INHALT

Editorial

Das Tibethaus Deutschland in Frankfurt a. M.

Buddhismus

„O je, da muss ich wieder frieren.“ | S.E. Dagyab Rinpoche

Ergänzende Fragen | gestellt durch Annette Kirsch

Die Veröffentlichung von Dagyab Rinpoches Biographie

Kommentare zu den essentiellen Kernsätzen des Herzsutra
Auszüge aus Unterweisungen von Dr. Birgit Schweiberer anlässlich eines von ihr geleiteten Herzsutra-Retreats.

Warum stehen Ordinierte so früh auf?

Wissenschaft

Wie verstehen wir Buddhismus?
Das Problem der Anwendung eigener Begriffe auf ein fremdes Denken | Karsten Schmidt

Heilkunde

Überzeugungsarbeit leisten | Die rituelle Praxis zur Beseitigung von Krankheiten in Tibet | Elke Hessel

Kunst + Kultur

Der Umgang mit Thangkas aus restauratorischer Sicht – ethische Gesichtspunkte | Gesa Bernges

Die virtuellen Teehäuser Tibets | Dechen Pemba

Der Mönch | Liao Yiwu

Ein Klosterumbau bei den Sherpa – lokale und globale Akteure | Michael Mühlich

Gesellschaft

Verantwortlich handeln – erkennen, benennen, ändern
Bericht vom letzten Kongress der Deutschen Buddhistischen Union | Annette Kirsch

Buddhismus im Management | Anna Matzenauer

Reise

„Das nächste Mal sollst Du nach Wutai Shan gehen …“ | Ingrid Haas

Tibet

Dagyab e.V. | Förderverein für die tibetische Regionen Dagyab und Minyak | Elke Hessel

Bücher, Ausstellungen, Filme

Service & Kontakt

Programm 1. Halbjahr 2010 | Seminare und Retreats

EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

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IMPRESSUM

Herausgeber:
Tibethaus Deutschland e.V.
Kaufunger Straße 4
60486 Frankfurt am Main
Tel. +49 (0) 69.71913595
Fax +49 (0) 69.71913596
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www.tibethaus.com

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Tibethaus Deutschland
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Redaktion:
Elke Hessel
Gisela Behr, Ingrid Glass,
Puntsok Tsering Duechung

Layout + Realisation:
cct: werbeagentur, Heidelberg
Druck: abcdruck GmbH
Bildnachweis:
Copyright-Vermerke jeweils
bei den Abbildungen
Erscheinungsweise:
halbjährlich (Dezember und Juni)
Auflage: 1000
Einsendeschluss für Beiträge:
1. September | 1. April
Das „Chökor Tibethaus Journal“ wird an die Mitglieder des Vereins kostenlos, an alle weiteren Interessenten zum Abonnementspreis von 15 Euro pro Jahr in Deutschland und 18 Euro pro Jahr im Ausland abgegeben. Nachdruck nur mit Genehmigung des Herausgebers.

Titelfoto:
Bierflaschen-Stupa-Installation von Yak Tseten, aus Ausstellung „Scorching Sun of Tibet“, Songzhung, Beijing 2010

dies ist ein Jubiläum: Wir feiern die 50. Ausgabe des Chökor, der nun schon seit 25 Jahren zweimal jährlich erscheint!

Ursprünglich als eine reine Vereinszeitschrift von Regine Leisner konzipiert und ins Leben gerufen, hat das Heft sich inzwischen zu einer überregionalen Zeitschrift entwickelt, dem Chökor Tibethaus Journal. Es ist auch das einzige deutschsprachige Magazin, das zusätzlich zu buddhistischen Themen die moderne tibetische Kultur, Kunst, Literatur beleuchtet sowie eine eigene tibetische Ausgabe hat.

„O je, da muss ich wieder frieren.“ So lautet die Überschrift des Artikels, in dem Dagyab Rinpoche über das nötige, anstrengende, aber äußerst spannende Sammeln von Sponsorengeldern im alten Tibet berichtet. Rinpoche ist einer der wenigen verbliebenen Zeitzeugen, der sowohl die Zeit vor 1959 auf den unterschiedlichsten gesellschaftlichen und thematischen Ebenen erlebt hat, als auch das Leben im indischen und mitteleuropäischen Exil kennt. Die Idee, all die kleinen und großen, oft unbekannten, detailreichen und hochinteressanten Geschichten, die auch Thema einer Vorlesungsreihe an der Bonner Universität gewesen sind, zusammenzufassen und ein Buch zu schreiben, wird jetzt in die Tat umgesetzt. Annette Kirsch, die dafür bestens geeignet ist, wird das Projekt in die Hand nehmen.

Wie verstehen wir Buddhismus? Dieser oft unterschätzten Frage geht Karsten Schmidt in seinem Artikel über das Problem der Anwendung eigener Begriffe auf ein fremdes Denken anhand der Frage „Ist der Buddhismus eine Religion oder eine Philosophie?“ nach.

Der daran anschließende Artikel über tibetische Heilrituale gewährt einen Einblick in die sehr komplexe, im Westen oft unbekannte Weltsicht Tibets.

In der Rubrik Kunst und Kultur reflektiert die junge Restauratorin Gesa Benges über den respektvollen Umgang mit tibetischen Thangkas, und Dechen Pempa beleuchtet das spannende Thema der tibetischen Internetlandschaft, die immer wieder von staatlichen Eingriffen bedroht ist.

Michael Mühlich analysiert anhand eines Klosterumbaus bei den Sherpa kulturelle Veränderungen. Einen erschütternden Blick auf das buddhistische China wirft das Interview von Liao Yiwu mit einem 103 Jahre alten Mönch. Der Erlebnisbericht von Ingrid Haas über ihren Aufenthalt am Wutai Shan fällt dagegen eher humorvoll aus.

Anna Matzenauer thematisiert das wichtige Thema „Buddhismus und Wirtschaft“.

Buchbesprechungen sowie der umfangreiche Service- und Programmteil schließen diese Ausgabe ab!

Achtung: Der tibetische Teil des Chökors erscheint diesmal als eigene Ausgabe, da er bei den vielen Tibetern über die deutschen Grenzen hinaus Aufmerksamkeit erzeugt hat und wir ihn so leichter verschicken können.

Noch ein Wort zum ungewöhnlichen Titelfoto: Der aus unzähligen Bierflaschen geformte Stupa des tibetischen Künstlers Yak Tseten, der im Herbst 2010 in der von einem bekannten chinesischen Kurator in Beijing initiierten Ausstellung „Scorching Sun of Tibet“ zu sehen war, steht für eine fast „explosionsartige“ Entwicklung einer eigenständigen, oft ironischen und tiefgründigen, selbstbewussten zeitgenössischen tibetischen Kunst aus Tibet.

Ein gutes Zeichen.

Mit herzlichen Grüßen Ihre

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Foto © Elke Hessel

Das Tibethaus Deutschland in Frankfurt a. M.

Seit Ende 2005 existiert das Tibethaus Deutschland in Frankfurt a. M. Seine Heiligkeit der XIV. Dalai Lama hat im selben Jahr bei seinem Besuch in Wiesbaden die Schirmherrschaft übernommen; diese großzügige Geste gewährt er nur in ganz seltenen Fällen. Zudem haben wir das Gütesiegel des Mutterhauses in Neu Delhi erhalten und dürfen die Bezeichnung „Tibethaus“ offiziell im Namen führen. Neben Frankfurt ist dies nur dem Tibethaus in New York gestattet.

Stätte der Begegnung

Das Tibethaus Deutschland ist ein Kulturinstitut, das sich als Begegnungs- und Studienzentrum versteht, als eine Art „tibetisches Goethe-Institut“. Tibetinteressierte Frankfurter und darüber hinaus, Tibeter, Buddhisten genauso wie Nichtbuddhisten finden hier einen Ort, an dem sie die alte und moderne Kultur Tibets kennenlernen und in einen fruchtbaren, inspirierenden Austausch eintreten können.

Seminare, Workshops und Vorträge bieten den Teilnehmern ein fundiertes Angebot zur Entfaltung und Entwicklung. Besonderes Augenmerk ist dabei auf den Bezug zum täglichen Leben gerichtet. Das Tibethaus sieht seine Aufgabe darin, eine Brücke zwischen Tibet und dem Westen zu schlagen, aber auch zwischen dem Westen und Tibet, ohne zu verwässern, ohne zu polarisieren, ohne Exotik oder gar Esoterik.

S. E. Loden Sherab Dagyab Rinpoche, der spirituelle Leiter des Tibethauses, gehört der Gelugpa-Tradition an, die in Tibet Anfang des 15. Jahrhunderts gegründet wurde. Als Kyabgön, „Schutzherr“ von Dagyab war er, wie schon seine Vorgänger seit dem 17. Jahrhundert, das geistliche und weltliche Oberhaupt der Region Dagyab in Osttibet. Als „Hothogthu nomonhan“ gehörte Rinpoche zusätzlich zur kleinen Gruppe der ranghöchsten Tulkus. Er ist der einzige Hothogthu, der im Westen lebt. Rinpoche absolvierte an der Klosteruniversität Drepung das traditionelle Studium der buddhistischen Philosophie und hörte auch zahlreiche Unterweisungen aus der Kagyü- und der Sakya-Tradition. 1959 ging er zusammen mit S.H. dem Dalai Lama nach Indien. Er erwarb dort den Grad eines Geshe Lharampa und leitete u.a. das Tibet House in Delhi. Nach Deutschland kam Rinpoche 1966 auf Einladung der Universität Bonn, wo er bis 2004 als Tibetologe (Schwerpunkt: Tibetische Kunst und Ikonographie) arbeitete. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Erst seit 1984 wurde er auch im Westen auf Bitten vieler Buddhisten als buddhistischer Lehrer tätig.

Sein besonderes Anliegen ist die Pflege und Weitergabe der buddhistisch-tantrischen Überlieferung. Unter den tibetischen Tulkus im Exil gilt er inzwischen als derjenige, der die meisten Übertragungslinien der Gelugpa-Tradition hält. Neben seiner Lehrtätigkeit engagiert Rinpoche sich auch für Hilfsprojekte in Tibet. 1993 wurde auf seine Initiative hin der Dagyab e.V. gegründet, welcher in dessen alten Heimat in Osttibet die medizinische Versorgung, Ausbildung und die Erhaltung der buddhistischen Kultur tatkräftig unterstützt.

Die fünf Säulen des Tibethauses

Fünf Themenbereiche formen das Tibethaus: Buddhismus, Gesellschaft, Kunst und Kultur, Heilkunde und Wissenschaft.

Buddhismus

Der Bereich Buddhismus ist hervorgegangen aus dem über 20 Jahre unter der Leitung von Dagyab Rinpoche in Franken ansässig gewesenen buddhistischen Zentrum Chödzong e.V.

Obwohl Dagyab Rinpoche Wert auf eine möglichst kulturneutrale Darlegung der buddhistischen Lehre im Westen legt, ist sein Hauptanliegen doch die Erhaltung der authentischen tibetischen Tradition. Er strebt daher nicht nach großen Schülerzahlen, sondern nach Qualität im Verständnis der Lehre und in ihrer Umsetzung im Alltag oder bei der formalen Praxis. Oft erklärt er, dass man nicht Buddhist sein müsse, um von den buddhistischen Erklärungen und Methoden zu profitieren. Aber diejenigen, die sich für den Dharma entschieden haben, sollten ihn sich tiefer zu eigen machen und zu authentischen Erfahrungen gelangen.

Die Basis für die buddhistische Praxis ist dabei der Stufenweg (tibetisch: Lamrim), wie er seit dem 11. Jahrhundert überliefert worden ist. Dieses Meditations-system dient dazu, den Schüler mit den grundlegenden buddhistischen Lehren vertraut zu machen und ihn allmählich zu einem Verständnis der Mahayana-Motivation zu führen, so dass er – wenn er will – schließlich in das Vajrayana eintreten kann.

In den letzten Jahren haben sich in ganz Deutschland Stadtgruppen gebildet. Auch die tibetisch-buddhistische Gemeinschaft Chöling in Hannover arbeitet unter Rinpoches spiritueller Leitung.

Im Herbst 2009 begann im Tibethaus das dreijährige buddhistische Grundlagenstudium auf der Basis des Lamrim mit fast 100 Teilnehmern, das von Dr. Birgit Schweiberer und Tenzin Peljor geleitet wird. Hinzu kommt das ebenfalls sich über drei Jahre erstreckende anspruchsvolle Aufbaustudium mit 70 Teilnehmern. Regelmäßig sind auch andere tibetische Lehrer wie z.B. Lodrö Rinpoche aus der Schweiz oder Ringo Tulku bei uns zu Gast. Eine Gruppe langjähriger Schülerinnen und Schüler hat Rinpoche zu Tutoren ernannt und mit der Vermittlung grundlegender Themen betraut.

Dieser Bereich wird von zwei der Dharmatutoren, der Heilpraktikerin Simone Hensel und der Psychologin Corina Aguilar-Raab, gemeinsam geleitet.

Gesellschaft

Der tibetische Buddhismus ist reich an Methoden, die zu mehr Lebensfreude und Ausgeglichenheit führen. Dieser Ansatz ist für Buddhisten und Nichtbuddhisten gleichermaßen konzipiert.

Zum Tibethaus-Angebot gehören Vorträge, Seminare, Workshops und fortlaufende Kurse in folgenden Bereichen: Methoden der Stressbewältigung und Entspannung wie Yoga, MBSR und Meditation, Persönlichkeitsentwicklung und Coaching. Ein weiteres Angebot befasst sich mit dem Thema Sterbe- und Trauerbegleitung. Darüber hinaus finden Gesprächskreise und Vorträge von Fachleuten zur Wirtschaftsethik statt.

Die Betriebswirtin und Psychologin Birgit Justl leitet den Bereich.

Tibetische Kunst und Kultur

Hier organisiert das Tibethaus regelmäßig Ausstellungen, teilweise in Zusammenarbeit mit Frankfurter und überregionalen Museen. Des Weiteren gibt es zweimal im Jahr Begegnungsabende wie z.B. „Tibet trifft Indien“, die in Kooperation mit den jeweiligen Ländervereinen organisiert werden. Außerdem werden regelmäßig Künstler und Fachleute aus unterschiedlichen Gebieten für Vorträge und Workshops eingeladen oder Filmabende – insbesondere zu modernem tibetischen Film – organisiert.

Es werden auch diejenigen beraten, die Künstler und Referenten suchen, oder Reisen in den tibetischen Kulturraum planen.

Diesen Bereich leitet der tibetische Künstler und Kalligraph Puntsok Tsering Duechung.

Tibetische Heilkunde

Die Traditionelle Tibetische Medizin (TTM) ist eine Naturheilkunde, die ihre Wurzeln in der vorbuddhistischen Kultur hat und sich im 7. Jahrhundert eigenständig entwickelte. TTM beschreibt physische und psychische Gesundheit als abhängig von einer fein ausgewogenen Balance.

Das Tibethaus arbeitet hier u.a. mit ATTM (der Akademie für Traditionelle Tibetische Medizin) zusammen, die unter der Leitung von Dr. Nida Chenagtsang steht. Zusätzlich findet ein dreijähriger Kurs in Tibetischer Massage statt, und es werden regelmäßig weitere Gastlehrer eingeladen.

Hier ist der Mediziner Professor Dr. Klaus Jork Bereichsleiter.

Wissenschaft

Der Bereich Wissenschaft des Tibethauses fördert den Dialog zwischen Wissenschaftlern und Praktikern. Er befindet sich an der Schnittstelle zwischen Universitäten und Forschungsinstituten einerseits sowie an Buddhismus und Tibet Interessierten andererseits. In regelmäßigen Abständen werden wissenschaftliche Vorträge oder Themenabende zu tibetologischen, ethnologischen und religionswissenschaftlichen Themen angeboten.

Dieser Bereich wird von Elke Hessel in Unterstützung durch die Mathematikerin Ingrid Haas, die sich auf das Thema „Buddhismus und Naturwissenschaft im Austausch“ konzentriert, geleitet.

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Foto © Norbert Hübner

Die Vision: Ein grünes Tibethaus in Frankfurt

Das Tibethaus in seiner jetzigen Form möchten wir gerne weiterentwickeln, auch schon deshalb, weil wir aus allen Nähten platzen.

Wir haben eine ganz konkrete Vision und stehen dafür im Kontakt mit der Stadt Frankfurt. Wir möchten eine regionale und überregionale Begegnungsstätte etablieren für Menschen, die Ruhe und Inspiration suchen. Dabei sollte sich der Komplex in einen öffentlichen und in einen privaten Bereich teilen.

Gerne möchten wir – so wie wir es jetzt in unserem Tibethaus schon haben – ein Café errichten, eine kleine angegliederte Galerie, mittelfristig auch eine Dauerausstellung mit den Tibetica, die uns in den letzten Jahren von Frankfurter Bürgern vermacht wurden. Aufgrund der großen Nachfrage soll unser Shop umfassender werden. Auch unsere schon jetzt umfangreiche Bibliothek mit deutschen, englischen und tibetischen Büchern wollen wir erweitern und interessierten Besuchern (Studenten, Tibetreisenden, allgemein Interessierten) zur Verfügung stellen. Als Vorbild hierzu dient uns die Latse Library in New York, mit der wir eine Kooperation anstreben. Zudem planen wir einen großen Vortragsraum und einen kleineren Raum für MBSR, Entspannungskurse und Yoga. Öffentlich wären auch mehrere weitere traditionelle Gebäude und Objekte, die jedes Anwesen in Tibet besitzt: ein kleiner Tempel, ein Stupa sowie ein kleiner ummauerter Wacholderhain (dieses Projekt würden wir gerne in Zusammenarbeit mit der Universität Marburg gestalten, die ein Forschungsprojekt über Wacholder in Tibet unterhält).

Im privaten Teil gäbe es dann Wohnräume für Mitarbeiter und Gäste.

Mittelfristig könnten wir uns vorstellen, ein Heim für alte Menschen – aktive und betreuungsbedürftige – einzurichten, vielleicht sogar einen ambulanten Hospizdienst. Das wäre eine konsequente Weiterentwicklung unserer seit mehreren Jahren existierenden Arbeitsgemeinschaft „buddhistische Sterbebegleitung“, geleitet von Corina Aguilar-Raab, die auch ausgebildete Sterbebegleiterin ist.

S.H. der Dalai Lama hat übrigens zugesagt, dass er – wenn das „eigene“ Tibethaus in Frankfurt steht – uns besuchen wird, um es selber einzuweihen.

BUDDHISMUS

„O je, da muss ich wieder frieren.“ Sponsorengelder sammeln im alten Tibet

S.E. Dagyab Rinpoche

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Foto © Elke Hessel

Erinnerung an eine Rundreise durch Dagyab,
um Gaben für das Studium in Drepung zu sammeln.

Vorbereitung für das Studium in Zentraltibet

Als ich 13 Jahre alt war (1953), musste ich, wie alle Tulkus, für mein Studium nach Zentraltibet reisen. Übrigens: Wenn ich „nach Zentraltibet“ sage, dann meine ich nach Sera, Drepung oder Ganden oder ins Kloster Ratö. Wenn man von den Klöstern in Zentraltibet spricht, dann meint man „densa sum“ (die Drei Sitze), also Sera, Drepung und Ganden. Man muss sie nicht einzeln aufzählen. Ratö hat eine besondere Beziehung zu diesen Klöstern und gehört auch dazu ... Wie auch immer – diese Reise nach Zentraltibet war außerordentlich wichtig für einen großen Lama. Denn die Heimatklöster hatten in der Regel keine ausreichend guten Studienprogramme. Eine gute Ausbildung konnte man nur in „densa sum“ und Ratö bekommen.

Die Ausbildung war aufgrund einer schriftlich festgelegten Tradition sehr kostspielig. Denn in Lhasa mussten wir für meinen Eintritt ins Kloster sehr, sehr viele, genau protokollierte Opfergaben geben: in Form von Geld oder Naturalien – also Teeziegel, Butterstücke, Gerste – und natürlich viele Kataks. Aber die waren natürlich nicht so teuer. Für all das musste der Labrang des Tulku viel Geld zur Verfügung stellen.

Trotz der großen Verwaltung und der reichhaltigen Schatzkammern des Dagyab-Labrang reichte unser Vermögen nicht aus, um meine Reise und die Eintrittszeremonie ins Kloster in Zentraltibet zu bezahlen. Ein anderer Aspekt war, dass es den Leuten aus Dagyab während meines Aufenthalts in Lhasa für einige Jahre nicht möglich sein würde, mich zu sehen. Aus diesen beiden Gründen entschied der Labrang, dass ich ein Jahr vor dem Eintritt ins Kloster einmal durch ganz Dagyab reisen sollte. So könnte die ganze Bevölkerung, insbesondere ältere Leute, mich treffen und meinen Segen empfangen. Dabei würden sie auch Gaben darbringen. Diese Gaben würden mir ermöglichen, in Zentraltibet angemessene Opfergaben zu geben.

Also musste ich eine lange, lange Reise unternehmen. Es war eine mehrmonatige Reise, die bis in den Winter hinein dauerte. Ich habe noch ziemlich viele Erinnerungen an sie.

Rundreise durch ganz Dagyab

Wir begannen an meinem Hauptsitz Magön, wo ich wohnte, und gingen einfach von einem Kloster zum anderen. Einer meiner Lehrer war immer dabei und hat mich unterstützt: Er hat mir gesagt, wie ich mich zu verhalten habe, wie ich Unterweisungen oder Einweihungen geben soll, wie ich mich in der Mönchsversammlung verhalten soll usw.

In Dagyab gibt es überall Klöster. 32 Gelugpa Klöster gehören zum Bezirk Magön und zwölf zum Bezirk Bugön. Dazu noch viele Nyingma-, Sayka- und einige Kagyü-Klöster. Sie sind im ganzen Land verteilt. Eigentlich kann jeder Bewohner von Dagyab zu einem Kloster laufen und am selben Tag zurückkommen, so viele gibt es. Die Leute fühlen sich den Klöstern sehr verbunden, sie stehen unter dem Schutz der Klöster. Wenn sich zwei Menschen auf der Straße treffen und sich gegenseitig fragen, woher sie kommen, dann sagen sie: „Ich bin von dem und dem Kloster“ – auch wenn es Laien sind. Wenn mich heute einer meiner Mitarbeiter aus Dagyab anruft, dann wird er zum Beispiel sagen: „Diese Frau von jenem Kloster ist gestorben.“ In diesem Stil leben die Menschen in Tibet, alle gehören zu dem Kloster in ihrer Nähe. Wenn wir also zu den Klöstern gingen, dann gingen wir zu den Menschen.

Ich weiß nicht warum, aber viele Nomadengebiete haben wir ausgerechnet im Winter besucht. Diese Gebiete sind sehr weitläufig, deshalb gibt es dort nicht so viele Klöster und wir haben oft in Zelten gewohnt. Solange ich mich im Zelt befand, war es absolut warm, denn dort hatten wir einen Ofen. Erst wenn ich eine Einweihung geben und auf dem Thron sitzen musste, wurde es fürchterlich kalt für mich. Da half auch die wärmste Kleidung nicht. Hände und Gesicht mussten frei bleiben, es gab ja keine Handschuhe, keine Taschen, und das Gesicht musste man schon zeigen. Die Bevölkerung war die Kälte vielleicht mehr gewöhnt als ich, die Menschen saßen auch dicht zusammengedrängt. Aber ich war die große Kälte nicht gewöhnt und saß alleine auf dem Thorn. Es war sehr kalt. Allein schon wenn ich hörte, dass ich morgen wieder da und dort eine Einweihung geben sollte, dachte ich „O je, da muss ich wieder frieren.“ Solche Erfahrungen musste ich mehrmals sammeln.

Die Entdeckung der eigenen Heimat

Ich fand es als Kind sehr, sehr interessant, so viele unterschiedliche Leute zu sehen und zu treffen. So viele unterschiedliche Klöster, die Nomadenzelte und überhaupt das Nomadenleben – das war für mich ein Erlebnis. Dadurch habe ich viele Erfahrungen gesammelt, was Land und Leute in Dagyab angeht. Meine Gefühle für dieses Land wurden durch diese Reise geweckt und sind bis heute intensiv. Anfang 1992 war ich dann noch mal in dieser Gegend und habe ziemlich viele Orte besucht. Es war mir alles noch bekannt: „Ja, das gibt es noch, hier dieses Kloster und diese Nomaden, jene Bauern, und dort gibt es das, und die beiden haben immer Streit oder eine besonders enge Beziehung“ und so weiter, da gab es viele verschiedene Sachen. Besonders wenn ich dort auf dem Pferd unterwegs war, spürte ich sehr stark, dass dies meine Heimat ist, dass ich mit dieser Gegend sehr verbunden bin. Durch die Reise 1992 wurden meine Gefühle noch lebendiger. Noch heute sind mir diese Gefühle sehr präsent, wenn ich nur den Namen „Dagyab“ höre.

Im nächsten Jahr kam dann meine Reise nach Zentraltibet. Sie fing im Sommer an, am 15. des 7. Monats. Es waren drei verschiedene Routen möglich. Eine Route war kürzer, aber etwas schwieriger für die Reit- und Lasttiere. Die haben wir nicht genommen, sondern eine der beiden anderen Routen. Ich hatte über hundert Begleiter dabei und dazu noch über hundert Lasttiere. Wir hatten irrsinnig viel Tee zu transportieren, trockenen Tee.

Apropos Tee – vielleicht muss man das auch ergänzen. Wie sah Tee bei uns aus? Er wurde nicht in loser Form aufbewahrt, sondern wie ein Ziegelstein. Vier Stück waren eine Einheit. Davon waren drei wiederum eine Einheit. Das war zusammen ein sogenannter „Koffer“, das heißt ein Paket. Dieses Paket wurde immer in feuchtes Leder eingewickelt und zu beiden Seiten mit Holzgriffen versehen, damit man es einfach anfassen und auf den Tieren befestigen konnte. Jedenfalls hatten wir unwahrscheinlich viel Tee dabei für die Geschenke und Opfergaben-Darbringungen in Zentraltibet.

Wir sind meistens morgens gegen sechs Uhr aufgebrochen. Gegen zwölf Uhr mittags haben wir die Reise bei einem Kloster unterbrochen oder irgendwo die Zelte aufgeschlagen. So ein Reisezeltlager bestand aus 20 bis 30 Zelten, die in U-Form aufgestellt wurden. An der Stirnseite waren meine Zelte: ein Schlaf- und ein Toilettenzelt, dazu ggf. ein Zeremonienzelt. Ferner gab es ein Küchenzelt, Zelte für meine Lehrer, Verwandten, Mitarbeiter etc. Um das Lager herum wurde aus dem Gepäck eine Mauer errichtet, als Windschutz. Gegenüber von meinem Zelt, auf der offenen Seite des Innenhofs, wurden die Tiere untergebracht. Bei Bedarf konnten wir zwei, drei, vier Tage an einem Ort bleiben. Wenn es dort sehr viel Gras gab für die Tiere, dann sind wir gerne für einige Tage geblieben. Wenn nicht, dann mussten wir am nächsten Morgen weiterziehen. Wo wir übernachteten, hing vom Gras ab, denn es gab kein Gras zu kaufen. Das war einfach so.

Auf dieser Reise habe ich mich besonders wohlgefühlt, weil ich einerseits natürlich von so vielen Leuten begleitet wurde und es sehr viele Zeremonien gab usw. Aber andererseits konnte ich während der Reise mit zwei, drei Leuten vorausreiten, um mit dieser kleinen Gruppe einen guten Platz auszusuchen. Dabei konnte ich auch ein bisschen mit den Pferden spielen und schnell reiten. Dieses besondere Vergnügen habe ich fast jeden Tag gehabt und zwar drei Monate lang.

Ergänzende Fragen

gestellt durch Annette Kirsch

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Foto © Chöling Hannover

Sie haben beschrieben, dass Sie in Zentraltibet beim Eintritt ins Kloster viele Opfergaben machen mussten. An wen denn?

Entsprechend der Tradition mussten wir – also der Dagyab-Labrang – vor allem Gaben an die Mönchsversammlungen von Drepung und Ratö geben, aber auch an Sera und Ganden.

Dazu muss man wissen: Im Kloster wurde jeden Tag mehrmals Tee verteilt. Das waren die sogenannten „Nassversammlungen“: Jeder nahm Tsampa in die Mönchsversammlung mit und bekam in der Teepause vom Kloster den flüssigen Tee dazu. Für ärmere Mönche war das eine wichtige Mahlzeit. Wenn ein Gönner etwas für die Mönchsgemeinschaft spenden wollte, dann konnte er diesen Tee spendieren und – je nach finanziellen Möglichkeiten – noch materielle Gaben dazugeben (Geld, trockenen Tee, Butter etc.). Heute wird in Indien neben flüssigem Tee standardmäßig auch Brot verteilt oder Obst.

Bei meinem Eintritt ins Kloster mussten wir in jedem Kloster dreimal1 Gaben verteilen. Ich fange mal mit Drepung an: Wir gaben an die „Tsog chen“, also die Mönchsversammlung aller Mönche des Klosters, dann an die Mönchsversammlung von Drepung Loseling und schließlich an die Mönchsversammlung des Drepung Nyagre Khangtsen.

In der Morgendämmerung fand zuerst die Tsog chen statt. Am Tag meines Eintritts wurden im Rahmen der Tsog chen an alle Mönche des Klosters Drepung zwei oder drei Schalen Tee verteilt, dazu materielle Gaben wie Geld, Teeziegel oder Butter etc. Anschließend fanden die Mönchsversammlungen der Dratsangs statt, und wir mussten der Versammlung von Drepung Loseling wieder Tee zum Trinken servieren sowie die doppelte Menge an Geld, Teeziegeln oder Butter etc. geben. Danach mussten wir den Mönchen des Drepung Nyagre Khangtsen Tee servieren plus wiederum die doppelte Menge an Geld, Teeziegeln, Butter o.ä. überreichen. Jeder Mönch des Drepung Nyagre Khangtsen hat an diesem Tag also zum Beispiel sieben Teeziegel erhalten: einen in der Tsog chen, zwei in der Drepung Loseling-Versammlung und vier im Drepung Nyagre Khangtsen.

Am selben Tag mussten wir ein ganztägiges Festessen mit fünf Mahlzeiten für folgende Personen stiften: die amtierenden und ehemaligen Äbte von Drepung (ca. 15 Personen), die Mitarbeiter der Klosterverwaltung (ca. 40-50 Personen), ca. 40-50 Mönchsbeamte sowie ca. 40-50 Laien-Regierungsbeamte, insgesamt also etwa 150 Personen oder mehr. Außerdem erhielten die Versammlungshallen der Tsog chen, von Drepung Loseling und des Drepung Nyagre Khangtsen neue Tür- und Fensterdekorationen aus Baumwolle, ein neues Siegeszeichen auf dem Dach und verschiedene Ritualgegenstände. Der Tsog chen gaben wir zum Beispiel ein Mandalagerät aus vergoldetem Silber mit einem Durchmesser von etwa einem Meter. Drepung Loseling und Drepung Nyagre Khangtsen erhielten vergleichbare Gegenstände, nur etwas kleiner. Das war alles eine festgelegte Sache, da konnte man nicht frei wählen.

In den folgenden Tagen gaben wir vergleichbare Gaben in etwas reduzierter Form an Ganden, Ganden Shartse und Ganden Nyagre Khangtsen sowie an Sera, Sera Je und Sera Trenyag2. Die Menge an flüssigem Tee war immer gleich, zwei bis drei Schalen pro Mönch, aber die Materialgaben waren etwas weniger. Ratö dagegen erhielt die gleichen Mengen wie Drepung. Eigentlich erhielten die Ratö-Mönche am meisten von allen, denn sie waren auch bei den Drepung-Versammlungen dabei. 80 Prozent der Mönche in Ratö kommen aus Dagyab, deshalb haben sie eine sehr enge Verbindung zum Drepung Nyagre Khangtsen.

Das waren die Gaben an die Mönchsversammlung. Dann kam aber noch mehr dazu: Als Hothogthu bin ich verpflichtet, einmal in meinem Leben den Dalai Lama zum Mönlam-Fest einzuladen, ob bei meinem Klostereintritt oder meiner Geshe-Prüfung, das ist egal. Für diese Einladung waren insgesamt fünf Audienzen nötig: eine Audienz, um symbolisch die Bitte auszusprechen; eine Audienz vor seiner Abreise vom Potala in Richtung Lhasa; eine Audienz bei seiner Ankunft in seinen Räumen über dem Jokhang; eine Audienz zur Danksagung nach der Versammlung; eine Audienz im Potala, nachdem ich3 ihn4 in einer langen Prozession mit vielen Reitern und Fahnenträgern vom Jokhang zum Potala begleitete hatte. Die Audienzen fanden ohne Kommunikation statt, das war nicht nötig. Jedesmal brachte ich ihm Ritualgegenstände, Goldstücke, Silberstücke, Geld, Butter, Tee, Getreide, Fell oder ähnliches dar. Die Gaben wurden im Empfangssaal angehäuft, ich glaube, bevor der Dalai Lama kam. Oder während er schon anwesend war, das weiß ich nicht mehr genau.

Während der Mönlam-Mönchsversammlung im Jokhang wurden an alle Mönche Gaben dargebracht, vergleichbar mit denen, die wir in Drepung geben mussten. An den Dalai Lama wurden die sogenannten „100 Gaben“ gegeben: 100 Menschen trugen je einen Gegenstand am Thron des Dalai Lama vorbei: Statuen, Bücher, Stupas, Tangkhas, Kleidung, Gold, Silber, Geldbündel, Fell, Waffen. Zum Schluss brachte der älteste Mann, den man finden konnte, den sogenannten „Eisenstein“. Dieser Stein war so groß, dass ihn gerade eben ein Mensch alleine tragen konnte. Er und das hohe Alter seines Trägers symbolisieren den Wunsch, dass der Dalai Lama lange leben möge. Diesen Stein konnte man von der Schatzkammer der Regierung gegen Gebühr ausleihen. Aber alle anderen Gaben musste man schon selbst besitzen, um sie verschenken zu können.

Außerdem musste ich natürlich noch weiteren Persönlichkeiten zu verschiedenen anderen Anlässen Gaben geben: den Lehrern des Dalai Lama, den Kabinettsmitgliedern, dem Staatssekretär, den Äbten ... das alles machte den Klostereintritt eines hohen Lama so kostspielig.

Sie beschreiben, dass auf der Reise nach Lhasa viele Zeremonien stattfanden.

Wie lief so eine Zeremonie ab?

Das war eine relativ simple Sache, Standard eigentlich: Bei der Ankunft in einem Kloster lädt man den Tulku auf den Thron ein, bringt ihm Mandala, Statue, Buch und Stupa dar und serviert ihm und seinen Begleitern zwei bis drei Schalen Tee sowie gekochten und gesüßten Reis, das war’s.

Und wie war die Zeremonie beim Eintritt ins Kloster?

Am Tag meines Klostereintritts musste ich an der Mönchsversammlung teilnehmen, in der auch all die Gaben verteilt wurden, die ich gerade beschrieben habe – das war’s. Nach meinem Klostereintritt nahm ich an den Nassversammlungen nur noch teil, wenn es große Gaben von einem Sponsor gab oder das Getreidegehalt, das jeder Mönch vom Kloster erhielt. An den sogenannten Trockenversammlungen dagegen musste ich immer teilnehmen, denn da ging es um das Studium.

Der gesamte Text wurde von Annette Kirsch bearbeitet.

1 Dreimal, weil es im Kloster drei Verwaltungsebenen gibt: (1) das Kloster als Ganzes; (2) die verschiedenen Abteilungen, Dratsangs genannt (z.B. Drepung Gomang und Drepung Loseling, Sera Je und Sera Me u.a.). Und jeder Dratsang ist dann nochmal unterteilt in (3) mehrere Khangtsen (Häuser). In den Nyagre Khangtsen leben alle Mönche des jeweiligen Klosters, die aus Dagyab kommen.

2 In Sera gibt es kein Nyagre Khangtsen. Früher waren die Mönche aus den Regionen Trehor und Dagyab in einem Khangsten zusammengefasst, das Sera Trenyag Khangtsen hieß. Im Exil haben sie es allerdings in Sera Trehor Khangtsen umbenannt. Heute leben dort etwa 25 Mönche aus Dagyab.

3 Anm.: auf dem Pferd

4 Anm.: in der Sänfte

Die Veröffentlichung von Dagyab Rinpoches Biographie

Warum eine Biographie?

Im Sommersemester 2005 begann Rinpoche auf Bitte des Zentralasiatischen Instituts in Bonn eine zweisemestrige Vorlesung über sein Leben. In einem privaten Gespräch bemerkte er einmal, dass sein Leben insofern interessant sei, weil es eigentlich aus drei Leben besteht: zunächst als Tulku im Alten Tibet, dann als Flüchtling in Indien, schließlich als Familienvater und Universitätsangestellter in Deutschland. An seinem Leben lässt sich exemplarisch nachvollziehen, wie die Tibeter innerhalb weniger Generationen das Mittelalter verlassen und im 21. Jahrhundert angekommen sind.