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Titel: Handbuch für das Technische Underwriting
Untertitel: Aufnahme und Analyse von gewerblichen Sachrisiken
Auflage-Nr.: 4. überarbeitete Auflage
Autor & Layout: Marc Latza
Copyright: © 2017 Marc Latza
ISBN: 978-3-9817662-6-4   Paperback
978-3-9817662-7-1   Hardcover
978-3-9817662-8-8   e-Book
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Vorwort

Bei diesem Buch handelt es sich um ein Kompendium und somit liegt laut Wikipedia ein kurz gefasstes Lehrbuch bzw. Nachschlagewerk vor.

Dieses Werk ist für die alltägliche Anwendung im Innen- und Außendienst gedacht und soll übersichtlich zusammengestellte Informationen vorhalten.

Daher wurde bei der Erstellung bewusst auf umfangreiche Paragraphen, Gesetzestexte und Bedingungswerke verzichtet.

Erklärtes Ziel vom Autoren: Eine Art Arbeitsunterlage zu verfassen, in der die Informationen aus der Praxis für die Praxis enthalten sind.

Dieses Buch hat einen rein informatorischen Zweck und kann daher nicht verbindlich zur Beurteilung von zu versichernden Risiken herangezogen werden

Horstmar im November 2017,

Marc Latza

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Der Autor

Marc Latza

geboren 1974

seit 1994 als gelernter Versicherungskaufmann tätig

Haftpflicht Underwriter (DVA)

Technischer Underwriter (DVA)

Versicherungsrisikomanager (IOFC)

Fachbuchautor

Dozent

Akkreditierter Fachjournalist

Regelmäßig bietet der Autor zu diversen versicherungstechnischen Themen Seminare an.

Das Seminar zum Thema „1x1 der Architektenhaftpflicht“ wurde 2014 inhaltlich von der Architektenkammer NRW geprüft und als Fortbildungsveranstaltung für Architekten und Ingenieure anerkannt !

Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt.

Die dadurch begründeten Rechte, insbesondere die der Übersetzung, des Nachdrucks, des Vortrages, der Entnahme von Abbildungen, Tabellen oder Texten, der Funksendung, der Mikroverfilmung oder der Vervielfältigung auf anderen Wegen und der Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen, bleiben, auch bei auszugsweiser Verwertung, vorbehalten.

Eine Vervielfältigung dieses Werkes oder von Teilen dieses Werkes ist auch im Einzelfall nur in den Grenzen der gesetzlichen Bestimmungen des Urheberrechtsgesetzes in der jeweils geltenden Fassung zulässig.

Sie ist grundsätzlich vergütungspflichtig.

Zuwiderhandlungen unterliegen den Strafbestimmungen des Urheberrechts.

Inhaltsverzeichnis

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Kapitel 1        Brandschutz

Allgemein

Welche Gefahren können versichert werden ?

Was können die versicherten Gefahren leisten ?

Feuer

Brand
Blitzschlag
Explosion
Anprall oder Absturz eines Luftfahrzeuges, seiner Teile oder seiner Ladung

Leitungswasser

Einbruchdiebstahl

Versicherungsorte
Raub innerhalb eines Gebäudes oder Grundstücks
Raub auf Transportwegen

Elementarschäden

Sturm / Hagel

Erweiterte Elementarschäden

Überschwemmung, Rückstau
Erdbeben
Erdsenkung
Erdrutsch
Schneedruck
Lawinen
Vulkanausbruch

Terror

EXTREMUS
Exkurs: Terrorschäden durch Einsatz von Kraftfahrzeugen

Amok

Innere Unruhen

Böswillige Beschädigung

Streik / Aussperrung

Rauch / Ruß

Sprinklerleckage

Überschallknall

Anprall von Fahrzeugen

Unbenannte Gefahren

Erläuterung von „All-Risk“ und „Multi-Risk“ / „Multi-Line“

Aufeinandertreffen von einzelnen Gefahren

Brandschutzarten

Baulicher Brandschutz

Betrieblicher Brandschutz

Organisatorischer Brandschutz

Schutzmaßnahmen der Anlagen- und Verfahrenstechnik (Anlagentechnischer Brandschutz)

Abwehrender Brandschutz

Konventionelle Schadenverhütung

Brandschutzanlagen

Der Brandschutz in Deutschland (§3 BauO NW, §17 BauO NW, §14 MBO)

Baulicher Brandschutz

Aufgaben

Die 5 Schutzziele

Basiswissen über thermische Grundlagen, Brandverhalten und Brandverlauf

Ausbreitung von Wärme
Verbrennungsvorgang
Selbstentzündung
Selbstentzündung durch Öle
Brandverlauf / Die 4 Phasen
Brandverlaufskurve
Brandmelder
Problem: Meisterbuden und Galerien

Löschanlagen

Stationäre Feuerlöschanlagen
Auslösetemperatur von Sprinklerköpfen
Mobile Feuerlöschanlagen
Arten von Feuerlöschanlagen
Sprinkleranlage
Sprühwasserlöschanlage
images Feinsprühtechnik
images Nassanlagen
images Trockensystem
images Pre-Action
images Schaum-Löschanlagen
Gaslöschanlage

Rauchgas

Rauchgasdurchzündung
images Drei Temperaturzonen
Roll-Over / Backdraft / Flash-Over
Drei Temperaturzonen ./. Vier Flammzonen

Rauch- / Wärmeabzugsgeräte (RWA) 65

Aufgaben einer RWA
Natürliche Rauchabzüge (NRA)
Maschinelle / Mechanische Rauchabzugsanlagen (MRA)
Rauchdruckanlagen (RDA)
Rauch- und Wärmeschürzen als Bestandteil der RWA-Anlage
Zu- und Abluft
Zuluftflächen
Zusammenwirken mit Löschanlagen

Feuerwiderstandsklassen (FWK)

Definitionen     „Feste Stoffe“

„Flüssige und gasförmige Stoffe“

„Feuerhemmend“

„Feuerbeständig“

Europäische Vereinheitlichung der FWK 75

Brandklassen

Feuerlöscher

Eignung einzelner Feuerlöscher

Bauartklassen

Beispiele BAK1, BAK2, BAK3, BAK4

Komplex- und Brandabschnittstrennungen

Komplexbildung, Brandwände, Brandabschnitte… worum geht es hier eigentlich ?
Komplextrennung
Räumliche Komplextrennung
Bauliche Komplextrennung
Feuerbeständige Abtrennung
Anforderungsprofil an eine Komplextrennwand
Mindestmaße tragende Wände
Mindestmaße nichttragende Wände
Winkelbeeinflussung
Öffnungen innerhalb der Komplextrennwand
Feststellanlagen / Feuerschutzabschlüsse
Anzahl der zulässigen Öffnungen
Anforderungsprofil an eine Brandwand
Winkelbeeinflussung
Brandabschnitt ./. Komplextrennung
Brandwand ./. Komplextrennwand

Ausfallziffern (PML / EML / MPL / MFL)

PML
Feuer-BU-PML
EML
Fazit PML / EML
MPL
MFL

Gebäude

Gebäudehöhen
Gebäude mit Denkmalschutz

Garagenverordnung der Bundesländer

Baustoffe und ihr Verhalten im Brandfall

Bauteil / Sonderbauteil / Baustoff / Bauwerk
Geregelte ./. nicht geregelte Bauprodukte
Exkurs: Londoner Hochhausbrand & Wärmedämmung

Baustoffe im Detail

Stahl
Beton
Mauerwerk
Gips
Holz
Kunststoffe
Aluminium
Bedachung
images Harte Bedachung
images Begrünte Dächer
images Exkurs: Shedspitze
Elektrische Leitungen

Verglasung

F-Verglasung
G-Verglasung

Rettungswege

Betrieblicher und organisatorischer Brandschutz

Brandschutzbeauftragter

Brandschutzordnung und –pläne

Regelmäßige Unterweisung des Personals

Feuerwehrlaufkarten

Neubau- und Umbaumaßnahmen

Wichtig: Auf möglichen Bestandsschutz achten

Feuergefährliche Arbeiten und Rauchverbot

Schutz betriebswichtiger Anlagen

Brandschutzmanagement-Regelkreis

Häufige Schadenursachen

Risikoformel

Schutz vor Brandstiftung

Batterieladegeräte

Revision elektrischer Anlagen

Elektrogeräte / Mitgebrachte Geräte der Mitarbeiter
Klausel 3602
Klausel 3603
Thermografie von Elektroanlagen

Schweißerlaubnisschein

Exkurs: Orientierungswert zur Bestimmung durch Funkenflug gefährdeter Bereiche

Anlagentechnischer Brandschutz

Brandentdeckung und Brandmeldung

Rauchansaugsystem (RAS) und Ansaugrauchmelder (ARM)

Abwehrender Brandschutz

Abwenden von Gefahren für Menschen

Öffentliche Feuerwehren

Nichtöffentliche Feuerwehren

Löschbehinderung durch radioaktive Isotope

Explosion

Unterschiede

Explosion
Behälterzerknall
Fettexplosion / Dampfexplosion
Detonation
Deflagration
Exkurs: Sonderfall Vapour Cloud Explosion (VCE) / Gaswolkenexplosionen
Explosionsdruck

Explosionsfähige Atmosphäre

Untere und Obere Explosionsgrenze (UEG / OEG)
Unterer und Oberer Explosionspunkt (UEP / OEP)

Zündquelle

Arten von Zündquellen
Mindestzündenergie
Zündtemperatur (Gase + Dampf/Luft-Gemische)
Mindestzündtemperatur (Stäube)
Glimmtemperatur (Stäube)
Selbstentzündung (Biologisch / Chemisch / Physikalisch)
Exkurs: Absorption ./. Adsorption

Siedepunkt (Flüssigkeiten)

Flammpunkt (brennbare Flüssigkeiten)

Brennpunkt (brennbare Flüssigkeiten)

Flammpunkt ./. Brennpunkt

Explosionsschutz

Primärer EX / Sekundärer EX / Tertiärer EX
Explosionsschutzzonen (0,1,2,20,21,22) 162

Die 5 Bestandteile

Staubexplosion

Exkurs: Versicherungsschutz bei Bombenfund ?

Kapitel 2        Underwriting

Handel und Läger

Lagertypen

Regallager
Hochregallager
Blocklager
Schüttgutlager
Silolager
Tanklager

Betriebstypische Gefahren / Kritische Bereiche

Kunststofflager
Kühl- oder Tiefkühllager
Tanklager
Natürliche Lagerstätten
Sonderlager
Blocklager
Empfindliche Güter
Außenlagerung
Lagerung von Abfällen
Umweltgefährdende Stoffe
Alte Maschinen und Verschrottungsgut
Gemischte Lagerung von Gefahrstoffen (Kleingebinde)
Brennbare Flüssigkeiten
Druckverflüssigte Gase
Staubförmige Produkte
Offenes Feuer im Lagerbereich + Folienverpackung
Verpackungsmaterialien
Lagerhilfen
Förderhilfsmittel
Transportbänder
Brandschutztüren
Warentransportanlagen
Allgemein / Klassifizierung von Verpackungen

Gießerei

Verfahrenstechnik

Exkurs: Einführung in die Metallurgie

Gießverfahren

Verlorene Formen
Dauerformen

Betriebstypische Gefahren / Kritische Bereiche

Austritt glühendflüssiger Schmelzmasse
Materialermüdung der Ofenausmauerung
Leckage in der Wasserkühlung
Absaugkanäle und Filteranlagen

Metallverarbeitung

Werkstoffeigenschaften

Eisenmetalle
Leichtmetalle
Buntmetalle

Verfahrenstechnik / Gesamtübersicht

Vorbehandlung
Formgebung
Bearbeitung
Oberflächenveredelung
Thermische Vergütung

Verfahrenstechnik / Im Einzelnen

Vorbehandlung
Formgebung
Mechanische Bearbeitung
Oberflächenveredelung
Thermische Vergütung

Betriebstypische Gefahren / Kritische Bereiche

Kunststoffe
Kühlschmierstoffe
Hydraulikaggregate
Absauganlagen
Galvanisieren
Funkenerosion
Härten
Tempern
Putzlappen in offenen Abfallbehältern

Kunststoffe

Grundlagen

Verhalten im Brandfall
Exkurs: Heizwerte von Kunststoffen im Vergleich

Schadstoffe

Kohlendioxid (CO²)
Kohlenmonoxid (CO)
Chlorwasserstoff (HCI), Bromwasserstoff (HBr)
Cyanwasserstoff / Blausäure (HCN)
Polycyclische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)
Polyhalogenierte p-Dibenzodioxine (PHDD) / Dibenzofurane (PHDF)
Polychlorierte Biphenyle (PCB)

Zuschlagsstoffe (Additive)

Flammschutzmittel
Weichmacher
Füllstoffe
Stabilisatoren
Farbpigmente

Eingruppierung von Kunststoffen

Thermoplaste

Polyethylen
Polypropylen
Polystyrol
Polyvinylchlorid
Polyurethan
Polyamid
Polycarbonat
Polytetrafluorethylen
Polyoximethylen
Acrylnitril-Butadien-Styrol
Polyethylenterephthalat
Polymethylmethacrylat
Polyacrylnitril

Duroplaste

Phenol Formaldehyd
Polyesterharze
Silicon

Elastomere

Kautschuk

Verfahrenstechnik / Gesamtübersicht

Verfahrenstechnik / Im Einzelnen

Extruder
Extrudieren
Spritzgießen
Hohlkörperblasen
Kalandrieren
Schäumen (Polyurethan (PU) / Polystyrol (PS))
Spinnen
Beschichten
Gießen
Tiefziehen und Vakuum-Verformung
Schichtpresse und Laminieren
Rotationsformen und Schleudergießen
Verkleben / Verschweißen
Beflammen / Abflammen
Schneiden / Sägen

Betriebstypische Gefahren / Kritische Bereiche

Allgemein
Verarbeitungsmaschinen
Hydraulikaggregate
Geschäumte Kunststoffe
Werkzeuge
Bedrucken
Kunststoffspritzerei

Löschkonzept AFFF / A3F

Löschwasserrückhaltung

Chemieanlagen

Verfahrenstechnik

Chemische Prozesse
Chemiesparten
Chemische Reaktionen
Apparatetechnik
Physikalische Verfahren

Betriebstypische Gefahren

Prozessbedingungen
Chemische Stoffe (Rohstoffe, Zwischen-, Fertigprodukte)
Chemische Reaktionen (mit Runaway Potenzial)
Explosionsrisiken
Ammoniak-Synthese (Haber-Bosch-Verfahren)
Stickstoff-Chemie
Chlor-Chemie
Farben und Lacke
Lagerung

Textil

Verfahrenstechnik / Allgemein

Verfahrenstechnik / Individuell

Faserstoffproduktion
Spinnen / Zwirnen
Weben / Stricken
Veredeln
Endfertigung (Nähen)
Exkurs: Textile Faserstoffe (Naturfasern/Chemiefasern)

Betriebstypische Gefahren

Lager
Ablagerung brennbarer Stäube
Exkurs: Kunststoffe und Textilbrände

Holz

Grundlagen

Nutzung
Warenarten
Rohstoff-Kategorien
images Rundholz
images Stammholz
images Massivholz / Vollholz
images Schnittholz
images Bauholz
images Brettschichtholz (BSH)
images Holzwerkstoff (HWST)
images Industrieholz
images Altholz

Betriebstypische Gefahren / Kritische Bereiche

Allgemein
Lage
Bauweise
Lagerung
Explosionen
Eintrag von Fremdkörpern
Trocknungsanlagen
Zerspanungsanlagen
Lackieranlagen
Kunststoffe
Wärmerückerzeugung durch Späneverbrennung
Sondermaschinen

Papier

Grundlagen

Ausgangsstoffe
Mechanische Aufbereitung

Verfahrenstechnik

Grundstoffproduktion
Papierproduktion

Betriebstypische Gefahren

Allgemein
Schwarzlaugenkessel
Yankee-Zylinder
Energieversorgung
Papierrollenlager

Nahrungsmittel

Milchverarbeitung

Brauereien

Bäckereien

Fleischverarbeitung

Sonstiges

Transformatoren + Kompressoren

Elektroschalträume

Thermoölanlagen

Trocknungsanlagen

Schutzmaßnahmen / Brandgefahr

Allgemeiner Brandschutz

Baulicher Brandschutz
Technischer Brandschutz
Organisatorischer Brandschutz
Reinhaltung der Betriebsräume

Individueller Brandschutz

Brennbare Flüssigkeiten
Druckverflüssigte Gase
Folienverpackung
Tagesbedarf zwecks Brandlastreduzierung
Werkfeuerwehr

VbF-Lager

Fertigungsmaschinen

Galvanikbecken
Öfen
Hydraulikrisiken
Kühlwasser
Trocknungsanlagen
Pneumatische Fördereinrichtungen
Transformatoren
Elektroschalträume
Kompressoren

Absaugkanäle und Filteranlagen

Lagerrisiken

Sonstige Schutzmaßnahmen

Prävention gegen Brandstiftung
Raumheizung
Thermoölanlagen
Trocknungsanlagen

Checkliste „Auslegung der Ladestationen“

Schutzmaßnahmen / Explosionsgefahr

Explosionsschutz

Reinhaltung der Betriebsräume

Pneumatische Fördereinrichtungen

Farben und Lacke

Brandstiftung

Trocknungsanlagen

Brauereien

Bäckereien

Kapitel 3        Technische Versicherungen

Allgemein

Technische Versicherungen in Deutschland und International

Deckungsumfang CAR, EAR, AMoB, Builder´s Risk

Vertragsformen der Technischen Versicherung

Bauleistung

ABN

Ingenieurbau

Versicherte Gefahren

Zusätzlich versicherbare Gefahren und Schäden

Nicht versicherte Gefahren und Schäden

Versicherte Sachen

Nicht versicherte Sachen

Versicherungssumme

Ermittlung der Versicherungssumme

Geltungsbereich

Schadensfallleistung

Bauzeiten-Versicherung

ABU

Versicherte Gefahren

Zusätzlich versicherbare Gefahren und Schäden

Nicht versicherte Gefahren und Schäden

Versicherte Sachen

Zusätzlich versicherbare Sachen

Nicht versicherte Sachen

Versicherungsort

Versicherungswert

Versicherungssumme

Klauseln ABN und ABU

Begrifflichkeiten

Exkurs: Altbausanierung / An- oder Umbauten

CAR / Maintenance

CAR / EAR-Deckung

Montage

Welche Objekte können versichert werden ?

Montageausrüstung

Fremde Sachen

Welches Interesse kann versichert werden ?

Versicherungssumme

Beginn der Haftung

Was versteht man unter Erprobung ?

Maschinenversicherung

Allgemein

Versicherungsnehmer

Versicherungssumme

Anschaffungswert

Versicherungswert

Durchschnittlicher Neuwert

Zeitwert

Wiederbeschaffungswert

Verkehrswert

Restwert

Goldene Regel

Sinn und Zweck einer korrekten Versicherungssumme

Summen- und Prämienanpassung

Diebstahl

Transport

Bewegungs- und Schutzkosten

Schadensuchkosten

Abgrenzung „Mangel“ und „Schaden“

Frost

Terror

Stationäre Risiken

Mobile Risiken

Elektronik

Deckungsumfang ABE, AMB, ABMG, ABN, ABU, AmoB

Baufertigstellungsversicherung

Kapitel 4        Betriebsunterbrechungsversicherungen

Allgemein

Gegenstand der Ertragsausfallversicherung

Grundsätzliches

Mehrkosten

Beschränkung der Betriebsunterbrechungsversicherung

Vertragsformen

Versicherte Gefahren der Feuer-BU

Dauer des Unterbrechungsschadens

Haftzeit

Bewertungszeitraum

Wechselwirkungsschäden

Rückwirkungsschäden

Auswirkungsschäden

Ausfallziffern (PML / EML-Schätzung)

Nachhaftung

Betriebsertrag als versichertes Interesse

Gewinn und Verlustrechnung

Schadenminderungskosten

Abrechnungsverfahren

Was melde ich wann ?

Maschinenversicherung

Bauleistung

Montage

Elektronik

Wann wirkt sich welcher Versicherungsschutz bei Bau- / Montageprojekten aus ?

Anlage

Wichtige Zahlen auf einen Blick

Zündtemperaturen unterschiedlicher Stäube

Heizwert / Brennwert

Wichtige Angaben in °C, Meter, Prozenten

Literaturverzeichnis

Kapitel 1

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Brandschutz

Allgemein

Wer ein Sachrisiko „aufnehmen“ will, sollte über gewisse Dinge grundsätzlich Bescheid wissen.

Daher möchte ich zu Beginn unter Zuhilfenahme eines historischen Brandberichtes auf die Wichtigkeit eines funktionierenden Brandschutzes aufmerksam machen.

Ich habe extra einen historischen Brandbericht gewählt, da schon beim Lesen der aus heutiger Sicht fehlerhafte bzw. fehlende Brandschutz auffällig ist. Ich habe mir dennoch erlaubt die wichtigen Stellen zu markieren.

1934 zerstörte ein Großbrand die Betriebsgebäude und das Holzlager von einem Sägewerk. Der damalige Schaden belief sich auf ca. 800.000 Mark.

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Von einem verheerenden Großfeuer wurde gestern Nachmittag (23.05.1934) der Stadtteil Geestemünde heimgesucht.

In dem Säge- und Hobelwerk, der größte Holzimport- und Holzverarbeitungsfirma der Unterweserorte, in der zuletzt 100 Personen beschäftigt wurden, brach ein Schadenfeuer aus, das sich mit unglaublicher Schnelligkeit ausdehnte und fast den gesamten Betrieb in Schutt und Asche legte.

Die großen Werkanlagen, das Maschinenhaus, die bedeutenden Vorräte an Holz und sonstigen Materialien, das gesamte Inventar, Arbeitsgerät usw. sind ein Opfer der Flammen geworden.

Lediglich das Kontorgebäude konnte gerettet werden und ein in der Nähe befindliches Lager von Edelhölzern. Sonst bietet der einst große Betrieb ein einziges Bild der Verwüstung.

Große Gefahr bestand für die anliegenden Wohngebäude und vor allem für das städtische E-Werk an der Rheinstraße, das bei der ungünstigen Windrichtung in außerordentlichem Maße den Flammen ausgesetzt war.

Es ist eine hervorragende Leistung der vereinigten Unterweser-Feuerwehren, dass es gelang, das städtische Elektrizitätswerk, zu dem das Feuer vorgedrungen war, zu halten. Im anderen Falle hätte für den ganzen angrenzenden Stadtteil große Gefahr bestanden.

Der Kühlturm und ein Schuppen des E-Werkes, in dem sich ein Lager der Volkswohlfahrt befand, sind freilich von dem rasenden Element vernichtet worden. Die Hauptgebäude jedoch haben die Feuerwehrmänner gerettet.

Die Anlagen der Firma umfassten einen Komplex von etwa 16.000 m².

Den Mittelpunkt bildete das große aus Backsteinen errichtete Säge- und Hobelwerk, in dem sich Hobel- und Kehlmaschinen, Rundstab- und Tischlereimaschinen, Sägegatter und Kreisblocksägen, sowie zahlreiche Hilfsmaschinen befanden.

In der Nähe stand der ebenfalls massive Maschinenschuppen. Dahinter lagen drei große Lagerschuppen, in denen große Holzvorräte aufbewahrt wurden. Das Stallgebäude, in dem für gewöhnlich die Pferde und Wagen der Firma stehen, war zum Glück zur Zeit des Brandausbruches leer.

Das Werk führte Holz in großen Mengen ein, verarbeitete es und belieferte Abnehmer in ganz Nordwestdeutschland bis weit nach Mitteldeutschland hinein. Eine Türen- und Kistenfabrik war dem Werk angegliedert.

Als der Geestemünder Löschzug um 14.51 Uhr zur Brandstelle des Sägereibetriebes ausrückte, bemerkten sie die mächtig sich über dem Häusermeer türmenden Rauchwolken und beauftragte einen Polizeibeamten Großfeuer zu melden.

Beim Eintreffen des Löschzuges an der Sägerei, ging die Feuerwehr zunächst daran, das bedrohte Kontorgebäude zu retten. Schnell wurde eine Schlauchleitung vorgenommen, und nach und nach wurden weitere Leitungen eingesetzt.

Die Wasserverhältnisse waren die denkbar besten, denn der Holzhafen bot genügend "Stoff". Inzwischen rückten von der Rheinstraße die übrigen alarmierten Wehren an, die Bremerhavener und die Leher Wehr, ferner die aus Wulsdorf und Schiffdorferdamm.

Die Flammen hatten sich mittlerweile vom Sägewerk aus über die sämtlichen Holzlager ausgedehnt, die eine mühelose Beute wurden. Der Wind trieb unglücklicherweise die gierig züngelnden Flammen in Richtung Rheinstraße und damit auf das Elektrizitätswerk zu.

Der hölzerne Kühlturm des E-Werkes wurde von den Flammen ergriffen und brannte fast herunter, auch eine frühere Garage, die zur Hälfte als Lagerraum vom Werk benutzt und zur anderen Hälfte der Volkswohlfahrt zur Verfügung gestellt war, wurde ein Raub der Flammen. Hier lagerten etwa 3.000 Paar neue Männerschuhe, von denen etwa 300 Paar fortgeschafft werden konnten. Verbrannt sind durch Spenden zusammengekommene alte Bettstellen, Kinderwagen, alte Kleidungsstücke.

Vier Meter von diesen niedergebrannten Gebäuden entfernt, erhebt sich der Komplex des E-Werkes mit seinen wertvollen Anlagen.

Diese zu verteidigen galt es die ganze Energie des hier eingesetzten Gros der Wehren. Schon waren die Fensterscheiben infolge der fürchterlichen Glut gesprungen, schon sengten am Dachfirst die Holzteile, denn der Wind trieb die Flamme gegen die Gebäude, aber das Rettungswerk gelang.

Das E-Werk blieb unversehrt, und unabsehbarer Schaden konnte so verhütet werden. Dank und Anerkennung gebührt neben den Feuerwehrmännern den sonstigen freiwilligen Helfern, die sich uneigennützig zur Verfügung gestellt hatten.

[…]

Kleine Ursachen ergaben den Riesenbrand.

Die einzigen, die den Brandherd in dem Augenblick sahen, als das Feuer entstand oder gerade entstanden waren, sind eine Frau und ein zehnjähriger Junge, Angehörige eines Betriebsmitgliedes, die im Sägewerk Hobelspäne für die Haushaltsfeuerung holen wollten.

Im Transmissionskeller sahen sie plötzlich in der Nähe der Hobelmaschine eine Stichflamme aufzucken.

Dann stand mit einem Schlage der ganze Keller in Flammen, so dass die Leute sich nur in höchster Eile retten konnten. Mit ungeheurer Geschwindigkeit griff das Feuer nach allen Seiten um sich. Es ist nach der bisherigen Feststellung der Kriminalpolizei mit einem Verschulden dritter Personen nicht zu rechnen.

Es ist als Brandursache mit größter Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass - wie schon bei einem kleinen Brande vor drei Wochen - eine heiß gelaufene Welle und von der Welle abspritzendes Öl ein paar winzige Sägespäne entzündet haben, und dass so aus kleiner Ursache dieser Riesenbrand entstand.

[…]

Ein Unglück kommt selten allein.

Während man in Geestemünde in angestrengtester Arbeit des Feuers Herr zu werden suchte, traf um 15.50 Uhr aus Schiffdorferdamm die Meldung von einem Waldbrand in der Sohr-Heide ein. Hierauf wurde vom Brandplatze der Sägerei die Freiwillige Feuerwehr von Schiffdorferdamm herausgezogen und mit der Bekämpfung des Waldbrandes beauftragt, ferner der 6.000 Liter fassende Sprengwagen, der jedoch nicht in Tätigkeit zu treten brauchte. Auch eine Abteilung des freiwilligen Arbeitsdienstes wurde eingesetzt.

Der Waldbrand ist offenbar durch Funkenflug entstanden (man hat an der Brandstelle verkohlte Holz- und Pappstücke gefunden); etwa 20 Morgen junger Tannenschonung wurde vernichtet.

Um 19.40 Uhr wurde schließlich noch Großfeuer aus Weddewarden gemeldet, wo das mit Stroh gedeckte Haus des Schmiedemeisters in Flammen stand.

[Ende]

Lässt man die damals als normal geltenden Umstände wie Transport per Pferd und die damit verbundene Brandlast durch Heu und Stroh bzw. die teilweise zu dieser Zeit typische Holzbauweise mal außer Betracht: Hätten man heute so einen Betrieb versichert ?

Fassen wir mal die Fakten aus dem Zeitungsartikel zusammen:

Ein holzverarbeitender Betrieb mit Lagerstätten

Brandlasten auf dem Fußboden (Späne)

Brandlasten in der Nachbarschaft (Tür- und Kistenfabrik sowie E-Werk)

Inklusive „Altkleiderlager“ für eine caritative Einrichtung

Keine bzw. geringe Abstände zwischen den Gebäuden

Maschinen in einem technisch bedenklichen Zustand (mehrfacher Ölverlust)

Betriebsfremde Personen (hier: Mutter und Sohn) haben ungehinderten Zutritt

Als mögliche Schadenursache wäre aus heutiger Sicht in erster Linie das Versagen des organisatorischen Brandschutzes zu nennen.

In dem Zeitungsartikel heißt es: „Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass - wie schon bei einem kleinen Brande vor drei Wochen - eine heiß gelaufene Welle und von der Welle abspritzendes Öl ein paar winzige Sägespäne entzündet haben..“.

Eine Maschine kann sicherlich mal Öl verlieren, zumindest sollte man dies als mögliches Schadenszenario in Betracht ziehen.

Da hier jedoch nicht auf Ordnung und Sauberkeit in dem Maschinenbereich (Sägespäne auf dem Boden) geachtet wurde, obwohl es zuvor bereits einen kleinen Brand gegeben hatte, konnte das Feuer sich entsprechend schnell ausbreiten.

Kleine Ursache, große Wirkung – wie gesagt: die damaligen Umstände und Bauweisen, die letztendlich zum Schaden geführt haben, sind aus heutiger Sicht undenkbar.

Aber dennoch zeigt dieser Zeitungsartikel geradezu Beispielhaft auf, mit welchen einfachen Mitteln damals schon eine derartige Brandausbreitung hätte verhindert werden können und genau darum soll es in diesem Buch gehen !

Wie wäre der Brand wohl verlaufen, wenn ein organisatorischer Brandschutz (es ist bis jetzt noch nicht von technischen Brandschutz die Rede !) vorhanden gewesen wäre ?

Ordnung und Sauberkeit im Maschinenraum

Die Produktionsbereiche werden abends besenrein verlassen

Rauchverbot

Keine betriebsfremden Personen auf dem Gelände

Auffangwanne unter der schadhaften Maschine zwecks Ansammlung von austretenden Öl

Die Fenster in der Außenwand vom E-Werk zumauern

Auslagerung der caritativen Sammelstelle

Auslagerung von Heu und Stroh

Einziger Pluspunkt seinerzeit: Die räumliche Nähe zum Hafenbecken und somit zu ausreichenden Mengen an Löschwasser. Dies würde man heute ebenfalls als positiv bewerten.

Sicherlich alles nur Spekulation, aber dies sind alles „Forderungen“, die der holzverarbeitende Betrieb hätte umsetzen können, ohne dass man die heutige Technologie wie Brandwände, Löschanlage etc. eingesetzt hätte.

Die heutigen Forderungen von den Versicherern sind sicherlich komplexer und somit qualitativ Anspruchsvoller geworden.

Dieses Buch soll dabei helfen, ein gewerbliches Komposit-Risiko auf hohem Niveau aufzunehmen und einem Versicherer transparent und schlüssig anzubieten.

Die nachfolgenden Informationen bilden daher das „Fundament“ für eine qualitativ gut durchgeführte Risikoaufnahme.

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Nicht so gut: Dieser „Ofen“ ist immer mal wieder in Betrieb, wird aber auch als Ablagefläche für brennbare Materialen genutzt und es besteht kein angemessener Abstand zu anderen brennbaren Dingen hergestellt.

Welche Gefahren können versichert werden ?

Hier wird unterschieden zwischen gewerblichen und industriellen Risiken.

Bei den gewerblichen Risiken wird zumeist (ohne jetzt auf die Unterscheidung zwischen Gebäude und Inventar einzugehen) wie folgt angeboten:

Klassisch (konservativ) EC-Deckung
Feuer Feuer
Leitungswasser EC:          Leitungswasser
Sturm / Hagel Sturm / Hagel
Einbruchdiebstahl Einbruchdiebstahl
Elementar Elementar
Unbenannte Gefahren Unbenannte Gefahren

Zusätzlich können „Innere Unruhen, Streik oder Aussperrung, böswillige Beschädigung“ eingeschlossen werden.

Bei industriellen Risiken ist im Grunde der Leistungskatalog vergleichbar, aber deutlich individueller versicherbar:

Feuer

EC: Innere Unruhen, Streik oder Aussperrung, böswillige Beschädigung

Fahrzeuganprall, Rauch, Überschallknall

Wasserlöschanlagenleckage

Leitungswasser

Sturm / Hagel

Einbruchdiebstahl

Überschwemmung, Rückstau

Erbeben

Erdsenkung, Erdrutsch

Schneedruck, Lawine

Vulkanausbruch

Unbenannte Gefahren

Im Gegensatz zu der in „Gewerbe“ üblichen pauschalen Elementarschadendeckung können hier einzelne Gefahren abgesichert werden.

Was können die versicherten Gefahren leisten ?

Die versicherbaren Gefahren wie Feuer, Sturm usw. sichern den Versicherungsnehmer durchaus weiter ab, als ihre Bezeichnungen es im ersten Moment vermuten lassen.

Im Folgenden werden die allgemeinen Bezeichnungen wie sie in Angeboten, Versicherungsscheinen oder auch im Gespräch genutzt werden, etwas detaillierter Beschrieben.

Diese Beschreibungen sind nicht abschließend und sollen an dieser Stelle auch nur das Verständnis schaffen, im Alltag etwas genauer auf die einzelnen Gefahren einzugehen und sie ggf. gegenüber dem Versicherungsnehmer etwas differenzierter zu beschreiben.

Feuer

Laut den AFB leistet der Versicherer Entschädigung für versicherte Sachen, die durch

a) Brand

b) Blitzschlag

c) Explosion

d) Anprall oder Absturz eines Luftfahrzeuges, seiner Teile oder seiner Ladung

zerstört oder beschädigt werden oder abhandengekommen sind.

Man spricht hier auch von der sog. FLExA-Deckung. Fire, Lightning, Explosion, Aircraft.

Im Einzelnen:

Zu a) Brand ist ein Feuer, das ohne einen bestimmungsgemäßen Herd entstanden ist oder ihn verlassen hat und dass sich aus eigener Kraft auszubreiten vermag.

Brand
Als Brand wird ein Schadfeuer bezeichnet, dass durch nicht bestimmungsgemäßes Brennen einen Schaden anrichtet. Im Gegensatz dazu steht das sog. Nutzfeuer, dass gewollt und kontrolliert an einen bestimmten Ort brennt.

Feuer
Ein Feuer geht immer mit einer sichtbaren äußeren Begleiterscheinung einer Verbrennung einher. Hierzu zählen in erster Linie Flammen und / oder Glut, je nachdem, welcher Stoff brennt. Verbrennungen ohne Lichterscheinung (Verkohlung, Fermentation, Erhitzung durch Strom usw.) sind kein Feuer.
Gerade im Maschinenbereich gibt es aufgrund von sog. Wicklungsschäden oder „Lichtbögen“ enorme Hitzeentwicklung, die mit entsprechenden Schäden verbunden sind. Hier würden für die Regulierung als Feuerschaden die Flamme sowie die Glut fehlen. Eine entsprechende Absicherung über eine Technische Versicherung wäre hier sinnvoll.

Bestimmungsgemäßer Herd / nicht bestimmungsgemäßer Herd Das Feuer muss entweder ohne bestimmungsgemäßen Herd entstanden sein oder seinen bestimmungsgemäßen Herd verlassen haben.

Diese Unterscheidung dient der Abgrenzung zwischen nicht versichertem Nutzfeuer (der entsprechende Einschluss kann aber per Klausel -siehe GDV 31xx- erfolgen) und versicherten Schadenfeuer.

Es gibt 2 Gruppen von bestimmungsgemäßen Herden:

images Geschlossene Feuerstätten

images Ungeschützte Feuer

Die geschlossene Feuerstätte als bestimmungsgemäßer Herd bezeichnet die zur Erzeugung oder Aufnahme von Feuer bestimmte Ausgangsstelle.

Geschlossene Feuerstätten sind demnach dazu bestimmt, Feuer in sich zu bergen.

Beispiele für geschlossene Feuerstätten sind

images alle Arten von Öfen, Herden, Kaminen,

images Industrieanlagen, in denen mit Feuer oder Glut gearbeitet wird.

Keinen "Brand" im Sinne der AFB stellt deshalb beispielsweise ein Feuer im Ofen dar, da es seinen bestimmungsgemäßen Herd nicht verlassen hat.

Alles, was innerhalb eines bestimmungsgemäßen Herdes durch das Feuer oder seiner Hitzestrahlung zu Schaden kommt, ist nicht ersatzpflichtig. Es ist dabei unerheblich, warum der besagte Gegenstand (Absicht oder Versehen) in den bestimmungsgemäßen Herd gelangt ist.

Ein Schaden am Ofen ist z.B. auch dann nicht versichert, wenn der Brand von außen und zwar von dessen Ölauffangwanne (Bestandteil des Ofens) ausgeht.

Schäden an bestimmungsgemäßen Herden sind nur dann regulierungsfähig, wenn das Feuer von außen und von „neutraler Stelle“ (z.B. durch ein schadhaftes Aufladungsgerät eines Gabelstaplers) auf sie einwirkt.

Ebenso spielt es keine Rolle, dass ein ursprünglich als kleine Flamme gewolltes Feuer in einem Ofen durch z.B. Bedienungsfehler oder Eintragung eines Fremdstoffes zu einem „Vollbrand“ im Ofen führt und aufgrund der dadurch erreichten Temperatur der Ofen beschädigt wird.

Tipp: Brandschäden an Räucher-, Trocknungs- und sonstigen ähnlichen Erhitzungsanlagen und deren Inhalt können mittels Klausel versichert werden. In diesen Fällen würde Versicherungsschutz für den bestimmungsgemäßen Herd bestehen, wenn der Brand darin ausbricht !

Nicht zu den bestimmungsgemäßen Herden zählen Kochtöpfe, Rauchabzüge, Elektrogeräte aller Art, weil sie lediglich Wärme und Hitze in sich bergen, jedoch kein Feuer.

Beispiele für ungeschützte Feuer sind:

images Streichholzflamme

images Zigarettenglut

images Kerzenflamme

images Gasflamme und Schweißflamme.

Bestimmungsgemäßer Herd ist z.B. die Kerze, nicht aber die Laterne, in der sich die Kerze befindet. Wenn der Innenraum der Laterne in Flammen steht, entspricht dies nicht mehr der vorgesehenen Nutzung der Laterne.

Ferner ist es unwichtig, warum im Einzelfall z.B. ein Ofen geheizt oder ein Streichholz entzündet wurde.

Wichtig ist nur, dass der Ofen zum Heizen gedacht ist und das Streichholz zum Brennen. In diesen Fällen wäre die Erfüllung der Definition „bestimmungsgemäßer Herd“ gewährleistet.

Ob es sich im Einzelfall um einen bestimmungsgemäßen Herd handelt, muss nach objektiven Gesichtspunkten betrachtet werden. Aber der Grad ist sehr schmal !

Werden gelagerte Streichhölzer ungewollt entzündet, liegt kein bestimmungsgemäßer Herd vor. Aufgrund der hier vorliegenden Lagerungssituation sind die Streichhölzer in keinem gewollten „bestimmungsgemäßen Herd“-Zustand.

Als nicht bestimmungsgemäßer Herd gilt ferner:

images der Blitzschlag

images die Hitzestrahlungen durch nicht bestimmungsgemäße Herde (z.B. Abgasrohr, Ofenrohr)

images eine Selbstentzündung (z.B. von Heu, ölgetränkte Textilien, „gelber Sack“-Brände usw.)

den Herd verlassen
Ein durch einen bestimmungsgemäßen Herd entstandenes Feuer hat seinen Herd verlassen, sobald es die vorgegebene Begrenzung überschritten hat, z.B.:

images ein Handtuch auf der heißen Herdplatte

images das Essen in der Pfanne

images das Fett in der Fritteuse

images auslaufendes und weiter brennendes Kerzenwachs

images übergelaufenes Benzin, was nach der Betankung des Feuerzeuges sich entzündet

images aus der geöffneten Ofentür schlagen Flammen heraus

Schwierig wird es in Grenzfällen wie z.B. zu hoch (!) lodernde Flammen eines Lagerfeuers.

aus eigener Kraft
Am Ende des Tages ist dieser Punkt der Entscheidende !

Ob ein Feuer als Brand einzustufen ist, egal ob bestimmungsgemäßer Herd oder nicht, hängt von der „eigenen Kraft“ zur Ausbreitung ab.

Denn in der Feuerdefinition heißt es „und sich aus eigener Kraft…“. Wenn dort „oder“ stehen würde, wäre die Gewichtung gleich eine ganz andere.