einer Woche ab.“

„Siehst du?“

„Was denn?“

„Dass es uns vorherbestimmt ist. Es soll passieren.“

„Tja, jetzt, wo du es erwähnst, sehe ich es auch so.“