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1300588Juergens_Lina_Haupt_Schmutz_Druck.pdf

Dieses Buch wurde vermittelt durch die Agentur
Swantje Steinbrink, Berlin.

1. Auflage
Copyright © 2013
beim Albrecht Knaus Verlag, München,
in der Verlagsgruppe Random House GmbH
Satz: Uhl + Massopust, Aalen
ISBN 978-3-641-11223-3

www.knaus-verlag.de

Inhalt

Vorwort

Kleine Einführung

I don’t like Mondays

Mein Fazit des Tages:
Kinder müssen nichts müssen.
Eltern unterstützen sie dabei, wo sie nur können

»Und täglich grüßt …«

Mein Fazit des Tages:
Kinder sind immer Erster.
Eltern verharren geduldig in der Warteschleife.

»Halbzeit«

Mein Fazit des Tages:
Kinder wollen grenzenlosen Spaß.
Eltern machen keinen Ärger.

Donner-Wetter!

Mein Fazit des Tages:
Kinder sind einfach konsequent.
Eltern gehorchen einfach besser.

Endspurt: Augen zu und durch

Mein Fazit des Tages:
Kinder suchen Herausforderungen.
Eltern finden die Lösungen.

Endlich Wochenende!

Mein Fazit vom Wochenende:
Kinder machen ordentlich Wind.
Eltern lassen sich darin treiben.

Epilog

Danksagung

Vorwort

Liebe Eltern!

Keine Sorge! SIE sind in diesem Buch natürlich nicht gemeint! Es geht um DIE ANDEREN! Die, über die Sie sich schon so oft aufgeregt haben, weil sie ihre Kinder nicht erziehen, und wenn, dann zu fröhlichen Nachwuchsterroristen oder Vorstadtdiktatoren.

SIE gehen mit Ihren Kindern natürlich ganz anders um: NEIN heißt NEIN und IHRE Grenzen sind nicht dehnbar wie Kaugummi.

Aber die anderen, das sind die, die ihren Kindern alles erlauben und nichts verbieten.

Diese Eltern haben das Kommando offenbar längst dem Nachwuchs überlassen – und nun wird überall in Deutschland geschimpft: Über ungezogene Kinder und Besserwisser-Eltern. Jene Mütter und Väter, die das Elternsein angeblich neu erfunden haben. Aber was genau machen die? Und worüber regen wir uns eigentlich so auf?

Ich bin der Sache auf den Grund gegangen – und habe neben ganz normalen Bürgern auch jene nach ihren Erlebnissen und Erfahrungen gefragt, die täglich mit Eltern und ihren Kindern konfrontiert werden: Lehrer und Lehrerinnen, Erzieher und Erzieherinnen und Sozialpädagogen.1

Die müssen es ja wissen …

1 Aufgrund der besseren Lesbarkeit verzichtet die Autorin auf eine durchgängige weibliche und männliche Schreibweise.

Kleine Einführung

Ihr Kinderlein kommet! Deutschland braucht Zuwachs! Der gebildete Mittelstand im gebärfreudigen Alter soll für den bitter nötigen Nachwuchs in unserem Land sorgen. Im Gegenzug will der Staat für ihn sorgen: mit mehr Krabbelstuben, einem gesetzlichen Anspruch auf einen Krippenplatz sowie Betreuungs- und Elterngeld.

Das ist der Deal, und der geht vollkommen Ordnung. Aber viele Eltern von heute haben offensichtlich das Kleingedruckte nicht gelesen. Da steht nämlich drin, dass sie nicht nur erziehungsberechtigt, sondern auch -verpflichtet sind. Rund um die Uhr. Also auch nach Feierabend, im Urlaub und am Wochenende. Doch deren Credo lautet wohl: Wir möchten an lauen Sommerabenden mit unseren Freunden ungestört im Biergarten sitzen, im verrauchten Partykeller der besten Freundin tanzen oder nach Feierabend entspannt auf dem Balkon ein Glas Wein trinken. Und uns nicht mit der trotzköpfigen zweijährigen Mia-Marlene auseinandersetzen. Schon gar nicht den schreienden fünfjährigen Anton vom Fernseher wegzerren. Oder der übermüdeten dreijährigen Louise erklären, dass man das Steinpilzrisotto nicht auf dem guten Olivenholz-Esstisch verreibt! Und jetzt haben wir den Salat. Denn man kann niemanden dazu zwingen, seine Kinder zu erziehen. Schon gar nicht anständig.

Vielleicht sind das aber einfach die besseren Eltern! Cooler, klüger und fortschrittlicher! Sollten wir das vielleicht neidlos anerkennen? Oder sind sie einfach nur faul, feige und frech? Weil sie konsequent Erziehung verweigern, jeder Konfrontation mit ihrem Kind aus dem Weg gehen und stattdessen ihren Mitmenschen auf die Nerven? Finden wir es heraus!

Begleiten Sie mich auf meinem Streifzug durch Cafés, Restaurants, Geschäfte und auf Spielplätze, wo sich abenteuerliche, amüsante und absurde Szenen zwischen Eltern und ihrem Nachwuchs abspielen.

Besuchen Sie mit mir Kindertagesstätten, Krabbelstuben, Krippen und Grundschulen und lauschen wir den Geschichten der Augenzeugen – Lehrer, Erzieher und Sozialpädagogen:

von verzweifelten Vätern, die ihre Kinder nach Kita-Schluss ohne fremde Hilfe nicht nach Hause bekommen;

von fleißigen Müttern, die während des Unterrichts die Schultaschen kontrollieren;

von besorgten Mamas, die ihren lieben Kleinen zum Schwimmen im Hallenbad Neoprenanzüge anziehen;

und von total gechillten Eltern, die beim Kindergarten-Kaffeetrinken erst dann so richtig abschalten können, wenn um sie herum das Chaos ausbricht …

Dazu meine Top 10 der Pädagogen-Kommentare:

1. Das ist vollkommen normal!

2. Ich weiß nicht, wie lange ich das noch aushalte!

3. Die haben bei ihren Kindern nichts mehr zu melden!

4. Die Väter sind noch schlimmer!

5. Alles kleine Götter und kleine Einsteins!

6. Schuld sind immer die anderen!

7. Der Kunde ist König!

8. Die lassen sich von ihren Kindern alles gefallen!

9. Die wissen ja sowieso alles besser!

10. Oh, sehr gerne! Wie lange haben Sie Zeit? (Auf die Frage, ob sie mir etwas über ihre alltäglichen Erfahrungen mit Eltern und ihren Kindern erzählen würden.)

Freuen Sie sich auf Unglaubliches aus der schönen neuen Kinderwelt!2

2 Alle Namen wurden geändert: die der Betreuungseinrichtungen und der Lehrer und Erzieher, die aus persönlichen Gründen anonym bleiben möchten. Einige Anregungen und Inhalte sind den Beiträgen aus www.Forum-fuer-Erzieher.de, www.eltern.de und www.netmoms.de entnommen.