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Wilfried A. Hary

GG-B 003: Ein Held namens Millory

"Verschollen auf der Dschungelwelt - im Kampf mit dem verrückten Computer!"





BookRix GmbH & Co. KG
81669 München

GG-B 003:

Ein Held namens Millory

Wilfried A. Hary

Schöne neue Welt – die Katastrophe beginnt!“

 

 

 

 

Impressum


Copyright © neu 2015 by

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Sämtliche Rechte vorbehalten!

Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung von

HARY-PRODUCTION!

 

Titelbild: Gerhard Börnsen

Covergestaltung: Anistasius

 

Band 3 der Serie GAARSON-GATE

- basierend auf der gleichnamigen

Romanheft-Serie

(immer mehrere Bände in einem Buch zusammengefasst!)


 GAARSON-GATE ist die Schwesterserie von

STAR GATE – das Original

 

1


Bericht: John Millory

Ort: Vetusta


Man muss auch lernen, zur rechten Zeit den Mund zu halten. Und deshalb würde ich, John Millory, niemals in einem solchen Bericht zugeben, was ich wirklich dachte, als Petro Galinksi hinter mir ächzte: »Das ist nie und nimmer Mütterchen Erde!«

Ich spürte, wie sich meine Nackenhaut schmerzhaft zusammenzog. Nicht die Erde? Wo sonst?

Im einen Augenblick waren wir noch im Gate auf dem Mond gewesen. Das Empfangs-Gate auf der Erde war deaktiviert. Das hatten die Maskierten angekündigt. Aber dann hätte überhaupt keine Übertragung stattfinden dürfen. Es sei denn...?

Ich war dem Ausgang am nächsten. Der war genauso wie auf dem Mond. Das Gitternetz des Gaarson-Gates bestand aus den gleichen winzigen Quadraten.

Nein, es gab einen gravierenden Unterschied: Dieses hier ließ sich problemlos von innen öffnen! Man brauchte nur dagegen zu drücken. Ich tat es einfach und die Tür gab tatsächlich nach, wich nach draußen zurück.

Ich hielt inne und schaute mich um. Wollte ich wirklich wissen, was uns draußen erwartete? Und meine unfreiwilligen Begleiter?

Ich wandte mich wieder nach vorn. Das Gitternetz war jetzt so nahe, dass ich es erkennen konnte: Es war zwar genau gleich einem Gaarson-Gate, wie wir es von der Erde her kannten, sogar die Form war praktisch identisch (sonst wäre eine Übertragung hierher ja auch nicht möglich gewesen), aber... das Material war anders: Eine völlig unbekannte Legierung!

Zwei Indizien gab es dafür: Das Material schimmerte anders und das Türblatt war so federleicht, als würde es großenteils aus Luft bestehen. Das Gitternetz eines irdischen Gaarson-Gates jedoch war aus besonders formstabiler und daher auch ungewöhnlich schwerer Legierung gefertigt.

Wenn es noch eines letzten Beweises bedurft hätte: Natürlich befanden wir uns nicht auf der Erde!

Ich spürte das typische Ziehen in der Bauchgegend. Mein Körper war gespannt wie eine Stahlfeder. Die fremdartige Umgebung reizte meine Sinne zu höchster Aufmerksamkeit.

Ich stieß die Tür auf. Einige Meter entfernt war eine grün leuchtende Wand. Der Zwischenraum bis dorthin war leer.

Ich entspannte mich halbwegs: Kein Begrüßungskomitee = keine Gefahr - vorläufig!

Nicht einmal ein Stäubchen befand sich am Boden. Ich verließ das Gaarson-Gate und schaute mich weiter um.

Es gab keinerlei Computeranzeigen; nur kahle Wände, die in diesem hellen Grün leuchteten, wie aus innen heraus - oder wie gedimmte Bildschirme?

Aber die Wände hatten noch eine Eigenheit: Sie waren nach innen geneigt! Befanden wir uns in einer Pyramide?

Es sah ganz danach aus.

Ohne mich noch um die anderen zu kümmern, ging ich weiter. Ein Teil der Wand löste sich scheinbar auf, als ich mich näherte.

Keine Ahnung, wie die Erbauer dieses Gaarson-Gates hier solche Tricks schafften. Alles war anders. Nur die Form des Gitterkäfigs war gleich.

Hinter der Öffnung war alles hell überflutet.

Ich näherte mich vorsichtig.

Der eigentliche Computerraum. Blinkende Anzeigen, als wären sie eben erst zu neuem Leben erwacht - durch unsere unerwartete Ankunft?

Ich ging durch die Öffnung in den Computerraum und spürte, dass alle mir folgten - stumm, aufmerksam, misstrauisch - und auch zögerlich, genauso wie ich und die Hände an den Paralysern, die zu unserer Uniform gehörten. Wer hätte gedacht, dass sie außer zur Dekoration noch zu was anderem hätten nützlich werden können?

Es gab keinerlei Sitzgelegenheiten oder sonstige Möbel, die uns einen Hinweis auf die Rasse der Erbauer hätten geben können.

Schräg gegenüber tat sich eine neue Öffnung auf. Ich nahm zunächst an, es sei eine Aufforderung für uns, den Computerraum zu verlassen.

Weit gefehlt: Ein seltsames Wesen trat uns entgegen.

Es hatte ein grünes, dichtes Fell, das feucht glänzte, bleckte knurrend sein braunes Gebiss - und stürzte sich im nächsten Moment auf mich, da ich zuvorderst ging.


2


Bericht: John Millory

Ort: Vetusta


Meine linke Faust landete genau an der Kinnlade des Angreifers. Es krachte fürchterlich, aber das war nicht etwa das Kinn des Kerls, sondern mein Handgelenk. Als hätte ich Stahl getroffen.

Der Angreifer prallte gegen mich und hätte mich umgeworfen, aber ich machte eine Ausweichbewegung und half noch ein wenig nach, um den Kerl genau auf der Stirnplatte landen zu lassen.

Ja, es war ein Kerl, nicht etwa ein Tier dieses Planeten. Das war klar. Was hätte ein ›Tier‹ auch hier zu suchen gehabt? Wie hätte es in den wohl von einem Computer überwachten und kontrollierten Gaarson-Gate-Bereich so ohne weiteres eindringen können?

Uns war es ja auch nur möglich, weil wir gewissermaßen ›von innen‹ kamen - nämlich durch das initiierte Gate...

Oder war es etwa - einer der Erbauer?

Der Sturz machte ihm nichts aus. Behände, trotz seiner eher plumpen Gestalt, sprang er wieder auf.

Aber ich ließ ihm keine Chance, einen neuen Angriff zu starten: Meine Hände verkrallten sich in seinem Fell. Ich stemmte ihn über den Kopf und schmetterte ihn mit voller Wucht gegen die Wand.

»Das bringt auch nur ein John Millory fertig!«, ächzte Macson hinter mir begeistert. Dabei kannte er mich erst seit gestern.

Auf die Idee, dass ich vielleicht tatkräftige Hilfe brauchen könnte, kam er natürlich nicht. Anscheinend fürchtete er, sich dabei zu sehr anstrengen zu müssen.

Das schien sowieso immer sein größtes Problem zu sein, wie ich aufgrund seiner Figur vermutete. Und andere ließ er nicht an seiner untersetzten Figur vorbei, weil er damit den Durchgang verbaute.

Der Angreifer war erstaunlich hart im Nehmen, denn der Bums, mit dem er letztlich am Boden aufgesetzt hatte, machte ihm genauso wenig aus wie mein Kinnhaken.

Schon wieder sprang er mich an.

Ich änderte meine Taktik, wich rechtzeitig aus und ließ ihn ins Leere gehen. Und dann fuhr meine Hand wieder zum Schocker, um ihn diesmal zu ziehen. Weiß der Teufel, warum ich es nicht gleich getan und gemeint hatte, mit einem Kinnhaken mich wehren zu müssen.

Der Schocker verfehlte seine Wirkung nicht: Der Bursche gab eine Reihe höchst merkwürdiger Töne von sich und taumelte in Richtung Computerkonsolen. Aus seinen Ohren kam Qualm. Er verrollte die Augen und machte konvulsivische Bewegungen, ehe er umkippte.

Ich hatte schon einige Reaktionen auf den Schocker erlebt, aber diese hier war einmalig.

Petro Galinksi, der Macson endlich beiseite geschoben hatte, erkannte genau wie ich den Grund: »Das ist überhaupt kein Wesen, sondern ein Roboter!«

»Ich hätte mir eine andere Begrüßung gewünscht«, sagte der nachfolgende Colman. Man behauptete, der Mutant locke Frauen an wie Motten das Licht. Zu seinem Leidwesen allerdings war Cora Stajnfeld nicht ganz so begeistert von ihm wie er es anscheinend von Frauen gewohnt war. Ich hatte innerhalb der wenigen Stunden, in denen wir die drei Mutanten kannten, Gelegenheit genug gehabt, dies zu beobachten.

Seltsam, wenn ich Cora anschaute, bekam ich regelmäßig eine trockene Kehle. Oder mir wurde auf einmal zu warm...

»Was beschwerst du dich?«, fragte Macson vorlaut. »Unser Freund hier hat das schon ganz allein erledigt. Habt ihr gesehen, wie John Millory den Schocker gezogen hat? Ich sah mal 'n alten Western aus dem zwanzigsten Jahrhundert. Mann, John Millory hätte damals todsicher 'ne gute Figur abgegeben. Wie damals dieser... dieser... Ah ja, der hieß sogar ebenfalls John, allerdings nicht Millory, sondern Wayne.«

Colman schüttelte den Kopf.

»Sag mal, Macson, muss das jetzt auch noch sein? Haben wir denn nicht schon genug am Hals? Über deine Witze kann doch schon lange niemand mehr lachen. Und dann auch noch in einer solchen Situation...«

Mir war klar, dass die Sprüche nur ihre Furcht vor den unbekannten Gefahren kaschieren sollten, die uns hier erwarteten.

Macson schwieg - scheinbar beleidigt.

»Und jetzt raus hier, bevor noch mehr passiert!«, sagte Petro Galinksi lapidar und schob sich an mir vorbei. Sein brandroter Kurzhaarschnitt schien jetzt tatsächlich zu brennen.

Wir folgten ihm. Die Gruppe blieb automatisch beisammen, als wir dorthin gingen, wo der verkleidete Roboter eingetreten war. Jetzt lag er schwer beschädigt am Boden. Terranische Schockstrahlen schienen seiner Technik wahrlich schlecht zu bekommen.

Petro Galinksi vor uns stöhnte laut auf. Er verbarg uns die Sicht, weshalb wir nicht sofort sehen konnten, was ihm die Sprache verschlug. Der Anblick allein schon wirkte scheinbar auf ihn wie ein Schock...


3


Bericht: John Millory

Ort: Vetusta


Galinksi galt nicht gerade als übertrieben empfindsam. Aber diesmal konnte ich ihn gut verstehen: Auch mir verschlug der Anblick glatt die Sprache: Wir befanden uns inmitten eines Dschungels! Die Bäume waren so hoch wie Wolkenkratzer. Dabei wirkten sie ungewöhnlich schlank, als müssten sie eigentlich beim geringsten Windhauch abknicken.

Dass dies nicht geschah, dafür gab es mindestens zwei Gründe, von denen einer sofort ins Auge stach: Die Baumkronen waren oben so zusammengewachsen, dass die Urwaldriesen ein regelrechtes grünes Dach bildeten.

Der zweite Grund war, dass die Schwerkraft von Dschungelwelt schätzungsweise 0,8 g betrug, also nur vier Fünftel wie auf der Erde.

»Mann, oh, Mann!«, rief Macson in seiner unkonventionellen Art: »Vetusta!«

Niemand fragte ihn, wie er so plötzlich auf diesen Namen gekommen war. Er erklärte es uns trotzdem: »Ist lateinisch und bedeutet soviel wie Urwald!«

»Wie wahr, wie wahr!«, sagte Colman gedehnt und verzog angewidert das Gesicht. Grüne Natur hatte ihn anscheinend nie sonderlich interessiert. Diese hier schien ihm sogar Ekel - oder Furcht? - einzuflößen.

Er wich zur Seite, damit auch die anderen das ganze Ausmaß dieser grünen Hölle überschauen konnten.

»Jetzt ist mir auch klar, warum uns so ein verkleideter Roboter angriff!«, behauptete Macson. Er schaute sich Beifall heischend in der Runde um. Als niemand so recht reagieren wollte, kratzte er sich erst den Bart, rieb sich danach über die Stirnglatze und strich zum Abschluss den verbliebenen Rest von schwarzen Haaren glatt. »Äh, scheint sich um so 'ne Art von Arbeitsroboter zu handeln. Der Umgebung angepasst, weil es hier ganz offensichtlich irgendwelche Wesen gibt, die...?«

Schon wieder schaute er sich in der Runde um. Jetzt zeigten sich alle plötzlich interessiert.

Er lächelte und kostete es erst einmal ein paar Sekunden aus, bevor er mit der Zunge schnalzte und sagte: »Tja, sonst hätten sich seine Erbauer mit der Verkleidung ja keine so große Mühe zu machen brauchen, nicht wahr? Und gewohnt, ungebetene Gäste zu entfernen - griff er sich unseren guten John Millory und...« Abermals das Zungenschnalzen. »Schocker scheint es hier jedenfalls nicht zu geben, sonst hätte man dafür gesorgt, dass die ihm nichts anhaben können.«

Die Theorie hatte einiges für sich: Ein perfekt der Umgebung angepasster Roboter?

Ich entfernte mich von der Gruppe und ging auf den Dschungelrand zu. Der Boden war grün, wie von Moos bedeckt, aber das täuschte: Es handelte sich offensichtlich um beschichtetes Metall - um das gleiche Metall wie in der Pyramide. Der Metallboden ging nicht ganz bis zum Dschungelrand.

Dort verlief das Plattenende merkwürdig gezackt, als wäre es von einem Giganten mit Brachialgewalt einfach abgebrochen worden.

»He, geh nicht zu weit!«, rief mir Cora Stajnfeld hinterher.

Ich tat ganz so, als hätte ich nichts gehört.

Und dann hatte ich die Abbruchstelle erreicht und ging in die Hocke. Der Dschungelboden reichte bis hierher und zeigte Spuren künstlicher Bearbeitung. Ein Werk des Roboters? Wer sagte uns eigentlich, dass sich in der Station nur ein einziger befand?

Unwillkürlich richtete ich mich auf und drehte den Kopf. Ich erwartete unwillkürlich den Anblick einer großen Metallpyramide mit quadratischer Grundform - der typischen Form eines Gates...

Es war nicht die Enttäuschung, die mir den Atem raubte, sondern die Erkenntnis, dass hier etwas geschehen war, was offensichtlich mit der Abrisskante des Metallbodens zusammenhing: Brachiale Zerstörung! - Krieg?


4


Bericht: John Millory

Ort: Vetusta


Hier waren unvorstellbare Energien am Werk gewesen - und dennoch hatte ein Teil des ehemaligen gigantischen Komplexes den Angriff überstanden: Zum Beispiel das Gaarson-Gate, mit dem wir vorhin erst angelangt waren. Es befand sich inmitten des Gebäuderestes.

Oh, konnte man überhaupt Gebäude dazu sagen? Bei diesen ursprünglichen Ausmaßen?

Meine Fantasie reichte durchaus, mir diesen Artefakt als Ganzes vorzustellen: Ein Kilometer maximal hoch! Die Pyramidenform ist da. Das Äußere wirkt grün - als wäre die Pyramide ein Bestandteil des umgebenden Dschungels...

Und dann die vernichtende Bombe - oder was auch immer: Die Pyramide wird auseinandergefetzt! Nur ein vergleichbar winziger Bruchteil davon bleibt stehen...

Er wirkte bizarr und wenn man nicht an die ursprüngliche Form der gigantischen Pyramide dachte, konnte man fast annehmen, ein fantasievoller Künstler hätte diesen Artefakt genauso geplant und auch geschaffen: Nicht der reine Zweck bestimmte die Form, sondern die Laune des Schöpfers.

Außerdem wirkte dieser Überrest des ursprünglichen Gebäudes nicht wie aus Metall, sondern eher wie aus Stein. Wäre ich nicht eben noch persönlich darin gewesen, hätte ich mich vom Anblick täuschen lassen. Ich hätte auch nie vermutet, darin ein Gaarson-Gate zu finden...

Und genau diese Überlegung ließ mich jetzt doch an meiner atemberaubenden Theorie zweifeln: Wenn ich mich nun irrte und hier keineswegs eine kriegerische Auseinandersetzung vorlag? Wenn die Station genauso gebaut worden war - aus Gründen der Tarnung?

Das hätte allerdings nicht die Abrisskante der Metallplatte erklärt, auf dem das Gebäude ruhte und die mindestens fünfzig Schritte weit vom Gebäude entfernt erst endete - auf dieser Seite wenigstens.

Die Gefährten waren längst aufmerksam geworden durch mein ihrer Ansicht nach merkwürdiges Verhalten. Sie entfernten sich vom Gebäude und sahen daran empor - an dieser skurillen Gestaltung.

Ich näherte mich ihnen wieder.

»Vorsicht!«, gellte die Stimme von Petro.

Ich warf mich geistesgegenwärtig beiseite, nicht wissend, vor was er mich warnen wollte, aber die Reaktion kam genau richtig - und auch zum rechten Zeitpunkt: Eine Zehntelsekunde später hätte mich der grüne Tentakel erwischt, der an mir vorbeipeitschte.

Ich sprang erschrocken weiter weg, kam in einer Rolle vorwärts auf und landete wieder auf den Beinen.

Der nächste Tentakelarm hatte mich als Ziel auserkoren. Aber er griff nicht mehr nach mir, sondern pendelte hin und her wie der Kopf einer Schlange. Und ähnlich einer Schlange hatte dieser Tentakel am äußersten Ende ein - Auge!

Ein grauenvoller Anblick, der einem schier das Blut in den Adern gerinnen ließ.

Das Auge beobachtete mich und ich spürte, wie meine Abwehr nachließ. Hatte es hypnotische Wirkung?

Ich schüttelte den Kopf und taumelte rückwärts. Gleichzeitig zog ich den Paralyser und schoss.

Keine Zeit, erst noch großartig zu justieren. Ich jagte den Schockstrahl direkt in dieses Auge hinein.

Der Tentakel zuckte zurück. Dafür schnellten zwei andere vor und peitschten in meine Richtung.

Eigentlich erschienen sie wie selbständige Wesen - eben wie Schlangen, wobei die eine Sorte je ein Auge hatte und die andere blind war. Anstelle der Augen befanden sich dort krallenartige Greifwerkzeuge.

Ich schoss noch mehrmals und sprintete dann zur wartenden Gruppe zurück.

Jede meiner Aktionen wurde von lauten Zurufen begleitet. Als ich wieder bei ihnen war, atmeten die Gefährten erleichtert auf.

Ich schaute zum Dschungelrand hinüber. Die Schockstrahlen hatten wenig Wirkung gezeitigt, aber doch genug, dass ich hatte fliehen können.

»Sehr einladend ist das Gestrüpp auch wieder nicht!«, bemerkte Macson in seiner unnachahmlichen Art. Er schürzte die Lippen. »Also, wenn ihr mich fragt: Wir kehren ins Innere des Gebäudes zurück und überlassen den Rest dem Computer. Irgendwann wird es ihm sicher wieder einfallen, uns hier wegzulassen.«

»Du meinst, wir brauchen dann nur noch einzusteigen und zum irdischen Mond zurückzuspringen?«, fragte Fermens kopfschüttelnd.

Er sagte zum ersten Mal überhaupt etwas. Ein ziemlich wortkarger Bursche, wie ich fand.

Ich betrachtete ihn und seine beiden Mutantenfreunde. Sie waren mir keineswegs unsympathisch, aber ich spürte das typische leise Misstrauen in mir aufkeimen. Schließlich waren sie Mutanten und ich hatte kurz in ihre Akten geschaut. Sie hatten telepathische Fähigkeiten.

Allerdings nicht so stark ausgeprägt, dass sie ohne Probleme anderer Leute Gedanken belauschen konnten. Das beruhigte mich ein wenig.

Fermens war eine beeindruckende Erscheinung. Wenn er locker dastand, mochte man glauben, er sei übergewichtig, etwa wie Macson, aber wenn er sich bewegte, merkte man, dass das alles Muskeln waren.

Und er beherrschte diesen ungewöhnlich muskulösen Körper mit der Virtuosität eines Tänzers.

Oder eines Elitekämpfers!

Hatte davon denn nicht auch etwas in seiner Akte gestanden?

Ich hatte leider zu wenig Zeit gehabt, alles sorgfältig genug zu lesen...

»Und jetzt gehen wir hinein und überprüfen die Theorie von Macson erst einmal!«, schlug ich vor. »Na, worauf warten wir denn noch?«