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Case Management in der Altenhilfe: Führen die implementierten Methoden zu einer besseren Lebensqualität?


Case Management in der Altenhilfe: Führen die implementierten Methoden zu einer besseren Lebensqualität?


Auflage

von: Petra Schewe

14,99 €

Verlag: Bachelor + Master Publishing
Format: PDF
Veröffentl.: 01.07.2013
ISBN/EAN: 9783863416713
Sprache: deutsch
Anzahl Seiten: 37

Dieses eBook enthält ein Wasserzeichen.

Beschreibungen

Altenhilfe ist komplex. Jedes Krankheitsbild ist altersbedingt schwierig - was in jungen Jahren mit Leichtigkeit alleine behoben werden konnte, erscheint im Alter als unlösbar. Der erkrankte alte Mensch leidet unter dem Verlust seiner Lebenskraft. Der Betroffene fühlt sich den Krisensituationen hilflos ausgeliefert. Kommt es zur Akutversorgung im Krankenhaus und ist die Nachversorgung in der Häuslichkeit nicht gewährleistet, dann erfolgt oft eine Kurzzeitpflege in einem Pflegezentrum. Die dort zuständigen Pflegekräfte erstellen einen auf den Bedarf optimierten interdisziplinären Pflege- und Behandlungsplan. Eine Rückkehr in die Häuslichkeit gelingt jedoch nur durch ein professionelles Entlassungsmanagement. Durch Pflegefachwissen werden Impulse zur Versorgung gegeben. Die Therapie muss den individuellen Bedürfnissen des Betroffenen entsprechen. Es gibt einen offensichtlichen Zusammenhang zwischen Behandlungserfolg und der Fähigkeit einer Pflegekraft, die im Pflegesystem nutzbaren Ressourcen auch gezielt anzuwenden. Case Management bietet Möglichkeiten einer systematischen Herangehensweise bei der Problemerfassung und der Problembewältigung.
Der interessierte Leser verschafft sich mit diesem Buch einen Überblick aktueller Probleme der Altenhilfe und erhält Einblick in die Case Management Methodik. In einem kompakten Theorieteil werden Begriffe wie SDF, Genogramm, Soziogramm, Ökomap usw. erklärt. In einem Praxisteil wird anhand eines fiktiven Fallbeispiels veranschaulicht, wie Case Management Methoden auch in der Altenhilfe anwendbar sind. Der Leser kann abschätzen, welche Vorteile sich aus qualifiziertem Pflegefachwissen und strukturierter Case Management Methodik für die Altenhilfe ergeben können.
Das Berufsfeld in der Altenhilfe erweitert sich. Es sind Spezialisten für jedes Krankheitsbild gefordert, die richtige Hilfe muss aber auch immer zum richtigen Zeitpunkt kommen. Diese Kooperationspartner befinden sich innerhalb, aber auch außerhalb der Pflegeinstitutionen. Eine Pflegefachkraft mit Case Management Kenntnissen arbeitet idealerweise hoch vernetzt und nutzt sämtliche Ressourcen vorteilhaft. Ihr erweiterter Erkenntnisstand wird stets fallübergreifend passend angewandt.
Altenhilfe ist komplex. Jedes Krankheitsbild ist altersbedingt schwierig - was in jungen Jahren mit Leichtigkeit alleine behoben werden konnte, erscheint im Alter als unlösbar. Der erkrankte alte Mensch leidet unter dem Verlust seiner Lebenskraft. Der Betroffene fühlt sich den Krisensituationen hilflos ausgeliefert. Kommt es zur Akutversorgung ...
Petra Schewe wurde 1962 geboren. Sie ist examinierte Altenpflegerin mit langjähriger Berufserfahrung in der Arbeit gemäß Qualitätsstandards (DNQP). Ihr Fachwissen wurde stetig berufsbegleitend erweitert, sie übt Sonderfunktionen als Wundtherapeutin und Medizinproduktbeauftragte aus. Sie hat im Jahr 2011 die Ausbildung zur Case Managerin im Gesundheitswesen (DGCC) an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg erfolgreich absolviert. Case Management bietet neue Lösungsansätze, um Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen. In der Praxis zeigt sich vorteilhaft die Kombination von Pflegefachwissen zusammen mit praktischer Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse der Fall- und Systemsteuerung. Hiervon handelt dieses Buch.
Ihr Case Management Wissen setzt sie auch erfolgreich als ehrenamtliche gesetzliche Betreuung ein.
Textprobe:
Kapitel 3.2, Projektfindung:
Innerhalb des Pflegezentrums sind viele Voraussetzungen gegeben, die den fallverantwortlichen Pflegekräften und allen anderen beteiligten Mitarbeitern einen strukturierten und geplanten Pflegeprozess ermöglichen. Da immer viele Pflegekräfte gleichzeitig am Fallgeschehen beteiligt sind, muss die Zusammenarbeit sowohl intern als auch extern kooperieren, damit Pflege effizient und effektiv ist.
Es wird im folgenden über die Anwendung, Wirksamkeit und Durchführbarkeit einzelner CM Methoden berichtet. Die Motivation hierfür war, Lerninhalte der Weiterbildung „Case Management für Soziale Arbeit, Gesundheitswesen und Beschäftigungsförderung“ innerhalb der stationären Altenhilfe auch praktisch umzusetzen. In einem Vorabgespräch wurde die Pflegedienstleitung über den CM Wissensstand der Teilnehmerin informiert. Die Teilnehmerin erbat Unterstützung, um die erlernten Methoden in der stationären Altenhilfe auszuprobieren. In diesem Erstgespräch wurden Möglichkeiten der Umsetzung diskutiert, dabei wurden Projektrahmen und Projektziel fixiert:
- Optimale Steuerung des Versorgungssystems, Vermeidung von Doppelversorgung.
- Strukturelle und organisatorische Rahmenbedingungen nutzbar machen.
- Koordination, Kooperation aller Beteiligten.
- Können CM Methoden die Bewohnerzufriedenheit verbessern?
- Das CM Projekt ist außerhalb vom bekannten Wohnbereich, damit ein neutrales Feedback möglich ist.
- Zeitrahmen hierfür: wöchentlich eine Stunde. Der Stationsablauf wird nicht gestört.
- Zugangskriterium ist: Komplexe, schwierige Bewohnersituation, mit hoher Unzufriedenheit.
Kapitel 3.3, Vorbereitung:
Um allen Beteiligten die CM Dienstleistung bekannt zu geben, wurde ein schwarz weiß DIN A4 Flyer erstellt (siehe Anhang 8.1). Der Flyer dient der Orientierung über Angebot, Nutzen und Kontaktmöglichkeit. Die Pflegedienstleitung hat ein Ehepaar für das CM Projekt vorgeschlagen und einen Termin für das Erstgespräch festgelegt. Beim ersten Treffen mit dem Ehepaar war die Pflegedienstleitung anwesend. Die aktuelle Situation wurde kurz besprochen. Das Bewohnerehepaar gab Zustimmung für das Projekt und erteilte der Case Managerin Erlaubnis zur Einsicht in die vorhandene Pflegedokumentation. Abschließend wurde der Flyer ausgehändigt und der erste CM Gesprächstermin vereinbart. Die Eheleute vergewisserten sich sofort, dass eine Telefonnummer angegeben war. Es wurde beschlossen, dass die Termine Montags 11.00 h im Bewohnerzimmer stattfinden.
Kapitel 3.4, Fallbeschreibung:
Nach Ende des ersten CM Gesprächs wurden folgende Beobachtungen zum Ehepaar Z. gemacht: Der 86 jährige Bewohner und dessen 80 jährige Ehefrau waren mit ihrer Lebenssituation und dem körperlichen Zustand unzufrieden. Sie lebten seit 18 Monaten im Pflegezentrum, verfügten aber noch über eine eigene Wohnung. Beide Klienten wirkten im Erscheinungsbild ungepflegt und vernachlässigt. Der Klient war sprunghaft im Denken und Handeln. Er mied offensichtlich körperliche Anstrengungen und Aktivitäten, schonte sich viel. Er klagte über Appetitlosigkeit und wirkte entkräftet. Sein Gangbild war wackelig, seine Finger waren verkrümmt.
Er berichtete über ständigen Schwindel und eine Sturzvorgeschichte. Weiterhin beschrieb er ausführlich seine umfangreichen körperlichen Erkrankungen. Die Klientin nahm nur passiv am Gesprächsverlauf teil, kompensierte jedoch Gedächtnislücken des Ehemanns.
Die Klientin berichtete, dass sie ausschließlich im Sessel saß. Dieser wurde von ihr sogar zum Schlafen benutzt. Ihr vorhandenes Pflegebett diente nur der Ablage von Gegenständen. Die Klientin war körperlich antriebsarm, zeigte Übergewicht und war geistig rege. Sie konnte den Gesprächsverlauf schnell erfassen, war freundlich zugewandt. Im Gesprächsverlauf entstand bei der Case Managerin der Eindruck, dass das dominante Verhalten des Ehemanns bestimmend für ihren Tagesablauf war. Die Unbeholfenheit des Klienten wurde durch ihr Einwirken kompensiert, sie delegierte ihm einzelne Handlungsschritte. Herr Z. fühlte sich für die Pflege seiner Frau verantwortlich und hat diese Aufgaben übernommen, obwohl dafür die Pflegekräfte zuständig waren. Damit war er offensichtlich überlastet. Die Begründung war: „Das machen wir alles alleine, wir wollen nicht so viele fremde Menschen.“
Das Zimmer war unordentlich und mit vielen umher liegenden Gegenständen verbaut. Es gab keinen gemeinsamen Essens- und Schlafbereich.

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