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Inhaltsverzeichnis
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

VORWORT
»Wer hätte das gedacht?!« – Dieser Satz ist in den letzten Jahren des Öfteren bei uns gefallen. Denn wer hätte gedacht, dass eine spontane Idee am Küchentisch eine deutschlandweite Humor-Lawine lostreten könnte und dass zwei Jahre später ein Buch über kleine lustige Unterhaltungen zu einem unerwarteten Bestseller werden würde?!
 
belauscht.de heißt die spontane Idee. Sie ist eine Internetseite, die wir, vier Freunde und Bewohner einer Studenten-WG, im Sommer 2006 zwischen Getränkekisten und Pizzakartons gründeten. Auf ihr archivieren wir kurze Episoden aus dem echten Leben, die zufällig belauscht wurden. Skurrile Gesprächsfetzen, die aus dem großen Sprachrauschen herausstechen, weil sie besonders witzig, originell oder absurd sind. All jene Konversationsschnipsel eben, die man im Bus, in der Bahn, an der Kasse oder während der Arbeit mit halbem Ohr mitgehört und am Abend noch immer nicht vergessen hat. Der Werdegang von belauscht.de ist schnell erzählt: Aus den anfänglich gut fünfzig Geschichten und Erlebnissen aus dem eigenen Freundeskreis entwickelte sich binnen weniger Monate eine bunte Sammlung aus Hunderten irrwitziger ›Belauschnisse‹, die uns von einer stetig wachsenden Leserschaft zugeschickt wurden. Authentische Erlebnisse, die einen kompromisslosen Blick auf ein ganz anderes Deutschland bieten. Ein neugieriges Horchen am sich ständig verändernden Puls der Zeit – unterhaltsamer als jede Reality-Show. Seitdem spitzen Tausende Leute fleißig ihre Ohren und belauscht.de ist zu einem festen Begriff im deutschsprachigen Internetraum geworden. Wer hätte das gedacht …
 
Als uns dann der Heyne Verlag im Sommer 2008 fragte, ob wir nicht Lust hätten, aus den besten Einsendungen unserer Seite ein Buch zu machen, wurde für uns, so klischeehaft es auch klingt, ein Traum wahr. Denn natürlich war der Gedanke, irgendwann einmal ein Buch zu machen, bereits durch unsere Köpfe gespukt. Dass es tatsächlich dazu kommen würde, haute uns dann aber doch ziemlich von den Socken. Ein gutes Jahr später war es dann so weit: Ein kleines knallgrünes Buch mit dem seltsamen Titel Entschuldigung, sind Sie die Wurst? erblickte die Welt, roch nach Druckerschwärze und schrie nach Aufmerksamkeit. Wir waren glücklich – hatte uns doch allein das Erstellen des Manuskripts unglaublichen Spaß gemacht. Nicht selten mussten wir vor lauter Lachen die Arbeit unterbrechen. In den folgenden Monaten schlug sich die ›Wurst‹ dann auch sehr wacker. Immer mehr Menschen wurden auf das Buch aufmerksam, das Feedback war toll und die Medien begannen, darüber zu berichten. Wir stellten mit Freude fest, dass sehr viel mehr Menschen die Faszination und Begeisterung der Belauscht-Gemeinde teilten, als wir geahnt hatten. So viele, dass für einige Zeit die Druckerei dem Ansturm nicht mehr gewachsen war und die ›Wurst‹ zur gefragten Mangelware wurde. Zwangsläufig teilten dadurch auch immer mehr Menschen ihre Erlebnisse mit uns, überschwemmten uns geradezu mit ihnen. Das Beste daraus halten Sie gerade in Ihren Händen. Nee, wir haben nur freilaufende Eier! ist die Fortsetzung einer Geschichte, deren Hauptdarsteller wir alle sind. Es ist die Essenz von dem, was die Nation in der letzten Zeit so von sich gegeben hat. Brandneue Belauschnisse im poppig-orangefarbenen Gewand. Und wir können Ihnen versprechen: Deutschland spricht witziger denn je!
 
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine angeregte Lektüre und hoffen, Ihnen Häppchen für Häppchen Freude bereiten zu können. Und wer weiß, vielleicht finden Sie sich ja selbst wieder?
Zum Abschluss möchten wir all denjenigen von ganzem Herzen danken, die durch die Einsendung ihrer Erlebnisse dieses Buch überhaupt erst möglich gemacht haben! Wie ein altes Sprichwort sagt: Das Paradies verdient, wer seine Freunde zum Lachen bringt!
 
 
Felix, Krischan, Nico und Thomas belauscht.de
 
 
PS: Der obligatorische Aufruf darf natürlich auch dieses Mal nicht fehlen. Wenn Sie selbst etwas erlebt haben, was Sie gerne mit anderen teilen möchten: Bitte, bitte zögern Sie nicht! Auf belauscht.de erwartet man Sie mit größter Spannung.

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DEUTSCHLAND IM WO-TON UNSER LAUSCHVERHALTEN
Wo lauscht man eigentlich am meisten in Deutschland?
 
Der geografische Ursprung von mehr als 30 000 gesammelten Belauschnissen verrät viel über unser Lauschverhalten: Die Epizentren des Lauschens liegen im Süden und Westen, der Osten hingegen hört deutlich weniger mit. Wer weiß, möglicherweise ist das Desinteresse der neuen Bundesländer am Reden der anderen ja eine Spätfolge des staatlichen Lauschangriffs in der DDR?
 
Voilà, die Lauschkarte Deutschland!

sex, drugs and nachbarschaft

- Düsseldorf-Flehe.
 
Eine ältere, sehr neugierige Dame trifft ihre deutlich jüngere Nachbarin im Treppenhaus, als ich gerade an den beiden vorbeigehe.
 
Ältere Dame: »Was war da gestern Nacht los bei Ihnen?!« Nachbarin: »Nun ja, ich hatte wilden Sex … und Sie?«
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GRANDIOSE GESPRÄCHE – „ICH HATTE WILDEN SEX... UND SIE?”
Touché! Manche Menschen sind mit dem Talent gesegnet, perfekt zu kontern, spontane Pointen zu platzieren und jedes Gespräch kunstvoll zu ihren Gunsten zu wenden. Personen dieses Schlages gehen meist als lachende Gewinner vom verbalen Schlachtfeld und ihre Zuhörer lachen ausgiebig mit – sofern der Witz nicht auf ihre Kosten geht. Wenn wir im Supermarkt den vermeintlichen Erlöser treffen, Zeuge einer entwaffnenden Sex-Diskussion zwischen dem Hausdrachen und der Nachbarin werden oder der Apotheker geschäftsschädigende, aber ehrliche Ratschläge verteilt, ist jeder noch so trübe Tag gerettet. Den Belauschern der folgenden Szenen ist es zu verdanken, dass nun vielleicht auch Ihr Tag gerettet ist. Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie die grandiosesten Gespräche von belauscht.de!

lieferung im blitzversand

- Wuppertal. Klotzbahn.
 
Ein Kunde kommt mit einem Bilderrahmen in der Hand an die Kasse eines Fotogeschäfts.
 
Kunde: »Gibt es den hier auch im Querformat?«
 
Verkäufer nimmt dem Kunden den Rahmen aus der Hand, dreht ihn um neunzig Grad und sagt:
 
»Gerade reingekommen.«

reden ist silber, schweigen ist sicher

- Berlin. In der S-Bahn.
 
Eine Interviewerin von der Bahn geht im Waggon umher und befragt Fahrgäste. Sie tritt an einen Mann heran.
 
Interviewerin: »Dürfte ich Ihnen einige Fragen stellen, dauert auch nur eine Minute?«
Fahrgast: »Nee nee, ick hab gestern bei’ner Umfrage von meiner Telefongesellschaft mitjemacht, und heute is meine Leitung tot. Wenn ick jetzt bei Ihnen die Umfrage mitmache, is morgen meine Monatskarte weg.«

spruch von der konkurrenz geklaut?

- Frankfurt am Main. Flughafen.
 
Am Ende des Fluges von Brüssel nach Frankfurt. Nachdem wir endlich wegen schlechten Wetters mit vierstündiger Verspätung in Frankfurt gelandet sind, meldet sich der Pilot aus dem Cockpit:
 
»Herzlich willkommen mit Verspätung in Frankfurt und vielen Dank, dass Sie mit der Deutschen Bahn gereist sind!«

mit jedem zeigerschlag dem anfall näher

- Bonn. In der U-Bahn.
 
Ein Opa wartet auf eine der letzten U-Bahnen des Tages nach Köln. Als die Bahn mit viel Verspätung einfährt, zeigt der Opa wild pochend mit dem Finger auf seine Armbanduhr. Die U-Bahn hält, der Fahrer kommt aus dem Führerhaus, geht auf den Opa zu und fragt ihn laut:
 
»Donnerwetter, neue Armbanduhr?«

jesus christ supermarktstar?

- Losheim. Delhaize-Supermarkt.
 
Ein Mann mit langem Bart, hanffarbenem Umhang und Birkenstock-Latschen betritt das Geschäft.
 
Junger Typ: »Guckt mal, da ist Jesus!« Mann (dreht sich um): »Sorry Jungs, aber ich bin’s nicht.«

auf den apfel gebracht

- Ludwigsburg. In einer Apotheke.
 
Älterer Herr: »Ich bräuchte was fürs Immunsystem.« Apotheker: »Nebenan ist Markt. Kaufen Sie sich dort’nen großen Apfel!«

trotz schüssel kein empfang

- Rothenburg ob der Tauber.
 
In der öffentlichen Toilette im Untergeschoss eines sehr alten Gebäudes mit massiven Steinmauern. Ein Handy klingelt in einer Kabine neben mir.
 
Stimme: »Hallo? … Was? … Hallo?! … Ich versteh dich nicht! Das kommt hier total abgehackt! … Mist!« Stimme aus der Nebenkabine: »Dann tu was an deiner Verdauung!«

keine lust auf brust

- Münster. In einem Café.
 
Eine junge Mutter sitzt mit ihrem Säugling und einer Freundin hinten in einem Café. Das Kind weint fürchterlich. Die Mutter legt ein langes Tuch über die Schulter und legt das Kind darunter an, um es zu stillen. Ein älterer Herr geht durch den Gang.
 
Älterer Herr (entrüstet): »Muss das denn sein? Hier?« Mutter: »Was stört Sie denn? Dass ich sie füttere? Ich hab doch extra das Tuch übergelegt, oder können Sie was sehen, was sie anstößig finden?«
Älterer Herr: »Sehen nicht, aber ich weiß doch ganz genau, dass darunter Ihre nackte Brust ist!«
Frau am Nebentisch: »Stellen Sie sich vor, unter meinem Pullover hab ich auch zwei davon.«

gut getimed, schlecht gelaunt

- München-Feldmoching. In der S-Bahn.
 
Ein älteres Ehepaar schafft es gerade noch so in die S-Bahn Richtung Flughafen, indem sie sich in die Tür zwängt und er mit zwei Koffern im Schlepptau hinterhersprintet.
 
Sie: »Mei, des woar aber knapp. Wir hättn doch früher losfahrn solln!«
Er (schnauzt zurück): »Des woar ned knapp! Des woar TIMING!«

herzensbrecherin der anderen art

- Wien. Café Sperl.
 
Zwei ältere aufgetakelte Damen unterhalten sich angeregt und sehr lautstark über die Krankheiten in ihrer Familie.
 
Dame (laut, schnell und mit schriller Stimme): »MeinMannhatHerzrhythmusstörungenseitwirunskennen!« Darauf ein zeitungslesender Gast vom Nebentisch:
 
»Wen wundert’s?«

die kennt ihre poppenheimer

- Duisburg-Kaiserberg. Im Kindergarten.
 
Eine äußerst entrüstete Mutter eines Vierjährigen beschwert sich eines Morgens bei der Leiterin unseres Kindergartens.
 
Mutter: »Unser Phillip kam gestern nach Hause und hat von ›ficken‹ gesprochen! Das kann er nur hier aus dem Kindergarten haben.«
Kindergartenleiterin: »Unsere Kinder sagen nicht ›ficken‹, die sagen ›bumsen‹!«

nach dem einparken: aus der haut fahren

- Augsburg. Ampel vor dem Hotelturm.
 
Ein Fahrschulauto steht vor der grünen Ampel. Autos hupen. Plötzlich öffnet sich die Türe, der Fahrlehrer springt aus dem Auto, geht zu dem hinter ihm stehenden Fahrzeug und klopft an die Fahrerscheibe. Als diese sich öffnet, sagt er:
 
»Kumm geh vor und bring ihras Autofahrn bei… I hup für di weida!«

da sucht jemand anschluss

- Nicaragua. Insel Ometepe.
 
Zwei Deutsche besteigen mit ihrem Guide einen Vulkan. Sie werden von einem anderen Wanderer ohne Guide überholt, der ihnen im Vorüberlaufen auf Deutsch mit österreichischem Akzent zuruft:
 
»Warum habt ihr euch denn einen Führer genommen? Wusstet ihr nicht, dass ein Österreicher mit von der Partie ist?«

wo ist mein fluchtfahrzeug?

- Berlin. Flughafen.
 
Das Flugzeug ist gelandet, die Passagiere steigen aus. Ein Steward eilt auf einen körperlich schwerbehinderten Mann zu.
 
Steward (näselnd): »Wenn Sie noch fünf Minuten hier warten könnten, dann komme ich und bringe Ihren Rollstuhl mit.«
Behinderter: »Na ick werd Ihnen ohne den Rolli schon nich ausbüxen, Sie Witzbold!«

terrorwaffe teenie-group

- Stuttgart. Flughafen.
 
Ein Teenie-Mädchen checkt gerade ein.
 
Mädchen: »Darf ich CDs mit ins Handgepäck nehmen?« Check-in-Angestellter: »Ja klar … aber nur wenn’s kein ›Tokio Hotel‹ ist. Ich hab deshalb heute schon zwei Leute abgewiesen. Man muss schließlich auch was zur Bewahrung eines ordentlichen Musikgeschmacks beitragen. Meine Kollegin hier zum Beispiel ist da ganz schlimm.«

ticket ins glück

- Zwischen Dortmund und Düsseldorf. In der Bahn.
 
Fahrkartenkontrolle. Stolz zeigt ein kleiner Junge sein Ticket.
 
Junge: »Ich hab auch eine Fahrkarte und duuuu musst da ein Loch reinmachen!«
 
Der Schaffner knipst sein Ticket ab. Der Junge kramt in seinen Hosen und zeigt dem Schaffner zwei weitere Karten.
 
Junge: »Schau mal, ich hab schon drei Stück!«
 
Der Schaffner lächelt und drückt dem Jungen noch zwei weitere Karten in die Hand.
 
Schaffner: »Und nun hast du schon fünf!« Junge (vor Freude quietschend): »Das Leben ist schöööööööön!«

das macht mut

- Bochum. Vor dem Hauptbahnhof.
 
Exkursion eines Uni-Seminars. Der Fahrer des Reisebusses geht vor dem Start die Sicherheitsanweisungen durch.
 
Busfahrer: »Und das da oben im Dach ist die Notausstiegsluke. Wenn Sie jetzt denken, da komm ich doch nie hoch, keine Sorge. Wenn der Bus quer im Seitengraben liegt, dann schaffen Sie das auch.«

verloren im universum der personalpsychologie

- Leinfelden. In einer Firma.
 
Ein paar Kollegen waren am Vorabend im Kino und haben den neuen ›Star-Trek‹-Film gesehen. Der Projektleiter will das zur Motivation nutzen und vergleicht das Projekt mit der Mission des Raumschiffs.
 
Projektleiter: »Wenn ihr mal überlegt: Was macht diese Crew so erfolgreich?«
Mitarbeiter #1: »Sie engagieren sich.«
Mitarbeiter #2: »Sie sind Spezialisten auf ihrem Gebiet.«
Mitarbeiter #3: »Sie ignorieren die Befehle ihrer Vorgesetzten.«

schlechte manieren für fortgeschrittene

- Nürnberg. In einem Büro.
 
Die neue Auszubildende telefoniert mit einem nervigen Außendienstmitarbeiter. Dieser redet zehn Minuten ununterbrochen auf sie ein, wobei sie krampfhaft versucht, ihn so höflich wie möglich abzuwimmeln. Der Chef hört das Ganze mit.
 
Chef: »Zu dem kannst ruhig ein bisschen unhöflich sein wenn er dich nervt.«
Auszubildende: »Unhöflich sein liegt mir nicht. Das liegt nicht in meiner Natur.«
Chef: »Ach, das lernst du schon noch. Arroganz kommt im zweiten Lehrjahr dran!«

speed-wetter

- Im Radio.
 
Ich bin auf dem Rückweg aus dem Urlaub. Der Moderator im Radio schwärmt gerade von einer seiner Lieblingsbands. Dann:
 
»… Oh, jetzt hab ich das Wetter ganz vergessen …«
 
(Pause)
 
»… wird warm, ist Sommer.«

ach, leck mich am A-klasse

- Neumarkt. In einem Autohaus.
 
Ein Kunde (ca. fünfzig) kommt am ›Tag der offenen Tür‹ in ein VW-Autohaus und spricht den Verkäufer an.
 
Kunde: »Haben Sie auch die Mercedes A-Klasse hier?«
 
Der Verkäufer geht schnurstracks zum neuen Golf Plus.
 
Verkäufer: »Ja hier, schauen Sie mal, ganz neu!«
Kunde: »Moment mal, wollen Sie mich verarschen?«
Verkäufer: »Moment mal, wer hat denn damit angefangen?«

der playboy und sein anti-bunny

- Im Zug von Halle nach Magdeburg.
 
Ein junges Pärchen (ca. 18) sitzt sich gelangweilt gegenüber, bis er einen ›Playboy‹ aus der Tasche zieht und anfängt zu blättern. Sie schaut ihn total erbost an.
 
Er: »Hey Schatz, da steh‘n interessante Artikel drin!«
 
Sie reißt ihm das Heft aus der Hand und blättert selber darin, während er nur verdutzt zuschaut.
 
Sie: »Wow, hier ist ein Artikel wie sich ein weiblicher Orgasmus anfühlt!«
Er: »Und, stimmt es zumindest?«
Sie (liest weiter, dann unbeteiligt): »Wie soll ich das denn beurteilen?«

konserviert wird nur auf belauscht.de

- Cottbus. Straße der Jugend.
 
Nachmittags in einem Dönerladen. Drei rechtsangehauchte und schon etwas betrunkene Personen unterhalten sich.
 
#1: »… der Karsten, der tut nicht so, der ist richtig dumm. Mit dem kann man keine vernünftige Konservation führen.«
#2: »Konsi was?«
#1: »… naja … Prost!«

gesucht und nicht gefunden

- Stuttgart. Hauptbahnhof.
 
Eine Frau läuft den Bahnsteig entlang. Ein Typ kommt auf sie zu.
 
Er: »Ey sorry, ich such’ne Freundin.«
Sie (trocken): »Tut mir leid, ich hab keine.«

schwester renate zu kasse fünf bitte

- Düsseldorf. Uniklinik, Blutspendezentrum.
 
Die Schwester will einem Spender gerade die Nadel in den Arm stechen.
 
Spender: »Wie üben Sie eigentlich die Ader richtig zu treffen?«
Schwester: »Gar nicht, ich bin nicht von hier. Eigentlich arbeite ich bei Lidl.«

letzte chance des abends

- Berlin. Ostbahnhof.
 
Nachts am Taxistand.
 
Taxifahrer: »Wo soll es denn hingehen?«
Fahrgast: »Nach Hause?«
Taxifahrer: »Okay, zu Ihnen oder zu mir?«

gehhilfe schaffner

- München. Oktoberfest.
 
Wie immer zum Oktoberfest schiebt sich eine breite Masse betrunkener Menschen die Rolltreppe an der U-Bahn-Haltestelle Theresienwiese hinunter, während die noch nüchternen Neuankömmlinge in entgegengesetzter Richtung die U-Bahn verlassen. Es kommt eine neue U-Bahn an.
 
Durchsage: »So liebe Leut, jetzt machts ihr den Bahnsteig für die andern frei. Und ihr dies scho hoamgeht – erst den linken Fuß vor den rechten, dann den rechten Fuß vor den linken – und des abwechselnd – des nennt sich dann ›gehen‹.«

die bittere weisheit

- Berlin. Flughafen Tegel.
 
Sicherheitskontrolle nach dem Check-in am Flughafen Tegel. Routiniert lege ich unter den gelangweilten Augen einer älteren Dame, die vor dem Monitor sitzt, meinen Laptop, Tasche, Handy etc. auf das Band und folge ihrer Bitte, auch noch den Gürtel abzulegen.
 
Ich (lächelnd): »Hoppla, jetzt rutscht die Hose!«
Sie (trocken): »Junger Mann, wissen Sie eigentlich, wie viele Männer mir das schon versprochen haben, und dann passiert doch nix …«

fußballvision song contest

- Köln. In der Straßenbahn.
 
Während der WM 2006. Vor der Partie England gegen Schweden.
Eine Horde englischer Fans in der Straßenbahn Richtung Stadion intoniert lautstark den Klassiker ›Three Lions‹.
 
Fans: »It’s coming home, it’s coming home, it’s coming … Football’s coming home …!!!«
 
In der Bahn sitzen auch schwedische Fans, die weitaus zurückhaltender sind. Plötzlich entsteht eine Gesangspause. Ein Engländer ergreift das Wort und schreit auffordernd in Richtung schwedischer Fans:
 
»SWEDEN!!! GIVE US A SONG!!!«
 
(Stille)
 
Dann, aus der hintersten Ecke der Bahn antwortet eine zarte Stimme und stimmt den unverkennbaren ABBA-Song an:
 
»Knowing me, knowing you … ah aaa …«

den wsv überlebt sie nicht

- Saarbrücken. Galeria Kaufhof.
 
Im Kaufhaus wird einer älteren Dame schlecht. Ein Verkäufer hilft ihr, ruft Sanitäter und führt sie zu einem Stuhl. Ein Mann mit seiner kleinen Tochter kommt vorbei.
 
Tochter: »Papa, was hat die Frau?«
Vater: »Ach, die ist im Kaufrausch.«

die bahn hat meine kindheit versaut!

- München. Im Zug.
 
Ein Schaffner kontrolliert den Fahrschein einer etwa zwanzigjährigen Frau. Er stellt fest, dass sie eine Kinderfahrkarte besitzt, die für sie nicht gültig ist. Eine Münchnerin (ca. 35) verfolgt die Szene.
 
Münchnerin: »Da sehens Herr Schaffner, wie lang die junge Frau bei den andauernden Verspätungen schon unterwegs ist.«

neuer jukebox-service bei kaisers?

- Berlin. In einem KAISERS-Supermarkt.
 
Ältere Frau zu einem Mitarbeiter, der Waren einräumt.
 
Sie: »Sagen Sie … Senf?«
Er: »Senf.«

flucht vom absatzmarkt

- Bonn. Geox-Schuhgeschäft in der Sternstraße.
 
Zwei Pärchen (Mitte dreißig) kommen in das Schuhgeschäft. Während die beiden Frauen schon selig auf die Auswahl der Damenschuhe zustürmen, bleiben die beiden Männer im Eingangsbereich stehen. Nach kurzem Zögern gehen sie zum Ausgang und rufen ihren Frauen durch den Laden zu:
 
»Wir gehen mal kurz in den Handyladen gegenüber! Ihr seid ja hier in artgerechter Haltung.«

ein gut gezapftes bier braucht neun monate

- Berlin. In einer Bar.
 
Ein sehr beleibter Gast steht am Tresen.
 
Gast: »Ich bekomme ein Bier.«
Kellnerin (mit Blick auf seinen Bauch und sehr trocken): »Wann ist es denn so weit?«

bevor der shoppinghorror von vorn losgeht

- Wien. Im H&M Mariahilferstraße.
 
Ich stehe auf der Rolltreppe, hinter mir ein junges Paar (beide ca. 17).
 
Sie: »Je länger ich das Teil in der Hand halte, umso weniger gefällt es mir.«
Er: »Soll ich’s halten?«

er wusste es: blind dates bringen es nicht

- Frankfurt am Main. Alt-Sachsenhausen.
 
In einer ziemlich vollen Kneipe. Am Nebentisch sitzt ein Blinder mit seinem Hund und trinkt ein Bier. Der Kellner setzt einen Mann mit an den Tisch, welcher den Blinden und den Hund einige Zeit anstarrt. Nach ein paar Minuten hält er es wohl für angebracht, ein Gespräch zu beginnen.
 
Mann: »Hat der Hund eine Ausbildung?«
Blinder: »Ja, er ist gelernter Industriekaufmann.«

wuffi ≠ tussi

- Wuppertal. In der Schwebebahn.
 
Neben mir sitzt ein breit gebauter Mann (ca. dreißig) mit dicker Bomberjacke und Kampfhund. Zwei Stationen später steigt eine gut aussehende junge Frau ein. Sie beginnt nach kurzer Zeit den Hund zu streicheln.