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Karl Schön

Untergangsstimmung

Wert und Sinn, Teil XVI


Meiner Frau Amanda gewidmet.


BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Untergangsstimmung - 1. Das neue Jahr 2003

 

Mit dem traditionell üblichen Krach der Böller und Feuerwerkskörper begann das neue Jahr. In den Neujahrsansprachen klang immer wieder die Angst vor der Zukunft und die Hoffnung auf einen Aufschwung an. Deutschland stehe vor harten Zeiten, hieß es immer wieder. Die Arbeitslosigkeit steige weiter, die Finanzkrise spitze sich zu. Deutschland ist, wie der Economist zutreffend befindet, der "kranke Mann Europas". Es gäbe keinen Grund, zum Jahreswechsel in Untergangsstimmung zu verfallen. Warum sollten wir nicht schaffen, was andere - die Schweden zum Beispiel - geschafft haben? Das ist auch meine Meinung; wir werden einen weitere Steigerung unseres Lebensstandards herbeiführen, nicht nur unsere Spargroschen sichern, sondern noch aufstocken und uns mehr als bisher unseres Rentnerdaseins erfreuen. Tagebuchabschrift fortgesetzt, bis Mittag 33 Seiten. Im Dateiformat Microsoft Word sind es 53 Seiten. Bis abends 43 Seiten im Amipro.

 

Zwei Drittel der Deutschen haben Angst vor einem Irak-Krieg. Bei jüngeren Bundesbürgern und den Anhängern der Oppositionsparteien ist die Angst weniger ausgeprägt als bei Älteren und Anhängern der Regierungsparteien. "US-Präsident Bush verschärfte unterdessen seinen Ton gegenüber dem Irak. Er warf dem irakischen Machthaber Saddam Hussein vor, nur unbefriedigende Angaben über seine Massenvernichtungswaffen gemacht zu haben. Die US-Wirtschaft könne es sich nicht leisten, "einen Angriff durch den Irak zu erleben", sagte Bush. Seine Aufgabe sei es deshalb, das amerikanische Volk zu schützen." (AZ vom 2.2.2003).

 

Noch einige Worte zur Lage:

 

"Ein Krieg kommt nicht aus dem blauen Himmel herab, er muss gleich jeder andern menschlichen Unternehmung vorbereitet werden, er bedarf der Pflege und Mitwirkung vieler, um möglich und wirklich zu werden. Gewünscht aber, vorbereitet und suggeriert wird er durch die Menschen und Mächte, denen er Vorteil bringt. Er bringt ihnen entweder direkten baren Geldgewinn wie der Rüstungsindustrie (und sobald Krieg ist - wie unzählige, vorher harmlose Gewerbe werden da zu Rüstungsgeschäften, und wie automatisch strömt das Kapital diesen Geschäften zu!), oder bringt ihnen Gewinn an Geltung, Achtung und Macht wie etwa den stellenlosen Generälen und Obersten." (Hermann Hesse, Ausgewählte Briefe).