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Symbole und Preiskategorien
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Inhalt

Symbole & Preiskategorien

Rein ins Erleben

Die wichtigsten MARCO POLO Highlights!

Die besten MARCO POLO Insider-Tipps

Best of ...

Tolle Orte zum Nulltarif

Typisch London

Schön, auch wenn es regnet

Entspannt zurücklehnen

Auftakt

Im Trend

Fakten, Menschen & News

Sehenswertes

MARCO POLO Highlights

Kensington/Knightsbridge/Chelsea

Westminster/St James’s/Mayfair

Bloomsbury/Covent Garden/Soho

City/Clerkenwell/Holborn

South Bank/South-Wark/Bankside/Lambeth

Außerdem Sehenswert

Ausflug

Essen & Trinken

MARCO POLO Highlights

Afternoon Tea

Cafés

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Europäsch

International

Einkaufen

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MÄRKTE & Marktstrassen

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Musik

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Am Abend

MARCO POLO Highlights

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Theater & Tanztheater

Weinbars

24-Hour-London

Übernachten

MARCO POLO Highlights

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Hotels €€€

Hotels €€

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Hostels, Camping & More

Erlebnistouren

Mit Kindern unterwegs

Events, Feste & mehr

Links, Blogs, Apps & Co.

Bloss nicht!

Praktische Hinweise

Sprachführer Englisch

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Autorin

Die Touren-App

zeigt, wo’s langgeht, mit Tourenverlauf und Offline-Karte

Events & News

clever und schnell auf dem Smartphone – tagesaktuell. Events, News und neueste Insider-Tipps

HOLEN SIE MEHR AUS IHREM MARCO POLO RAUS!

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BUCKINGHAM PALACE »

Feudale Immobilie: royales Stadtdomizil der britischen Monarchen zur Karte

HOUSES OF PARLIAMENT & BIG BEN »

Lang ist’s her: 1275 tagte das erste Parlament in Westminster, und seit 160 Jahren schlägt die Big-Ben-Glocke „Westminster Time“ zur Karte

WESTMINSTER ABBEY »

Krönungs- und Grabkirche von allem, was Rang und Namen hatte: ein Who’s Who vergangener Jahrhunderte zur Karte

BRITISH MUSEUM »

Schätze der Weltkulturen im weltberühmten Museum zur Karte

MADAME TUSSAUD’S »

Sich mit den Stars auf dem Sofa rekeln, Brad Pitt und Prince William umarmen zur Karte

ST PAUL’S CATHEDRAL »

Symbol der Wiederauferstehung Londons aus der Asche der Brandkatastrophe von 1666 zur Karte

TOWER OF LONDON »

Durch die mächtigen -Mauern des Tower wabern 900 Jahre Geschichte zur Karte (siehe auch »)

LONDON EYE »

Aus den gläsernen Kapseln des höchsten Riesenrads Europas haben Sie einen unschlagbaren Blick auf die Metropole (Foto) zur Karte

TATE MODERN »

Kathedrale der modernen Kunst in einem riesigen, umgebauten Kraftwerk an der Themse zur Karte

TOWER BRIDGE »

Zwischen den viktorianischen Doppeltürmen die Themse überqueren und den Blick genießen zur Karte

BRICK LANE MARKET »

Bunt, voll, schräg und lecker: ein Trubel aus Weltmahlzeiten und Schnäppchenjägern zur Karte

KEW GARDENS »

Zwischen viktorianischen Gewächshäusern und Ziergärten wird klar, wie die Engländer zu ihren grünen Daumen kommen (Foto)

THEMSEFAHRT »

Die Stadt auf sich wirken lassen, ganz gemütlich vom Wasser aus, bei einer Bootsfahrt nach Greenwich zur Karte (siehe auch »)

HARRODS »

Halb Kaufhaus, halb Touristenattraktion – hier finden Sie alles, wovon Sie bislang noch gar nicht wussten, dass Sie es überhaupt brauchen zur Karte

NOTTING HILL CARNIVAL »

Exotische und farbenfrohe Kostüme, Musik, Finger Food sowie gute Stimmung bringen das Trendviertel beim karibischen Karneval zum Kochen zur Karte (siehe auch »)

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Insider-Tipp

Sleepover mit Dino »

Im Natural History Museum gibt’s nicht nur Drinks bei der Spätvorstellung, hier man kann sich sogar mit den Dinosauriern schlafen legen

Insider-Tipp

Brunch mit Drinks »

Wer sich sonntags für das Bottomless Brunch im witzigen Café Drink, Shop & Do anmeldet, darf zwei Stunden lang so viel Prosecco trinken, wie man schafft

Insider-Tipp

Radeln Sie Deutsch? »

Jeden Morgen um 10.15 Uhr führt die London Bicycle Tour Company eine Radtour auf Deutsch durch; so müssen Sie nicht ständig die Ohren spitzen

Insider-Tipp

Sommer im Parkhaus »

Beim sommerlichen Freiluftvergnügen auf dem Dach eines ausgedienten Parkhauses werden coole Cocktails gemixt, die Londoner Skyline gibt’s bei Frank’s Café gratis dazu

Insider-Tipp

Pause im Park »

Im hübschen Parkcafé The Orangery in Kensington Gardens gönnen Sie sich nach dem Spaziergang eine Tasse Tee oder ein Gläschen Pimm’s

Insider-Tipp

Low Budget View »

Fürs kleine Portemonnaie: kostenloser Kunstgenuss plus eine Wow-Garantie für den Blick vom obersten Stock des neuen Anbaus an der Tate Modern

Insider-Tipp

Zeitreise im Museum »

Neugierig, wie und was die Londoner zu Königin Victorias Zeiten einkauften? Im Museum of London können Sie dem beim Bummel durch eine historische Ladenstraße nachspüren

Insider-Tipp

Sterneküche kosten »

Zu Lunchzeiten kann man sich auch mit schmalem Budget ein kulinarisches Gaumenerlebnis im michelinsterngekrönten L’Autre Pied leisten

Insider-Tipp

Statt Shopping-Stress »

Ersparen Sie sich die Shopper-Horden der Oxford Street! Machen Sie sich stattdessen auf ins East-End nach Shoreditch, das sich zu einer Shoppingmeile entwickelt hat: In Redchurch Street und Cheshire Street finden Sie einen bunten Mix aus Markenshops, Indielabels und skurrilen Läden

Insider-Tipp

Hoch über der Themse »

Ein wenig schwindelfrei sollte man schon sein, wenn man durch den Glasboden der oberen Fußgängerbrücke der Tower Bridge runter auf den Fluss schaut. Besonderes Spektakel: Wenn die Brücke für eine Bootsdurchfahrt aufgeklappt wird

Insider-Tipp

Indien pur »

Der Weg zum Tempel Shri Swaminarayan Madir (Foto) in Neasden ist weit, aber nach dem eindrucksvollen Tempelzeremoniell schmeckt das Essen im Shayona Restaurant umso authentischer

Insider-Tipp

Durch die Nacht fliegen »

Für den Dancefloor mit aktuellen Sounds müssen Sie die Augen im Internet offen halten: Die Hotspots für Supa Dupa Fly wechseln wöchentlich

Insider-Tipp

Musikergrößen »

Ob Klassik oder Rock – die Events und Konzerte im Handel & Hendrix House huldigen regelmäßig beiden Meistern der Musik

Insider-Tipp

Samstags ins Parlament »

Wandeln Sie durch das Zentrum der parlamentarischen Demokratie: Jeden Samstag gibt es eine Führung durch die Houses of Parliament, die „Mutter aller Parlamente“ (Foto), auch in Deutsch

Insider-Tipp

Tropisches Flair »

Inmitten tropisch-grüner Gewächse linst man im Skygarden durch die Scheiben vom „Walkie-Talkie“-Hochhaus 20 Fenchurch Street auf die glitzernde Stadt

Insider

Es grünt so grün … »

Es muss ja kein Liegestuhl für £ 3,60 sein: Auf vielen der Londoner Grünflächen kann man ein leckeres und sparfreudiges Picknick direkt auf dem Rasen genießen, z. B. im Hyde Park (Foto)

Radeln und sparen »

Radeln ist gesund und schont die Umwelt. Warum also nicht gleich mit einem der Räder vom Londoner Leihrad-Netzwerk ins Museum radeln, denn die erste halbe Stunde ist für lau

Royale Fotogelegenheit » (siehe auch »)

Bei den Wachablösungen vor Buckingham Palace oder Horse Guards Parade dabei zu sein kostet nichts. Viel Uniform und Gepränge für umsonst. Für „Logenplätze“ müssen Sie aber früh da sein

Freikultur »

In der Mediathek des British Film Institute sehen Sie gratis Klassiker, Filmperlen und TV-Kultserien aus dem Nationalarchiv

Gottesdienst in der Krönungskirche »

Ein königlicher Eintrittspreis (£ 20) wird in Westminster Abbey verlangt, wenn Sie die Krönungskirche von Innen sehen wollen. Kommen Sie werktags zum kostenlosen Abendgottesdienst, und lassen Sie den prachtvollen Bau auf sich wirken

Kunst und Musik statt Mahlzeit »

Statt eines Mittagessens: Verschieben Sie die Mittagspause etwas nach hinten, und genießen Sie eines der Gratis-Lunchtime-Konzerte in der Kirche St-Martin-in-the-Fields. Auch die Kunstausstellungen in der Krypta der Kirche kosten keinen Penny

Tempel der Musen, Tempel der Götter » (siehe auch » 1 »)

London hat eine generöse Museumspolitik: Weder das British Museum noch das tolle Victoria & Albert Museum oder die Westminster Cathedral nehmen Eintritt!

Man gönnt sich ja sonst nichts »

The Ritz (Foto) ist das Original und immer noch der beste der klassischen Afternoon Teas in Hotels. Hier, im Palm Court, stimmt einfach alles: die Stimmung, der Service, die Qualität des Tees und der scones

Vogelperspektive » (siehe auch »)

Wow, was für eine Aussicht auf die Stadt! Die beste haben Sie z. B. vom gigantischen Riesenrad London Eye an der Themse oder vom „Scherben“-Hochhaus The Shard aus

Abtanzen »

Dancing through the night: Wer viel Kondition hat, arbeitet sich am Wochenende auf einem der zahllosen angesagten Dancefloors ab, stilecht z. B. im Ex-Busdepot Ministry of Sound

Fish & Chips »

Vor allem fettig ist dieser britische Klassiker im Doppelpack: Pommes mit Malzessig plus Kabeljau, Schellfisch oder Scholle in Panade. Das müssen Sie unbedingt bei Poppies probieren – eine Londoner Institution!

Markttreiben »

Auf ins Gewühl, Londons Märkte sind wuselig: Gourmets ab auf den Borough Market! Schnäppchen- und Trendjäger werden auf dem Broadway Market und dem Brick Lane Market glücklich: schauen, staunen, stöbern, handeln, kaufen

Besuch im Pub »

Ein sehr englisches Vergnügen ist es, ein Bier oder Bitter in einem alteingesessenen Pub zu trinken – inmitten von Jugendstilinterieur, am Fluss oder in einer ehemaligen Poststation. Real Ale können Sie im Black Friar oder im The Dove probieren

Doppeldeckerfahrt » (siehe auch »)

Alte und neue Doppeldeckerbusse fahren auf Londons Straßen, manche nur fürs Sightseeing, die meisten sind aber echte Linienbusse. Ob oben ohne oder geschlossen – die Aussicht auf London ist von der 2. Etage im Fahrzeug auf alle Fälle hervorragend

Kleine Teekunde »

Drücken Sie doch mal die Schulbank einer Teeschule: Samstags um 10 Uhr (mit Voranmeldung) im Teeladen Postcard Teas beginnt der Unterricht. Oder lassen Sie sich zu den ausgesucht feinen und raren Teesorten beraten

Kuriositätenkabinett »

Skurril und herrlich britisch-verschroben ist das Sammelsurium des Sir John Soane’s Museum. Der Architekt der Bank of England lebte hier und trug zusammen, was ihm gefiel. Wer sich am ersten Dienstag des Monats abends anstellt, erlebt das Ganze bei Kerzenschein

Alle Zehne! »

Statt mit Bier in Kegelclub-Atmosphäre wird im US-Fifties-Ambiente der All Star Lanes beim „Boutique Bowling“ mit Cocktails oder Champagner angestoßen. Trendy London verpflichtet!

Museales Facebook »

Die finden Sie bei Facebook nicht, obwohl hier alle Gesicht zeigen: die britischen Köpfe in der National Portrait Gallery. Danach zeigt auch die Stadt ihr Angesicht vom obersten Stockwerk aus, wo man im Portrait Restaurant trocken sitzt und bestens isst

London Sound »

An den „Horchposten“ des Plattenladens Rough Trade im East End hören Sie sich in Ruhe durch eine gepflegte Charts-Auswahl. Und wenn der Regen aufhört, steht Ihnen die ganze Brick Lane offen

Einkaufsparadies »

Shopping steht oben auf Ihrer To-Do-Liste? Dann ist Westfield die Destination: ca. 350 Läden und Lokale buhlen um Ihre Aufmerksamkeit. Per U-Bahn kommt man auch fast trocken an (Foto)

Shopping-müde? »

Die Einkaufstüten sind schwer beladen, die Schultern schmerzen: Gönnen Sie sich bei Selfridges (Lower Ground) eine Walk-in-Backrub – nach 10 Minuten erfrischender Massage geht’s dann wieder

Olympische Parklust »

Keine Sorge, im Queen Elizabeth Olympic Park dem umgestalteten Olympiagelände, geht’s nicht um Höchstleistungen, sondern ums Spazieren, Picknicken, Relaxen und eine tolle Aussicht (Foto)

Astro-Show »

In die Zukunft wird hier nicht geblickt, dafür in den Nachthimmel! Lassen Sie sich in den sehr bequemen, gekippten Sesseln des Planetariums von Greenwich von der Show The Sky Tonight in himmlische Sphären entführen

Scheherazade oder Queen »

Sie haben die Wahl zwischen Orient und Okzident, Dampfbad oder Tea-Therapy. Den Orient finden Sie im Casa Spa, den Okzident im Palm Court Chuan Spa – beide versprechen Entspannung pur

Tired of London? »

Der Verkehr donnert, Menschen hasten, in der U-Bahn ist’s stickig. Da gibt’s nur ein: Raus ins Grüne, auf die Hügel von Hampstead Heath. Im schönen Landschaftspark tankt man neue Energie

Hotelzimmer mit Spa »

Wer im Fielding Hotel absteigt, schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Er wohnt zentral im West End und hat freien Zugang zum nahen Covent Garden Fitness and Well Being Centre

Für Leseratten »

Das Café im 5. Stock der Buchhandlung Foyles bietet Leseratten eine gute Gelegenheit für eine erholsame Kaffeepause, bevor man auf den anderen Etagen weiter eifrig in den Büchern stöbert

Bild: Millennium Bridge und St Paul’s Cathedral

Wer das erste Mal nach London kommt, hat seine eigenen Bilder im Kopf: rote Doppeldeckerbusse, den Big-Ben-Turm, die dicke Kuppel von St Paul’s Cathedral und die Zuckerbäcker-Tower Bridge. Zweit- und Drittreisende wissen, dass es viele weitere Zutaten zur London-Mixtur gibt. Denkt man an die verrückten Modetrends und die musikalische Subkultur, politisches Machtgehabe in den Houses of Parliament und die königliche „Firma“ im Buckingham Palace, wird das Bild schon runder.

Es ist die Mischung aus Tradition und Moderne, aus dem Tower und den Hochhäusern, den Zeremonien der Wachablösung und den verstopften Straßen, aus Afternoon Tea im Ritz und bengalischen Currys der Brick Lane, die den Reiz der Hauptstadt ausmacht. Und London ist noch viel mehr: eine Stadt, die es schafft, ihre 2000-jährige Geschichte lebendig zu halten und dabei immer in Bewegung zu bleiben. Vor allem in den letzten 20 Jahren hat sie sich gewandelt, in ihren Stadtvierteln, mit frisch gestylten Museen und der ambitioniertesten Architektur Europas. London lebt Multikulti mit seinen 8,6 Mio. Menschen, den Museen und Theatern von Weltrang, seiner Restaurantszene, der Finanz- und Medienwelt und ist Trendsetter für Musik und Mode. Wie sich die Stadt unter dem Einfluss des Brexit verändert, bleibt abzuwarten.

Noch eilen die Finanzbroker in der City zur Arbeit. Und dort begann vor gut 2000 Jahren die Stadtgeschichte als römischer Handelsplatz Londinium. Es folgten als Besatzer Angelsachsen und Wikinger. Der Sieg der Normannen bei der Schlacht von Hastings 1066 um die Krönungsnachfolge des letzten angelsächsischen Königs Edward the Confessor sollte das letzte Mal sein, dass die Stadt eingenommen wurde. Im weiteren Verlauf des Mittelalters wuchs London zum Zentrum für Parlament, Königshaus und Handel aus den zwei Zentren City und Westminster am nördlichen Themseufer heran. Wirklich geplant wurde die Stadt nie. Nachdem die Flammen des Great Fire of London 1666 vier Fünftel der Holzhäuser verschlungen hatten, wurden immer wieder Gelegenheiten zu einer organisierten Stadtplanung verpasst, was der Metropole einen sympathisch zusammengewürfelten Anstrich verleiht.

Ein kosmopolitisches Mosaik

London ist aus Teilen zusammengewachsen: dem exklusiven Mayfair mit bürgerlichen Stadthäusern, St James’s, dem Viertel der gediegenen Clubs, dem Amüsierviertel Soho, Bloomsbury, dem Intellektuellenviertel des 20. Jhs., Spitalfields und Shoreditch, dem kreativen East End, Greenwich mit seinem maritimen Flair, dem grünen Hampstead – ein homogenes Ganzes ist nie entstanden. Traditionell verstanden sich die Cockneys, geboren in Hörweite der Kirchenglocken von St-Mary-le-Bow im East End, als die wahren Londoner. Doch den „typischen“ Londoner gibt es nicht mehr. Spätestens mit dem 17. Jh., als sich hugenottische Seidenweber aus Frankreich im East End niederließen, wurde London kosmopolitisch. Im 19. Jh. kamen die Iren auf der Suche nach Arbeit; in den 1950er-Jahren folgten Einwanderer aus den karibischen Commonwealth-Staaten. Sie alle bauten eigene soziale Netze auf und bewahrten Teile ihrer Traditionen. Andere kamen und gingen: Der Philosoph der französischen Aufklärung Voltaire suchte 1726 Exil im toleranten London, Mahatma Gandhi ließ sich während seines Jurastudiums Ende des 19. Jhs. von englischen Sozialisten und dem Dramatiker George Bernard Shaw inspirieren, und Hampstead sollte der letzte Wohnort des vor den Nazis fliehenden Sigmund Freud sein. Heute braucht man sich für einen Querschnitt durch die Londoner Bevölkerung nur in der U-Bahn umzusehen: ein Citymanager in Nadelstreifen neben einem afrokaribischen Teenager mit Dreadlocks, eine alte chinesische Dame, ein junger Skater in Sportdesigner-Labels neben der Bengalin im Sari. Die Bombenanschläge von 2005 haben die Weltoffenheit und multikulturelle Lebensart der Stadt nicht infrage stellen können.

Columbia Road Flower Market: Hier wechseln die Blumen fliegend den Besitzer

Multikulti und doch very British ...

London ist nicht gleich England, aber bestimmte englische Charakterzüge – eine gewisse Reserviertheit, Höflichkeit, ein toleranter Individualismus, Traditionsbewusstsein, Understatement, Selbstironie – bilden das Fundament der Koexistenz in der Großstadt. Denn dreißig Kulturen teilen sich diese Stadt; über ein Drittel der Londoner gehören einer ethnischen Minderheit an. Nur 40 Minuten vom Trafalgar Square kann man sich in Southall zwischen indischer Radiomusik, Geschäften für Tunika-Hosenensembles und Curryaromen wie im Punjab fühlen. 300 Sprachen werden in der Mutterstadt der englischsprachigen Welt gesprochen, Erbe des British Empire, das sich zur Regierungszeit Queen Victorias (1837–1901) über ein Viertel des Globus erstreckte. Doch auch in England gibt es Misstöne: In den Boulevardblättern ist die Zuwanderung immer wieder Thema, erst recht seit sich die EU-Gegner beim Referendum im Juni 2016 durchgesetzt haben. London selbst hat gegen den Brexit gestimmt – in einer Stadt, in der sich bei der letzten Volkszählung nur 45 Prozent als „weiße Briten“ bezeichneten, lässt sich schlecht Stimmung gegen Ausländer machen. Londoner verdienen durchschnittlich £ 750 pro Woche, je nach Stadtbezirk kann das aber sehr unterschiedlich ausfallen. Mit Kensington & Chelsea und Tower Hamlets vereint London sowohl den ärmsten als auch den reichsten Bezirk des Landes auf sich. Die Arbeitslosenquote ist rückläufig und liegt bei knapp 6 Prozent. Londoner recyclen wenig, aber immer mehr radeln zur Arbeit und engagieren sich ehrenamtlich: z. B. bei Aufforstungsarbeiten beim „Green Gym“ im Park oder als Mentor gegen die Gang-Ideologie der schnell gezückten Messer und liegengebliebenen Schulbücher. Soziales Engagement wird umso wichtiger, da zentrale Dienstleistungen Haushaltskürzungen zum Opfer gefallen sind. Londoner sind politisch und kulturell interessiert und nutzen auf dem Arbeitsweg gerne iPod und E-Book-Reader.

Alltagsleben in der Metropole

Der alte Spitzname für London, „The Big Smoke“ (die „Große Rauchglocke“), ist ein Überbleibsel aus der Zeit, als Industriesmog noch Leben forderte. Tatsächlich hat London mehr Grünflächen als jede andere Stadt vergleichbarer Größe. Schöne Spaziergänge führen durch Hyde Park, Green Park oder Regent’s Park, wo in der Mittagspause die Büroangestellten ihre Sandwiches auspacken. Die königlichen Parks sind nur ein Beispiel dafür, wie das Königshaus im Londoner Leben im Hintergrund mitläuft; die Royals mögen viele Touristen in die Stadt bringen, doch für den Alltag der Londoner hat die Queen weit weniger Bedeutung als der Trainer des Fußballclubs Arsenal oder die neueste Entwicklung in der Seifenoper „Eastenders“. 2011 wurde die bürgerliche Kate Middleton in den Kreis der Royals aufgenommen. 2012 galt das Hauptinteresse von Medien und Bevölkerung jedoch der Queen selbst, denn sie feierte ihr 60-jähriges Thronjubiläum. Ein Jahr später kam der royale Spross, Baby George und im Mai 2015 Prinzessin Charlotte, die Jüngste im Königshaus, zur Welt.

Für ihre direkten Belange zählen die Londoner auf Bürgermeister Sadiq Khan. Dessen schwierigste Aufgaben sind es, die Londoner von A nach B zu bringen und Wohnraum zu schaffen. Das älteste und weitläufigste U-Bahnnetz der Welt transportiert pro Jahr eine Milliarde Passagiere und kämpft mit technischen Problemen. Die U-Bahnstationen der Jubilee Line mögen Kathedralen ähneln, der Stadt mit dem teuersten öffentlichen Nahverkehr Europas droht der Verkehrsinfarkt – trotz Citymaut. Abhilfe will das „Cross Rail Project“ schaffen. Diese Ost-West-Strecke soll ab Ende 2019 unterirdisch vom Flughafen Heathrow bis ins Finanzviertel Canary Wharf verlaufen. Das zweitliebste Thema ist die Wohnsituation. Londons Immobilienpreise sind die höchsten Europas. In Nobelvierteln wie Chelsea kostet ein Zwei-Zimmer-Apartment um die £ 800 000. Häuser sind schnell im zweistelligen Millionenbereich und wurden oft von reichen Ausländern als Geldanlage erworben. So ist es den meisten jungen Londonern unmöglich, eine bezahlbare, halbwegs zentrale Unterkunft zu finden. Die Suche nach billigem Wohnraum hat Künstler und Alternative in die Vororte verschlagen, nach Hoxton, Shoreditch, Dalston und Hackney. Diese bröckelnden Gegenden sind zu Trendvierteln geworden. „Trend“ aber nicht im Sinne von saniertem Notting Hill: Wer zwischen Schnellimbissen, Pound-Shops, posterübersäten Hauswänden und verwehten Plastiktüten wandelt, bekommt eher ein High-Noon-Gefühl. Diese unverputzten Gegenden Ostlondons voller junger Leute pflegen ihren eigenen Snobismus. In einer sich schnell wandelnden Szene wissen sie, hinter welcher der Gammelfassaden die Stufen hinunter in den derzeit angesagten Club führen. Im Aufwind sind auch Viertel südlich der Themse, wie Clapham und Peckham.

Wo die wahren Trends entstehen

Der beste Ort, den Puls von London zu spüren, ist an der Themse. Die Londoner haben sie wiederentdeckt: als Flaniermeile. Das trübe Gewässer täuscht: „Father Thames“ ist so sauber wie seit 50 Jahren nicht mehr, und modernisierte (Hungerford Bridge bzw. Golden Jubilee Bridge) und neue (Millennium Bridge) Brücken geben der Stadt einen neuen Zusammenhalt. Der Fluss markierte bisher die soziale Trennlinie zwischen Banken- und Regierungsviertel am Nordufer und Süd-London. South London war eher bekannt für anonyme Sozialbauten und mangelnde Infrastruktur; nun hat der Süden aufgeholt und inspiriert neue Trends und urbane Sounds.Wahrzeichen in Southwark: Renzo Pianos Bürohaus The Shard, Europas zweithöchstes Gebäude; weitere Wolkenkratzer sind in Vauxhall und Battersea in Arbeit. Im Osten ist die Ausdehnung der Stadt auch den olympischen Spielen 2012 geschuldet, deren Spielstätten inzwischen zum Queen Elizabeth Park wurden. Es ist diese Dynamik, die London zu einer der spannendsten Städte der Welt macht.

Immer zum Sprung bereit: Pendeln mit der Underground

Blühen soll London

Green City image Wenig Platz für Natur? Das stört Organisationen wie die Guerilla Gardening-Gruppe Londons wenig. Nachts begrünen sie ihre Stadt mit Sonnenblumen und Co. (www.guerrillagardening.org). Sportlich geht’s bei Trees for Cities zu: Bei Laufveranstaltungen wie dem Run for Trees wird Geld gesammelt, mit dem Pflanzungen und der Schutz alter Bäume finanziert werden (www.treesforcities.org).

Selbstgemacht!

Bier, Käse, Pasta, Wurst Die Lust auf Selbstgemachtes hält an. Weg vom Supermarkteinerlei! Keep local – auch beim Essen. Das beherzigen die Farmer auf den Wochenmärkten mit Bioprodukten wie Pasta, Pies, Brot, Säften und Wurst (www.lfm.org.uk). Auch William Oglethorpe produziert selbst: ohne eigenen Bauernhof stellt er in London organischen Käse her (www.kappacasein.com). Und zu trinken? Gibt’s jede Menge selbstgebrautes Bier. Craft Bier hat Saison auch in Londons Pubs. In kleiner Menge meist vor Ort gebraut, gibt’s viele Geschmacknuancen von fruchtig bis bitter von frisch bis herb (craftbeerlondon.com).

Anders Tafeln

Wohnzimmeratmosphäre Supper Clubs wie Leluu’s Supper Club (www.leluu.com) haben Konjunktur. Auf der Website kann man per E-Mail um eine Einladung bitten, serviert wird dann bei Leluu daheim. Auch in sind versteckte Bars hinter unscheinbaren Türen und geheime Räume in Cocktail-Clubs, die man durch einen Spiegel oder Kühlschrank betritt (short.travel/lon15). Weitere Supper Clubs finden Sie auf www.londonpopups.com.

Café Heimat

Geld ist Zeit Londons Kettencafés bekommen Konkurrenz durch Wohnzimmercafés mit Heimateffekt. Im Ziferblat (388 Old Street | london.ziferblat.net) in Shoreditch bekommt man Kaffee, Kekse und WiFi umsonst: Den Kaffee kocht man selbst, dafür bezahlt man für die Zeit, die man dort verbringt. Bei 5 Pence pro Minute bezahlt man für eine Stunde Surfen und Kaffeetrinken £ 3. Wohlfühlfaktor hält auch das Nana Café (The Convenience | Brooksby’s Walk | www.wearenana.com) bereit: Traditionelle Küche mit Geschmack nach Kindheit wird in Hackney von einer Riege fürsorglicher, jung gebliebener Old Ladies serviert. Weniger Heimat, dafür Mehrwert in Form juristischer Ratschläge zum Kuchen tischt The Legal Café (81 Haverstock Hill | Hampstead | www.81haverstockhill.com) auf. Im Lock 7 (129, E2 Pritchard’s Road | Hackney | lock-7.com) lässt man sein Fahrrad reparieren, während man gemütlich seinen Kaffee schlürft.

Nachtaktiv

Splash! Nächtliche Wasserabenteuer mit Kanu oder Kajak auf der Themse oder mit Schwimmbrille im Lido. Social life mal nicht online, sondern real. Für Nachteulen und solche, die offen für Überraschungen sind. Gemeinsam schwimmt man bei Mondlicht und wärmt sich am Lagerfeuer. Unter der Tower Bridge wird Kayak gefahren, dann klettert man über die Feuerleiter hoch zum Pub für eine Stärkung. Zu Halloween: ein Grusel-Boattrip auf dem Regent’s Canal. Organisiert werden dies Events von Secret Adventures (Tel. 020 32 87 79 86 | secretadventures.org) einem Kollektiv von Menschen mit Lust auf Abenteuer.

Bild: Camilla und Kate bei der Geburtstagsparade für die Queen, Trooping the Colour

EIN HERZ FÜR DIE KRONE

… hat die internationale Yellowpress zwar immer noch, aber es gibt längst nicht mehr so viel royalen Tratsch zu berichten wie noch in den 1990er-Jahren, als die Kinder von Queen Elizabeth II. und Prinz Philip für viele Skandale um Scheidung, Ehebruch und Rosenkrieg sorgten. Selbst Dirty-Harry, der zweite Sohn von Prinz Charles und Diana, der gerne mal ins Fettnäpfchen trat, ist ruhiger geworden und macht sich heute lieber für Charityprojekte von Kriegsveteranen stark. Eine Schlagzeile ist höchstens noch seine jeweils aktuelle Liebschaft wert. Sein großer Bruder, Prinz William, seit einigen Jahren mit der bürgerlichen Kate verheiratet, hat mit George und Charlotte Elizabeth Diana bereits zweimal für den nötigen Thron-Nachwuchs gesorgt.