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Ulrich Steen

 

Lustige

Sketche

für jede Gelegenheit

 

Mit Tipps zu Planung

und Vortrag

 

 

 

 

 

 

 

WILHELM HEYNE VERLAG

MÜNCHEN

 

 

 

 

 

 

 

Datenkonvertierung eBook:

Kreutzfeldt Electronic Publishing GmbH, Hamburg

 

 

Originalausgabe 01/2006

Copyright ©2005 by Wilhelm Heyne Verlag, München,

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Redaktion: Gabriele Schweickhardt, Frankfurt

 

ISBN 978-3-641-01413-1

Inhalt

Vorwort

 

1. KAPITEL

Sketche spielen und selbst schreiben

Worauf es ankommt

Lach doch mal!

Wer spielt was?

So wird der Sketch lebendig

Die Sache mit dem Lampenfieber

Richtig mit Pannen umgehen

Sketche selbst schreiben

 

2. KAPITEL

Sketche für jede Gelegenheit

Das Geburtstagsgeschenk

Der Rundflug

Stützstrumpf-Dieter

Die Eheberatung

Die Wahrsagerin

Neulich im Lokal

Der Humorpoet

Ganz Einfach Zahlen

Die Regeln der Männer

Schwarzer Freitag

Die krokodilfreie Zone

Verhaltensforscher unter sich

Wer zuletzt fährt

Die Fußballreportage

Das chinesische Abendmahl

Ein Bewerbungsgespräch

Die Weinprobe

Hinnerk beim Arzt

Die Brandstiftung

Vorwort

Ob ein Familienfest, eine Vereinsfeier oder ein Jubiläum in der Firma, einen Anlass zum Feiern gibt es immer. Meist werden eine oder mehrere Reden gehalten, gefolgt von Essen, Trinken, Gesprächen. Oft genug läuft solch ein festliches Beisammensein nach den nur allzu bekannten Mustern ab. Anders ausgedrückt: Es kann schnell mal ein ganz klein wenig langweilig werden – auch wenn sich das natürlich niemand anmerken lässt. So viel Höflichkeit muss sein.

Was wäre nahe liegender, als in das Altbekannte, Altbewährte, in die gewohnte Routine etwas Abwechslung zu bringen? Zum Beispiel mit einem Sketch? Einer kleinen, sorgfältig einstudierten, lustigen Szene, die mit ihren Pointen die Zuschauer zum Lachen bringt?

Als Grundlage dafür soll dieses Buch dienen. Die hier vorgestellten Sketche sind für beinahe jede Gelegenheit geeignet. Jeder Sketch lässt sich schnell einstudieren, dauert nicht länger als fünf bis zwölf Minuten und ist ohne großen Aufwand zu spielen. Die Ausstattung ist auf wenige Gegenstände beschränkt, in der Regel sind als Mitwirkende nicht mehr als zwei bis drei Personen vorgesehen. So kann jeder eingeübte Sketch auch im Rahmen eines Festes schnell vorgeführt werden, ohne dass dafür langwierige Vorbereitungen und Planungen notwendig sind.

Darüber hinaus soll dieses Buch aber auch Lust darauf machen, selbst kreativ zu werden: humorvolle Erlebnisse zu sammeln, Ideen zu entwickeln, Personen und Handlungen zu entwerfen und schließlich selbst Sketche zu schreiben.

Wer sich schon damit beschäftigt hat, kann das erste Kapitel überspringen. Hier wird für Einsteiger erklärt, was ein Sketch ist und wie man ihn am besten spielt; was für Planung und Darbietung wichtig ist, wie man das wohl größte Problem aller Darsteller, das Lampenfieber, am ehesten in den Griff bekommt und – wichtig für alle, die selbst Sketche schreiben wollen – worauf es beim Verfassen eigener Stücke ankommt.

Und jetzt: Viel Spaß beim Lesen und Spielen der Sketche!
 

Ulrich Steen

1. KAPITEL

 

Sketche spielen und
selbst schreiben

 

Worauf es ankommt

 

Der aus dem Englischen stammende Begriff Sketch, oder in eingedeutschter Schreibweise »Sketsch«, bezeichnet eine schnell hingeworfene, auf das Notwendige beschränkte Skizze. Dabei kann es sich um ein kurzes Musikstück (zum Beispiel heißt ein Album des US-Jazzers Miles Davis »Sketches from Spain«), ein Bild als schnellen Entwurf oder eben auch eine kurze schauspielerische Szene handeln.

Die Länge solch eines Sketches ist variabel. Ob kurze, 30 Sekunden oder eine Minute lange Gags wie die in den zahlreichen Comedysendungen im Fernsehen oder die sorgsam bis ins Detail durchkomponierten Szenen voll hintersinnigem Humor von Loriot oder auch der schwarze, absurde Witz der britischen Comedytruppe »Monty Python«: Die Welt steckt voller Sketche. Und so abwechslungsreich sie sind, so verschieden ist auch ihre Form, Länge und der notwendige Aufwand. Eins haben sie jedoch alle gemeinsam: Sie sollen die Zuschauer zum Lachen bringen.

 

Lach doch mal!

 

Hier sind wir bei einem der größten Probleme, beim Humor. Humor ist eine heikle Angelegenheit. Jeder findet etwas anderes lustig, kann über etwas anderes lachen. Manche mögen es derb, andere bevorzugen die ironische oder doppeldeutige Sorte – und dann gibt es ja auch noch diejenigen, die immer noch auf der Suche nach dem Witz sind, über den sie endlich einmal lachen könnten – wenn sie es denn wollten.

So gesehen kann jeder gut gemeinte Sketch in einem Fiasko enden. Nämlich genau dann, wenn keiner über die Bemühungen der Darsteller lacht, niemand die Pointe lustig findet.

Trotzdem sollte man sich von dieser Möglichkeit nicht abschrecken lassen. Sicherlich ist die Sorge berechtigt, dass der Sketch und damit die Arbeit und Mühe, die man sich gemacht hat, beim Publikum nicht so richtig ankommt. Aber dem kann man vorbeugen.

Zuerst sollte man berücksichtigen, ob das Publikum mit der Aufführung eines Sketches rechnet. Wenn nicht, weiß es auch nicht, dass es gleich lustig wird. Das ist natürlich besonders dann der Fall, wenn es bisher nicht üblich war, zum Beispiel bei einer Familienfeier auch Sketche darzubieten.

Eine lockere, gern auch launige Einleitung zum Sketch versetzt die Zuschauer in gelöste Stimmung, bereitet sie auf das kommende Ereignis vor. Sie können sich entspannen und sind neugierig darauf zu erfahren, was sie da Lustiges erwartet.

Wird mehr als ein Sketch aufgeführt, sollte man vorher die Reihenfolge genau planen. Hierbei hilft ein alter Unterhaltertrick: Am Anfang kommen immer die besten Witze. Das Publikum ist noch frisch, aufmerksam, hat sich noch nicht müde gelacht.

Übertragen auf das Aufführen von Sketchen bedeutet dies: Um sicherzugehen, dass die Zuschauer sich amüsieren, am Anfang immer den witzigsten Sketch bringen. Vertraut man dabei dem eigenen Repertoire nicht hundertprozentig, empfiehlt sich als »Aufwärm«- Sketch etwas Bekanntes. Sehr gut geeignet dafür sind etwa die Evergreens von Loriot.

 

Wer spielt was?

 

Ist das Problem mit dem Humor gelöst, bleibt eine oft nicht weniger große Schwierigkeit zu bewältigen: das Zutrauen in die eigenen schauspielerischen Fähigkeiten. Schauspielerische Naturtalente, also Zeitgenossen, die im Handumdrehen jeder Rolle Leben einhauchen, gibt es nicht. Andererseits ist es mit der Schauspielerei so wie mit dem Singen: Jeder Mensch verfügt über eine gewisse Grundbegabung. Zugegeben, der eine etwas mehr, der andere etwas weniger. Jedoch lässt sich diese Grundbegabung durch etwas Üben fördern und entwickeln. Dafür braucht es aber ein bisschen Geduld. Man sollte sich daher Zeit lassen, um langsam in das Schauspielersein hineinzuwachsen. Am Anfang also eher einfachere Rollen wählen, kürzere Sketche mit nicht allzu viel Text aussuchen, komplizierte Handlungen erst einmal außen vor lassen.

Worum es bei Sketchen vor allem geht, ist die Darstellung von Personen. Wie sie reden, wie sie handeln. Es stellt sich also die Frage: Passt die Rolle zum Darsteller – oder anders herum: Kann der Darsteller die Rolle auch als Laie glaubhaft rüberbringen?

So sollte eine Rolle, die als gemütliche, bedächtige, eventuell Dialekt sprechende Figur angelegt wurde, auch von einem entsprechenden Darsteller verkörpert werden. Agiert die Rollenfigur zurückhaltend, ist es empfehlenswert, sie auch mit einem eher zurückhaltenden Charakter zu besetzen. Steht solch ein Darsteller nicht zur Verfügung, kann man daran denken, die Rolle umzuschreiben – oder, wenn es gar nicht anders geht, einen anderen Sketch zu wählen.

 

So wird der Sketch lebendig

 

Der passende Sketch ist ausgewählt, die Darsteller gefunden, die Requisiten stehen parat. Jetzt wird es Zeit, dem kleinen Stück Leben einzuhauchen, es vom Papier in die Realität zu übertragen.

Je nach Länge des Sketches können dafür mehrere Probentermine notwendig sein. Als Erstes sollte dabei immer eine Textprobe auf dem Programm stehen. Jeder Darsteller bekommt dafür den kompletten Text, wobei eventuell sein Part durch Großbuchstaben oder farbige Markierungen hervorgehoben sein kann. Bei der ersten Probe kann jeder Darsteller seinen Text ablesen. Dabei kann man dann auch darüber diskutieren und entscheiden, welche Betonungen gesetzt werden, ob schnell, langsam, laut oder leise gesprochen wird. Auch über Gestik und Mimik kann man sich jetzt Gedanken machen.

Wenigstens eine Textprobe sollte auf jeden Fall stattfinden. Sie bietet die beste Möglichkeit, noch Änderungen am Sketch vorzunehmen, Fehler auszubessern, sich zu überlegen, ob Text und Darstellungsweise auch optimal zusammenpassen.

 

Kernfragen bei einer Textprobe sind:

 

Passen Darsteller und Rolle gut zusammen oder sollte noch umbesetzt werden?

Ist der Einstieg in den Sketch so gut, dass die Zuschauer sofort »voll im Bilde« sind?

Entwickelt sich der Sketch zielsicher auf die Pointe hin?

Werden während des Sketches gute Gags gesetzt? Liegen sie zu eng bei- oder zu weit auseinander? Sind die Gags auf die Darsteller gut verteilt oder hat nur einer den ganzen Witz »gepachtet«?

Gibt es auffällige Ungereimtheiten?

Stimmen die Anschlüsse im Dialog? Gemeint ist damit, ob zum Beispiel die Person B auf das eingeht, was Person A gerade gesagt hat.

 

Auch bei Profis zeigt sich immer wieder: Eine akribisch durchgeführte Textprobe kann jede Menge Fehler bei der Aufführung verhindern. Sinnvoll ist eine Textprobe aber auch noch aus einem anderen Grund: Häufig wird bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal die Fantasie des Schreibers in die Realität übertragen. Und das muss nicht immer hundertprozentig stimmig sein. Gemeint ist damit: Manches, was sich der Dichter in seinem Kämmerlein ausgedacht hat, lässt sich so nicht umsetzen. Es muss also geändert werden.

Textproben sind allerdings häufig auch Anlass zum Streiten. Etwa dann, wenn der Autor selbst mitspielt und empfindlich auf Kritik oder Anregung der anderen Darsteller reagiert. Ob zu Recht oder nicht, sei dahingestellt.

Kritik und Anregungen sollte man jedoch als Anlass für einen kreativen Gedankenaustausch sehen. Manchmal ist es ja durchaus so, dass sich aus einer guten Idee eine noch bessere entwickeln lässt. Oder dass aus einem lustigen Gag ein richtiger Brüller wird.

Wie oft ein Sketch vor der Aufführung geprobt werden sollte, dafür gibt es keine generell richtige Empfehlung. Einerseits hängt die Häufigkeit von der Erfahrung der Darsteller ab, andererseits spielen die Länge des Sketches und auch die Aufwändigkeit seiner Präsentation eine Rolle.

 

Die Sache mit dem Lampenfieber

 

Früher oder später gibt es dann jedoch kein Entrinnen mehr: Die Aufführung naht, es wird ernst. Die Generalprobe ist gut verlaufen, alles passt zusammen. Die Details, immer und immer wieder durchgegangen, sind stimmig, auch die »kritischen« Stellen sitzen, jeder beherrscht seinen Text im Schlaf. Kann doch eigentlich nichts mehr schief gehen, oder?

So gesehen nicht. Aber mit der heranrückenden Aufführung kommt auch das Lampenfieber. Diese überhaupt nicht geschätzte Nervosität, die lähmende Unsicherheit verbreitet, Katastrophen szenarien heraufbeschwört wie plötzlich vergessenen Text, ein desinteressiertes Publikum oder die bohrende Frage, ob das, worüber man bis vor kurzem selbst noch herzlich lachen konnte, wirklich lustig ist. Mit einem Wort: Der Selbstzweifel beherrscht das Bewusstsein.

Auch auf einer Familienfeier werden solche Befürchtungen laut, obwohl sie dort eher unbegründet sind.

Schließlich ist man unter sich, unter Freunden, Bekannten, Verwandten. Die werden sich schon darüber freuen, endlich einmal aus der üblichen Festtagsroutine herausgelockt und mit viel Spaß und Engagement unterhalten zu werden.

Trotzdem bleibt das Lampenfieber, die Angst zu versagen. Am liebsten würde man verschwinden, alles ungeschehen und rückgängig machen. Leider geht das im Augenblick nicht. Was hilft? Auch wenn es merkwürdig klingt: Lampenfieber gehört dazu genauso wie der Schlussapplaus. Selbst altgediente Profis, die schon alles auf der Bühne erlebt haben, berichten davon, Lampenfieber zu haben. Dagegen anzukämpfen ist sinnlos – es kommt trotzdem immer wieder. Das Einzige, was hilft, ist, das Lampenfieber zu akzeptieren. Es als etwas Unabänderliches hinzunehmen und – sobald die Vorstellung begonnen hat – zu warten, bis es von selbst wieder verschwindet.

 

Richtig mit Pannen umgehen

 

Die Aufführung beginnt, die Sätze laufen tadellos, die Anspannung löst sich in nichts auf. Das Lampenfieber, eben noch mögliche Ursache für totales Versagen, ist verschwunden. Jetzt muss doch alles wunderbar klappen, könnte man denken – und dann passiert trotzdem etwas. Weil immer irgendetwas passiert.

Jemand im Publikum beschwert sich, weil er nichts sieht, der Dialogpartner vergisst plötzlich, von einem Moment auf den anderen, seinen Text und versinkt in Schweigen, das Licht fällt aus, eine wichtige Requisite, die doch eben noch vor einem auf dem Tisch lag, ist urplötzlich verschwunden und nicht mehr auffindbar.

Ruhe zu bewahren ist die effektivste Reaktion. Was ist schon dabei, wenn es eine kleine Panne gibt? Das ist schließlich menschlich. Fehler macht jeder – auch die absoluten Perfektionisten. Und ist die Panne erst mal da, lässt sie sich sowieso nicht mehr rückgängig machen. Und häufig bekommt das Publikum überhaupt erst dann etwas davon mit, wenn es durch die deswegen plötzlich in Panik verfallenden Darsteller sozusagen noch darauf hingewiesen wird. Deshalb ist souveränes Verhalten besser.

Vergisst jemand seinen Text – so etwas kann auch die beste Probe nicht verhindern –, ein Stichwort geben. Noch besser ist es natürlich, wenn sich die Darsteller vorher absprechen, was bei einem Texthänger zu tun ist.

Auch eine ironische Bemerkung wie »So viel Dunkelheit war hier gar nicht eingeplant«, weil das Licht gerade ausgefallen ist, überspielt gekonnt jeden Fauxpas. Und notfalls, wenn es gar nicht anders geht, spielt man den Sketch einfach noch einmal von Anfang an. Was ist schon dagegen einzuwenden, über einen Gag zweimal lachen zu dürfen?

 

Sketche selbst schreiben

 

Sketche nachspielen, sich und anderen damit eine Freude bereiten, das macht Spaß. Tut man das regelmäßig, kommt früher oder später vielleicht auch der Gedanke auf, sich die Sketche selbst zu schreiben. Der häufigste Grund: Die angebotenen Vorlagen entsprechen nicht so ganz den eigenen Vorstellungen – oder man braucht etwas Spezielles, vielleicht für Großmutters 90. Geburtstag oder für eine Goldene Hochzeit.

Anders als bei der Vorlage, selbst wenn man die natürlich nach Lust und Laune verändern kann, hat man hier völlig freie Hand. Man kann sich den Sketch sozusagen auf den Leib schneidern – dabei vielleicht auch ganz speziell auf den Anlass eingehen.

Ein Problem gibt es jedoch dabei. Und das ist nicht zu unterschätzen: Man muss sich nämlich den Sketch erst einmal schreiben.

Jeder, der schon einmal vor einem weißen Blatt Papier gesessen ist oder auf einen leeren Computermonitor gestarrt hat, kennt dieses Gefühl: das Warten auf die zündende Idee. Das Herumprobieren, das Wegwerfen. Nichts ist wirklich überzeugend – und nach einer Weile bricht man den Schreibversuch dann frustriert ab. Vielleicht klappt es ja ein anderes Mal. Zum Beispiel morgen. Ob es jedoch morgen klappen wird, ist mehr als fraglich. Denn diese Schreibblockaden haben meistens einen Grund: schlechte oder gar keine Vorbereitung.

 

Vor dem Schreiben Material sammeln

So simpel es auch klingen mag: Vor dem Schreiben sollte man sich darüber im Klaren sein, worüber man eigentlich schreiben will. Profis nennen das »Themenfindung«.

Soll der Sketch zu Großmutters 90. Geburtstag aufgeführt werden, dürfte das Thema schnell gefunden sein. Etwas über die liebevolle Oma. Nahe liegend wäre da doch eine nachgespielte lustige Szene aus dem Leben der Jubilarin. Alles, was man dann dafür tun muss, ist, mit Großmutter darüber reden, wenn man nicht sowieso schon die eine oder andere Begebenheit kennt. Dieses Material wird gesammelt, gesichtet und daraus dann ein Sketch produziert. Klingt doch einfach, oder?

 

Sich eine Struktur überlegen

Bevor es an die Einzelheiten geht, braucht der Sketch ein Gerüst, einen Ablaufplan. Die erste Frage: Wie viele Personen spielen mit? An welchem Ort soll der Sketch stattfinden? Was braucht man dafür zum Beispiel an Requisiten?

Die zweite Überlegung dreht sich um den Inhalt des kleinen Stückes, um die Geschichte: Was passiert im Sketch? Wie beginne ich ihn? Wie steuert die Handlung auf die Pointe zu?

Um dabei nicht den Überblick zu verlieren, ist es ratsam, den ganzen Sketch in Szenen zu zerlegen, sie auf einem Blatt Papier untereinander zu notieren und später den Sketch anhand dieses Szenenplans aufzuschreiben.

 

Die beste Vorlage ist die Realität

Eine spaßige Handlung zu finden, ist schon gar nicht einfach. Richtig schwierig kann es jedoch bei den Rollen werden. Menschliche Charaktere sind vielschichtig und werden dadurch glaubhaft. Je mehr Details und Facetten in der Persönlichkeit einer Figur erkennbar werden, umso überzeugender ist sie. So etwas komplett zu »erfinden« ist schwierig, vielleicht sogar unmöglich.

Hilfreich kann da die Orientierung an der Realität sein. Indem man sich zu einer Figur von einer »lebendigen« Vorlage inspirieren lässt. Davon, wie sich ein Bekannter, Freund, Verwandter – oder notfalls auch man selbst – in bestimmten Situationen verhält. Wie er/sie spricht, welche Gesten er macht. Aufpassen sollte man dabei jedoch, die »Vorlage« nicht allzu genau zu kopieren. Dies kann dann schnell in eine Persiflage ausarten. Und das sollte man vermeiden, außer natürlich der Sketch dreht sich darum, eine Person zu parodieren.

Auf das Timing achten

Das richtige Tempo, auch Timing genannt, ist bei einem Sketch häufig ein wesentlicher Aspekt, der darüber entscheidet, ob die Vorführung erfolgreich ist oder nicht. Das richtige Tempo, so sagt ein alter Witz, ist nicht zu schnell und nicht zu langsam.

Grundsätzlich sollte man für die Einführung zu einem Sketch nur wenig Zeit einplanen. Schließlich dauert er selbst nur wenige Minuten. Und je schneller der Zuschauer da im Bilde ist, umso besser.

Ein weiterer wichtiger Punkt des Timings: die Verteilung der Gags bis hin zur Schlusspointe. Gleich zu Anfang des Sketches einen Lacher zu setzen kann nie schaden. Das lockert das Publikum und weckt die Vorfreude auf den nächsten. Der sollte deshalb auch nicht allzu lange auf sich warten lassen. Dabei darf durchaus ein gewisser Rhythmus erkennbar werden.

 

Häufige Fehler beim Timing sind:

 

am Anfang einen Gag bringen, dann gemächlich auf die Schlusspointe hinarbeiten

zu Beginn eine Gagsalve starten, so sein Pulver »verschießen« und den Sketch dann so vor sich hin plätschern lassen

auf Gags verzichten und hoffen, dass die Schlusspointe stark genug ist, um den Sketch zu retten

 

Den Sketch schreiben

Wenn es ans Schreiben geht, sollte der Sketch im Kopf bereits Gestalt angenommen haben. Man hat ihn vielleicht im Geist schon mehrmals durchgespielt, jetzt muss er eigentlich nur noch zu Papier gebracht werden. Anhand des szenischen Ablaufplans ist das dann im Prinzip auch kein Problem mehr, man kann schließlich an seiner Struktur entlangschreiben.

Eine Schwierigkeit könnten jetzt die berühmten Geistesblitze sein. Während man so vor sich hin schreibt, tauchen plötzlich neue Ideen auf. Ideen sind natürlich an sich prima und notwendig. Allerdings können sie das, was man sich bereits so sorgfältig zurechtgelegt hat, komplett über den Haufen werfen. Um das zu verhindern, ist es empfehlenswert, den Sketch wie geplant »herunterzuschreiben«, sich die Ideen aber zu notieren. Ist das kleine Stück fertig, kann man sich in Ruhe überlegen, ob man den einen oder anderen Geistesblitz nicht vielleicht doch noch einarbeiten sollte.