Cover

Inhaltsverzeichnis

Widmung

Innentitel

1. Kapitel Die Sache mit den Killerbienen

2. Kapitel Das Schlechte-Laune-Schild

3. Kapitel Keine Neuigkeiten

4. Kapitel Die Retter der Ferien

5. Kapitel Super Duft

6. Kapitel Alarmanlage mit Schluckauf

7. Kapitel Der Babyberuhiger

8. Kapitel Gehirnsturm

9. Kapitel Windelwechsel-Roboter

10. Kapitel Die geniale Idee

11. Kapitel Selbstgespräch?

12. Kapitel Rasenmäher-Helden

13. Kapitel Ungewöhnlicher Treffpunkt

14. Kapitel Chaos im Baumarkt

15. Kapitel Motzchefin

16. Kapitel Falscher Papa

17. Kapitel Pommes-Pause

18. Kapitel Vögel im Zirkus

19. Kapitel Babyprotest

20. Kapitel Raketenstart

21. Kapitel Windstille im Gehirn

22. Kapitel Landung im Kompost

23. Kapitel Entdeckt!

24. Kapitel Ein richtiger Plan

25. Kapitel Ablenkungsmanöver

26. Kapitel Retterin auf vier Pfoten

27. Kapitel Versprochen ist versprochen?

28. Kapitel Der leiseste Spielplatz der Welt

29. Kapitel Lockiger Lockvogel

30. Kapitel Tempo, Tempo!

31. Kapitel Applaus!

32. Kapitel Beleidigte Leberwurst

33. Kapitel Besser als Disneyland

34. Kapitel Ungewöhnlicher Fund

35. Kapitel Schrecklicher Verdacht

36. Kapitel Der fliegende Fred

37. Kapitel Neue Pläne

Autoreninformation

Impressum

Weitere Titel

Für Robin

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Kapitel 1
Die Sache mit den Killerbienen

Leute, erinnert ihr euch daran, was zu Beginn der Ferien passiert ist? Nein? Dann erzähle ich es euch.

Alles hat mit unserer Erfindung angefangen. Ja, richtig gehört. Zusammen mit meinen besten Freunden Walter und Tilda habe ich etwas erfunden. Nämlich den ersten Limonaden-Sprudler der Welt. Was das ist, fragt ihr? Stellt euch eine Brausetablette vor, die außen hart und innen flüssig ist. Das wirklich Besondere ist aber, dass die Tablette ödes Wasser in leckere Limo verwandelt. Und zwar hunderttausend Liter auf einmal. Ungelogen!

In den ersten Tagen haben wir nur im Garten gelegen und Limo getrunken. Das war cool. Aber dann hatte Walter eine seiner berühmten Ideen. Und plötzlich war die Kacke am Dampfen.

Jetzt verrate ich euch ein Geheimnis: Wir haben die Limonaden-Sprudler ins Freibad geworfen. Zuerst war alles super! Die Kinder sind durch die Waldmeisterlimo getaucht und in die Himbeerlimo gehüpft. Aber dann gab es ein klitzekleines Problem. Genauer gesagt: eine Million klitzekleiner Probleme.

Denn ungefähr so viele Bienen wollten auch was von der Limo abhaben. Kein Wunder, die war ja oberlecker. Als die Bienen angeflogen kamen, ist Panik ausgebrochen. Das hättet ihr sehen sollen! Alle sind schreiend geflüchtet. Die Zeitungen haben das Ganze später die „Attacke der Killerbienen“ genannt. Klar wie Gemüsebrühe, dass das eine Übertreibung ist! Denn gekillt wurde natürlich keiner.

Aber das Freibad wurde leider geschlossen, weil es jetzt erst mal sauber geschrubbt werden muss. Und das ist auch echt schlimm!

„Bestimmt macht der Bademeister bald wieder auf“, hat Tilda gesagt.

Walter und ich haben genickt. Weil Sommerferien ohne Freibad, das kann man sich ja gar nicht vorstellen. Das ist wie ein Geburtstag ohne Geschenke. Wie ein Kakao ohne Sahne. Wie ein Pudel ohne Locken.Wie ein Pups ohne Duft. Wie Walter ohne seine Baseballkappe und wie Tilda ohne ihr Einrad. Oder wie ich ohne meine Erfinderkollegen. Was ich sagen will: Es gibt Dinge, die gehören einfach zusammen. Basta!

Kapitel 2
Das Schlechte-Laune-Schild

Die Killerbienen-Attacke ist jetzt zwei Wochen her. Aber am Tor des Freibads hängt immer noch das LEIDER-GESCHLOSSEN-Schild. Das macht mir schlechte Laune. Und Magenkneifen.

Leider muss ich jeden Morgen an dem Schild vorbei, wenn ich auf meinem Rad zu Tildas Oma fahre. Ihr Haus steht in einem riesigen Garten. Und in dem Garten ist unser Erfinderschuppen. Der ist gleichzeitig Labor, Werkstatt und Büro. So was brauchen Erfinder nämlich. Wir haben es uns da total gemütlich gemacht, sogar ein Sofa gibt es. Früher war das ein stinknormaler Hühnerstall, die Hühnerleiter gibt es immer noch. Und manchmal finden wir in den Ecken und Ritzen noch ein paar Federn.

Bevor wir mit dem Experimentieren angefangen haben, haben wir erst einmal eine Alarmanlage eingebaut. Damit keiner unsere Erfindungen klaut. Logopogo!

Ich schließe mein Rad an und klettere über den Zaun. Natürlich könnte ich auch durch das Törchen gehen. Das steht extra für uns immer offen. Aber erstens muss ich dringend Klettern üben. (Ich bin besser im Schrauben und Basteln.) Zweitens ist das Törchen ganz nah am Nachbarhaus. Und da wohnen die Brüder Klose.

Eines könnt ihr mir glauben: Die Brüder Klose sind die miesesten-fiesesten Nachbarn der Welt! Wir nennen sie nur den Dicken und den Dünnen. Tilda behauptet, dass die beiden früher Bankräuber waren. Keine Ahnung, ob das stimmt. Gemein sind die beiden auf jeden Fall. Die mögen keine Hunde! Nicht mal Odetta, die preisgekrönte Pudeldame von Tildas Oma. Dabei ist die ganz lieb und weich. Die Brüder Klose mögen auch keine Kinder. Walter, Tilda und mich hassen sie sogar.

„Ihr habt nur Dummheiten im Kopf“, hat der Dicke mal gesagt.

„Sonst nichts!“, hat der Dünne gerufen.

Das ist natürlich Quatsch mit Pilzsoße. In unseren Köpfen sind nämlich Gehirne. Und die meiste Zeit produzieren diese Gehirne schlaue Ideen. Ich weiß, das klingt angeberisch. Aber wenn es nicht die Wahrheit wäre, wären wir ja keine Erfinder. Oder?

Kapitel 3
Keine Neuigkeiten

Beim Klettern über den Zaun bleibe ich nur einmal hängen. Das ist ein Rekord! Auf der anderen Seite begrüßt mich Odetta mit wedelndem Schwanz. Sie schiebt ihre Hundeschnauze in meine Hosentasche, weil da immer ein Leckerli auf sie wartet. Das kitzelt, ich muss lachen und habe sofort wieder gute Laune.

„Guten Morgen, Erfinderkollege!“, begrüßt mich Walter. Er sitzt schon neben Tilda unter dem Sonnenschirm. Sie trägt eine knallrote Sonnenbrille, die Gläser haben die Form von Herzen. Bestimmt hat Tilda die von einer ihrer Schwestern geklaut. Sie hat drei. Zwei ältere und eine jüngere.

„Irgendwelche Neuigkeiten?“, fragt Tilda. Ich weiß genau, was Tilda mit „Neuigkeiten“ meint. Sie will jeden Tag das Gleiche wissen: ob das Freibad wieder offen ist.

Ich schüttle den Kopf und lasse mich ins Gras fallen.

„Am Tor hängt immer noch das LEIDER-GESCHLOSSEN-Schild“, sage ich.

„Gequirlter Mist“, murmeln Tilda und Walter gleichzeitig.

Plötzlich fangen Walters Augen an zu blitzen. Daran kann man erkennen, dass er eine Idee hat.

„Wir könnten das Schild abmontieren!“, ruft er. „Und eins hinhängen, auf dem ENDLICH GEÖFFNET steht!“

Tilda seufzt.

„Das ändert doch nix“, sagt sie.

Damit hat sie recht. Ein neues Schild ändert nullkommagarnix. Es ist ja nicht mal Wasser in den Becken! Und eine Arschbombe auf nackte Fliesen macht garantiert keinen Spaß. Autsch.

Leute, bestimmt habt ihr es schon gemerkt: Wir haben ein schlechtes Gewissen. Immerhin sind wir schuld daran, dass das Freibad zu hat. Wegen uns stehen jeden Morgen tausend heulende Kinder vor dem Tor. Okay, zugegeben: Es sind nicht tausend Kinder. Die weinen auch nicht. Aber fünf Kinder waren es heute Morgen auf jeden Fall. Und die haben echt traurig ausgesehen. Heute hat ein Vater mit seinem Auto kurz vor dem Freibad gehalten, um seinen Sohn rauszulassen. Dann ist der Vater wieder abgedüst. Ohne zu merken, dass das Bad zu hat. Der Junge hatte nur eine Badehose an. Eine himmel­blaue mit Tintenfisch auf dem Po! Stellt euch mal vor: Jetzt muss der arme Junge durch die ganze Stadt nach Hause latschen. Mit dem Tintenfisch-Popo!

Kapitel 4
Die Retter der Ferien

Wir verziehen uns in unseren Erfinderschuppen, um ein bisschen zu experimentieren. Denn wir haben Tildas Oma versprochen, einen Roboter zu erfinden, der Odettas Hundehaufen versteckt. Wenn ihr mich fragt: Tildas Oma bräuchte eher einen Roboter, der mit Odetta Gassi geht. Weil Tildas Oma sich nämlich den Fuß verstaucht hat, als sie ein neues Putzmittel ausprobieren wollte. Das hat die Fliesen in ihrem Haus in eine Eisbahn verwandelt. Damit hatten Walter, Tilda und ich ausnahmsweise aber nix zu tun. Ein Putzmittel haben wir bisher noch nicht erfunden. Na, auf jeden Fall ist Tildas Oma ausgerutscht und voll hingedonnert. Da sieht man mal wieder, dass man nicht putzen sollte. Es ist einfach zu gefährlich. Aber Mama will mir das nicht glauben.

Egal. Die Materialien für den Roboter haben wir jedenfalls schon zusammen: ein altes ferngesteuertes Auto, zwei Rollschuh-Rollen, einen Haufen Blech und jede Menge Schrauben. Das alles soll ich jetzt zusammenbauen. Tilda sitzt neben mir am Tisch und zeichnet die hundertste Skizze für den Hundehaufen-Roboter. Die Zeichnung ist perfekt, aber ich kriege den Roboter trotzdem nicht hin. Irgendwie kann ich mich nicht konzentrieren.

„Fred, was ist los?“, fragt Walter, als mir der Schraubenzieher zum dritten Mal aus der Hand fällt.

„Mir tun die anderen Kinder total leid“, murmle ich. „Wegen uns haben die Kackferien!“

Walter nickt.

„Ich frag mich auch, was alle jetzt mit ihrer freien Zeit machen“, sagt er. „Hier gibt es ja nicht mal einen anständigen Spielplatz.“

Das stimmt. In unserer Stadt gibt es nur Spielplätze für Babys. Der in unserer Nähe ist zum Beispiel nicht viel größer als ein Katzenklo. Und alle Katzen glauben, dass der Spielplatz genau das ist: nämlich ihr Klo. Außerdem gibt es da nur eine schneckenlahme Rutsche und eine durchgeleierte Schaukel. Walter reibt sich das Kinn. Das tut er manchmal, wenn er nachdenkt. Superschlau sieht das aus.

„Kollegen!“, ruft Walter plötzlich viel zu laut. Odetta guckt ihn erschrocken an. Schnell kraule ich sie hinter den Ohren, bis sie sich beruhigt hat. Flüsterleise spricht Walter weiter. Das ist sowieso gut, weil der Dicke und der Dünne nebenan im Garten sind. Sie schrauben an ihrem Rasenmäher herum. Jede Wette, dass die nur so tun, als ob der kaputt ist! Bestimmt belauschen die uns. Wisst ihr, seit der Sache mit dem Limonaden-Sprudler haben es die Brüder Klose voll auf uns abgesehen. Sie sind die Einzigen, die wissen, dass wir etwas mit der Killerbienen-Attacke zu tun haben. Nur haben sie keine Beweise. Ätsch.

„Kollegen, wir müssen etwas tun“, flüstert Walter. „Wir müssen uns einen Ersatz für das Freibad einfallen lassen. Wer weiß, wann es wieder aufmacht.“ Er guckt uns ernst an. „Das ist unsere Erfinderehre!“

Bei dem Wort Erfinderehre zwickt mein Magen. Wegen unserer Erfinderehre sind wir überhaupt erst in das Sprudler-Freibad-Bienen-Schlamassel geraten. Weil wir nämlich wollten, dass auch andere Kinder was von unserer super Erfindung haben. Aber ich brauche nur an den Jungen in der Tintenfisch-Badehose zu denken. Da wird mir klar: Walter hat recht! Wir müssen etwas tun! Tilda sieht das genauso.