Katinka Saltatori

Männer sind Schlümpfe

Gesamtherstellung:
NOREA DRUCK & VERLAG
9020 Klagenfurt am Wörthersee / AUSTRIA
office@norea.at www.norea.at

Cover: Daniel Jokesch
Lektorat: Josef G. Pichler

Alle Rechte beim NOREA Verlag 9020 Klagenfurt am Wörthersee / Austria
© 2013 NOREA Verlag, Klagenfurt am Wörthersee / Austria
ISBN 978-3-85312-115-3

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eBook-Herstellung und Auslieferung:
HEROLD Auslieferung Service GmbH
www.herold-va.de

Inhaltsverzeichnis

1.

Vorwort

2.

Männer sind Schlümpfe

3.

Casting

4.

Katinka lässt sich liften

5.

Der Aufleger

6.

Die Chefin

7.

Mächtigkeitsspringen

8.

Touristen

9.

Gaumensex

10.

WM-Offensive für Frauen

11.

Jäger und Rammler

12.

Von Horoskopen

13.

Siestasex

14.

M.I.L.F.

15.

Mann oder Maus

16.

Wahrer Humor

17.

Guter Geschmack

18.

Beziehungsstatus

19.

Unterleibs-Chakra

20.

Sechs Liter Wasser

21.

Julias heilende Hände

22.

Erziehungsmaßnahme

23.

Von Vögeln

24.

Der Slogan

25.

Mufos und Schwafos

26.

Zufrieden

Vorwort

Nichts ist interessanter für Frauen als Männer. Nichts ist unverständlicher, nichts geheimnisvoller und nichts ist lustiger. Ich lache gerne, speziell über Männer.

Die Frauen in meinem Buch sind modern und stark und sie scheren sich nicht darum, was Nachbarn, Freunde und die Kollegen denken. Egal ob verheiratet, verwitwet, geschieden oder Single und unabhängig davon, ob sie Kinder haben oder nicht. Sie leben. Und: Sie leben richtig.

Als Journalistin sind mir im Laufe der Jahre viele starke Frauen begegnet, die sich mir öffneten und recht intime Dinge erzählten. Als Freundin, Mutter und Ehefrau, als Lebensabschnittsbegleitbefugte, Geschiedene und Single durfte ich meine eigenen Erfahrungen sammeln.

Ich selbst bin Mitte dreißig, eher untergroß, eher kräftig gebaut, mittelmäßig intelligent und überhaupt allgemein eher mittelmäßig. Eigentlich nichts Besonderes. Ich habe nur eine ganz besonders spitze Feder, wenn es um die Erzählungen der Alltagssorgen von Frauen geht. Auch mit der Aufarbeitung und Erzählung meiner eigenen Erlebnisse gehe ich nicht „zimperlich“ um. Etliche „Episoden“ sammelten sich da in den Jahren zusammen. Viel Lustiges, manch Trauriges – aber immer nur allzu Menschliches. All das inspirierte mich zu meinen Texten.

Ich bin bestimmt keine Feministin, keine Emanze, keine Lesbe. Nicht einmal sonderlich männerfeindlich. Im Gegenteil: Ich liebe Männer mit all ihren Fehlern und all ihren guten Seiten. Zuweilen mag der Eindruck entstehen, dass ich Männer direkt hasse. So ist das nur in Phasen, wenn ich gerade einmal wieder im Freundes- und Bekanntenkreis ein gebrochenes Frauenherz kitte oder schmalzige Frauenträume von einer neuen Liebe vom Boden aufwische. Ich bin auch keine Moralistin, sondern akzeptiere alle Formen des Zusammenseins zwischen Mann und Frau, Frau und Frau, Mann und Mann. Mit Trauschein und ohne, fremdgehend oder heimgehend, aber gewiss nie verurteilend und wertend.

Die folgende Geschichtensammlung ist ein Potpourri aus selbst erlebten, fremd erzählten und gut erfundenen Storys, die entweder so passiert sind, oder aber so hätten passieren können. Es stellt eine humorvolle „Auseinandersetzung“ von Pannen, Pleiten und Spaß beim Sex dar. Die Inhalte sind zum Teil doch recht pikant, vielleicht sogar deftig, aber niemals schlüpfrig. Zartbesaitete sollten das Buch daher eher verschenken oder peinlich berührt lesen, dann weitererzählen, wobei sie sich maßlos schämen, um es schließlich auszuprobieren … Allen Männern, die es lesen, rate ich zur Vorsicht, denn nicht alles wird ihnen gefallen, anderes wird überraschen. Übrigens ist auch eine Kolumne speziell den Herren gewidmet, denn auch sie haben mit mir gesprochen, sich offenbart und sich köstlich bei meinem Interview amüsiert. Jede Episode ist mit einem Augenzwinkern geschrieben, könnte so oder so ähnlich jeder Frau widerfahren sein und darf ruhig auch ernst genommen werden.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre, lachen Sie, weinen Sie, probieren Sie es aus – aber vor allem Leben Sie!

Männer sind Schlümpfe

Früher habe ich mich mit meinen Freundinnen gerne beim Ausgehen an der Theke zusammengestellt, um dort meinen Platz in der Jury einzunehmen. Benotet wurden die Auftritte der Herren der Schöpfung, die das Lokal betraten. Ein „unschuldiges“ Vergnügen, dem nicht nur Frauen etwas abgewinnen können.

Männer machen das ganz automatisch: taxieren, bewerten, einstufen. Potenzielles One-Night-Stand-Opfer oder Mutter für meine Kinder? Das war schon immer so – egal ob in der Neandertalerhöhle oder in der Kellerbar. Es läuft immer gleich ab: Die Türe geht auf, egal wo auf der Welt. Eine Frau tritt ein. Es folgen Busen-Check, Hintern-Check, Beine-Check, HaareCheck, Alters-Check, Gesamtnote. Die Bestnote zehn erreichen ganz wenige, da sieht man den Testosteron-Sabber dann schon auf die Krägen tropfen. Aber eine Sieben oder Acht gibt es öfters, vor allem wenn man bedenkt, dass Männer rein statistisch alle paar Minuten an Sex denken.

Bei Frauen läuft der Schönheitswettbewerb auch nicht viel anders ab: Der Blick geht über Hintern, Schultern, Hände, Haare, Augen, Schuhe, dann Gesamteindruck und Bewegungstalent. Danach Beurteilung, hart aber gerecht. Freilich ist es oberflächlich, trotzdem unterhaltsam. Lustig ist, dass die Bestnoten-Kandidaten meist nicht die waren, die mit einer meiner Freundinnen (oder mit mir) abgezogen sind. Nein, es waren auch Dreien und Vieren, die schließlich das Rennen machten. Weil sie sich bei näherer Betrachtung als nett, anständig, intelligent oder humorvoll erwiesen, während die Einser zu späterer Stunde ausfällig wurden, sich als total dämlich, verheiratet oder schlicht schwul erwiesen.

Ja, so war das früher. Ab einem gewissen Alter überlegt FRAU sich, ob es außer der oberflächlichen Beurteilung, die ja im Grunde nie aufhört, auch eine andere, tiefgründige geben könnte. Eine, die Männer aufgrund ihres Verhaltens, ihres Intelligenzquotienten und ihrer Persönlichkeit einschätzt. Nach einer durchzechten Deutsche-Welle-Party mit Hits von Nena und Grönemeyer habe ich nun eine gefunden. Herbert singt: „Männer … sind schon als Baby blau, Männer haben Muskeln, Männer sind ziemlich schlau …“. Da hatte ich es!

Männer sind blau, blau wie Schlümpfe. Sie haben große eierförmige Köpfe mit hässlichen Hörnern (Gelfrisuren) drauf, große Hände und Füße, einen „Stummelschwanz“ und sprechen eigenartig. Außerdem sind die meisten nicht so hell im Oberstübchen und sie stehen alle auf dieselbe Frau. Es gibt aber noch mehr Übereinstimmungen: Sie kommen irgendwie alle aus dem (Ur-)Wald. Männer würden am liebsten ewig unter sich bleiben. Wenn einer ein Feuer anzündet, hüpfen sie sinnlos rundherum, und dass man vor einer „Katze“ mit scharfen Krallen davonlaufen muss, haben sie auch alle kapiert. Sie sind Handwerker, Musiker, Genies, Maler, Giftzwerge … Sie sind wie Schlümpfe.

Ab sofort unterscheide ich nur noch hellblaue von blitzblauen und dunkelblauen Schlümpfen. Hellblaue sind wenig gefährlich, weil noch Babys. Zu ihnen zählen die noch nicht ausgewachsenen und die ewigen Muttersöhnchen. Blitzblaue sind schon älter, haben es auch schon einmal mit einer echten Frau versucht und sind bedingt erträglich. Die schlimmste Sorte sind die dunkelblauen, die gehen schon auf die Midlife-Krise zu und sind ausgekochte Zwerge, egal wie groß sie sind. Sie können einer Frau das Blaue vom Himmel erzählen, um sie dann anschließend sitzen zu lassen, und sind noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Diesen Typ Schlumpf unbedingt meiden.

Mein persönlicher Favorit ist Papa Schlumpf. Mit seinem Weihnachtsmann-Styling hat er so etwas Erhabenes, er steht über den Dingen. Er ist der Chef – der Ober-Macker. Papa hat die anderen Stadien schon hinter sich und einen „Zauberstab“ hat er auch. Was man uns in den frühen 1980ern verschwiegen hat: Schlumpfine kam jede Nacht! Also Mädels: Schaut euch doch die Schlümpfe etwas genauer an. Und: Schlumpfhausen könnte überall sein!